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Schritt gewagt und nicht bereut

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Von: Torsten Kohlhaase

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Den Ball immer fest in der Hand: Yannick Wilke hütet seit dieser Saison das Tor des Fußball-Hessenligisten KSV Baunatal.
Den Ball immer fest in der Hand: Yannick Wilke hütet seit dieser Saison das Tor des Fußball-Hessenligisten KSV Baunatal. © andreas fischer

Der KSV Baunatal surft auf der Erfolgswelle - und er ist ein wichtiger Faktor dafür: Torwart Yannick Wilke kam vor der Saison nach Baunatal.

Er hat den Schritt gewagt, von der Verbandsliga in die Hessenliga. Und das mit 29 Jahren. Nach 15 Einsätzen im Trikot des KSV Baunatal sagt Yannick Wilke, der vor der Saison aus Willingen wechselte: „Ich habe den Schritt nicht bereut. Zwar spielen alle meine Kumpels noch dort, aber ich habe mich ja bewusst dafür entschieden, nochmal eine Klasse höher zu spielen.“

Morgen spielt er mit den VW-Städtern, die mittlerweile seit zehn Partien ungeschlagen sind, ab 14.30 Uhr beim FSV Fernwald.

Bislang musste Wilke erst 22-mal hinter sich greifen – gemeinsam mit Stadtallendorf und Alzenau ist das die fünftbeste Verteidigung. „Meine Vorderleute machen es mir aber auch einfach. Zuletzt hatte ich gar nicht so viel zu tun, was sich aber morgen ändern könnte“, sagt Wilke. Mit 41 Treffern stellen die Fernwälder nämlich den zweitbesten Sturm der Liga. Aber darauf sei er vorbereitet. „Klar, nach so vielen Jahren in der Verbandsliga sind die Gegner größtenteils Neuland für mich. Aber ich schaue mir ihre letzten Spiele an und bespreche das mit unserem Torwarttrainer“, so Wilke.

Die etwas längeren Auswärtsfahrten würden ihm nichts ausmachen, das sei er schließlich gewohnt. Als Außendienst-Mitarbeiter für eine Outdoor-Firma ist er mittlerweile nicht nur in Hessen, sondern auch in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz unterwegs. „Ich wohne ja weiterhin in Willingen, aber ich kann meinen Job gut mit dem Fußball verbinden. Viermal trainieren wir in Baunatal, dann jede Woche ein Spiel – das passt schon“, erklärt der Upländer.

Den Unterschied zwischen beiden Spielklassen würde er schon merken. Die spielerische Komponente sei mehr an der Tagesordnung, er müsse viel weniger lange Bälle schlagen. Zudem sei der Kader auf allen Positionen gleichwertig besetzt. Einmal musste er bereits wegen einer Notbremse zwei Partien zuschauen. „Das war mehr als unglücklich. Ich habe ihn nicht getroffen, aber unser Einspruch hat trotz der Videobilder keinen Erfolg gehabt. So musste ich eben das Mindestmaß von zwei Spielen absitzen“, erinnert sich Wilke, der sich auch abseits von Fußball und Job fithält: „Ob Fahrradfahren, Tennisspielen oder während meiner Autofahrten auch mal der eine oder andere Fitnessstudio-Besuch – das muss drin sein.“

Aktuell freut er sich vor allem darüber, dass er nicht mehr kalt duschen muss, bevor er nach dem Training die Heimreise nach Willingen antritt. „Das Wasser ist nun zumindest wieder lauwarm. Natürlich muss man in der jetzigen Situation Energie sparen, aber wenn alle Spieler dann ohnehin zu Hause duschen, ist es ja nur eine Verlagerung“, sagt Wilke, der keinen Hehl daraus macht, dass die Regionalliga schon ein Traum wäre. „Aber da bleibe ich natürlich mit Prognosen sehr vorsichtig, weil die Saison noch lang ist. Ein paar Jungs von uns waren ja damals dabei, als es eine Liga höher ging. Und sie schwärmen noch heute davon, wie cool das war“, sagt Wilke, der aber erstmal den Schritt von der Verbands- in die Hessenliga gewagt hat.

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