Baunatal erwartet Flieden, Löwen spielen in Alzenau

Fußball-Hessenliga: Welcher KSV bleibt oben dran?

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Zwei, die fehlen werden: Malte Grashoff, auf dem Foto links rechts zusammen mit Manuel Pforr, spielt Samstag zum vorerst letzten Mal für Baunatal.

Baunatal/Kassel. Die einen fühlen sich auf dem dritten Platz ausgesprochen wohl, den anderen ist ihr vierter zu wenig. Oben dranbleiben in der Fußball-Hessenliga wollen sowohl der KSV Baunatal als auch der KSV Hessen Kassel.

Unterschiedlich schwere Aufgaben stehen ihnen am Samstag bevor. Die Baunataler erwarten mit dem SV Flieden eine Mannschaft, gegen die ein Sieg keine Überraschung wäre. Allerdings muss Trainer Tobias Nebe auf eine Reihe von Stammkräften verzichten. Die vermeintlich schwierigere Prüfung steht den Löwen bevor. Sie müssen zum FC Bayern Alzenau. Der Tabellenzweite kassierte zuletzt in Waldgirmes die erste Niederlage. Trotzdem stehen vor allem die Gäste unter Druck, denen ebenfalls einige Stammkräfte fehlen werden.

Baunatal bei Heimspiel ersatzgeschwächt

„Normal steht der Fußball an erster Stelle. Diesmal nicht“, sagt Malte Grashoff. Weil der 26-Jährige heiratet und am Samstag in seiner Heimatstadt Bremen die große Feier steigt, lässt er das Hessenliga-Heimspiel des KSV Baunatal am gleichen Tag gegen den SV Flieden im Parkstadion aus. Damit die eingeladenen Mannschaftskameraden noch rechtzeitig an der Weser eintreffen, wurde die Partie um eine Stunde auf 14 Uhr vorverlegt. 

Doch nicht nur gegen die Osthessen müssen die Baunataler auf Grashoff verzichten. „Malte und seine Frau erfüllen sich einen Lebenstraum und fahren für fünf Monate nach Neuseeland. Das ist bitter für uns, aber wir wussten es wenigstens schon seit Saisonbeginn“, sagt Nebe. Zeit hatte der Trainer also, sich mit dem künftigen Nebenmann von Felix Schäfer auf der Doppelsechs zu beschäftigen. „Es gibt da mehrere Kandidaten wie Nico Möller, Fatih Üstün, Jonas Springer und Max Blahout“, erklärt Nebe. Umbauen muss er seine Elf gegen Flieden aber nicht nur im zentralen Mittelfeld. Mit Manuel Pforr fällt der Doppeltorschütze gegen den KSV aus. Er erlitt im Derby einen Außenbandriss im Fuß. Patrick Krengel zerrte sich im Training und wird kaum dabei sein, Daniel Borgardt fehlt nach Gelb-Rot. Wegen Knieproblemen droht zudem der Ausfall von Nico Schrader. 

Keine guten Voraussetzungen also für die Gastgeber, sich mit einem Sieg oben festzusetzen. Zumal die Partie gegen die Buchonia laut Nebe richtungweisend ist: „Wir werden sehen, ob die Euphorie nach dem Sieg gegen die Löwen zu groß war. Wie geht man also jetzt in dieses Spiel, satt oder erfolgshungrig?“. Immerhin steht für die neu zu besetzenden Positionen passabler Ersatz bereit. Wie etwa mit Niklas Künzel für Borgardt in der Innenverteidigung. Und dann ist da noch der Trend: Die Baunataler gewannen ihre letzten vier Heimspiele gegen Flieden bei einem Torverhältnis von 17:3. Doch das zählt am Samstag nicht. Zumal die Buchonia zuletzt mit ihrem 1:1-Unentschieden gegen den bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter Gießen aufhorchen ließ.

Ohne ein Duo ins nächste Topspiel 

Eine Niederlage im Spitzenspiel in Gießen, eine beim Derby in Baunatal – die letzten beiden Wochen sind nicht gut gelaufen für den KSV Hessen Kassel. Kein Wunder also, dass es Redebedarf gab bei den Löwen – zumal am Samstag (15 Uhr) beim Tabellenzweiten Bayern Alzenau gleich das nächste Topspiel wartet. 

„Wir haben uns am Sonntag nach dem Baunatal-Spiel getroffen“, erzählt Tobias Cramer. Ein lockeres Training stand auf dem Programm, aber vor allem die Analyse. „Es gab einiges zu diskutieren“, berichtet der Trainer. Wichtiger aber: Schlüsse ziehen. An die Arbeit gehen. Cramer sah die Löwen zuletzt vor allem mental nicht stark genug. Der lange Zeit zu emotionslose Auftritt in Baunatal unterstreicht das. Der KSV wurde im Derby erst in der Schlussphase richtig lebendig, als den Gastgebern die Puste ausging. Das immerhin konnten die Kasseler für sich verbuchen. Cramers Plan, den Gegner müde zu spielen, ging auf. Das Problem: Baunatal hatte bereits zwei Treffer erzielt. 

Auf Kapitän Frederic Brill wird der KSV Hessen am Samstag verzichten müssen. 

Cramer fordert deshalb mehr Geduld: „Ich bin gewiss kein Freund des permanenten Ballbesitz-Fußballs. Aber manchmal müssen wir einfach mehr Souveränität in unser Spiel bringen.“ Soll heißen: Ein sicherer Kurzpass ist oft die bessere Wahl als Risiko und die Gefahr des Ballverlustes. Beim 1:0 am Samstag hatte Nico Schrader nach einer solchen Situation prompt die KSV-Defensive überlaufen. Zwei der Spieler, die für Ruhe sorgen können, drohen allerdings in Alzenau auszufallen. Frederic Brill wird mit muskulären Problemen wohl ebenso fehlen wie Sergej Evljuskin. Dafür ist Tim-Philipp Brandner wieder im Training und drängt ins Team. Nach seiner Einwechslung überzeugte am Samstag Janik Ziegler mit einem mutigen Auftritt auf der linken Seite – und könnte so als Beispiel dienen. „Wir sind von der Qualität dieser Jungs überzeugt“, sagt Cramer, „aber sie müssen es zeigen, wenn die Chance da ist.“ In Alzenau, einer gestandenen Mannschaft mit Stärken vor allem in der Offensive, wird diese Qualität gebraucht. Schließlich will der KSV weiter oben mitspielen

Baunatal besser als in vergangener Saison

Der KSV Baunatal (3.), der KSV Hessen (4.) und der FSC Lohfelden (8.) haben ein Viertel der Saison absolviert. Während die Löwen Neuling sind, lohnt sich bei den beiden anderen Klubs ein Blick aufs vergangene Hessenliga-Jahr. Da fällt auf, dass die Baunataler nach acht Partien ebenfalls Dritter waren hinter Bayern Alzenau, allerdings mit einem Zähler weniger auf dem Konto. Lohfelden stand auf Rang sieben und hatte drei Punkte mehr eingefahren als in der aktuellen Tabelle.

Der aktuelle Spieltag und Stand der Hessenliga

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