Ehrgeizige Ziele des Hessenligisten - Samstag ist Borussia Fulda zu Gast

Baunatals Sportmanager Sascha Schneider: "Langfristig in die Regionalliga"

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Sie wollen am Samstag wieder jubeln: Die Baunataler (von links) Manuel Pforr, Malte Grashoff und Jonas Springer empfangen Borussia Fulda.

Kassel. Der KSV Baunatal fiebert diesem Samstag entgegen. Dann startet der Fußball-Hessenligist zuhause gegen Borussia Fulda (15 Uhr, Parkstadion) aus der Winterpause. Wir haben vor dem Auftakt mit KSV-Sportmanager Sascha Schneider gesprochen.

Herr Schneider, der KSV Baunatal startet endlich aus der Winterpause. Kribbelt es bei Ihnen als Sportmanager schon?

Sascha Schneider: Es kribbelt schon lange. Die Winterpause war viel zu lang. Ich mag keine langen Pausen.

Sie haben in den USA, Mexiko und Japan als Profi-Footballer gespielt. Wie sind Sie nach Baunatal gekommen?

Schneider: Ich habe Klubs im Umkreis von 100 Kilometern um Bad Wünnenberg gegoogelt und bin auf den KSV gestoßen. Beim ersten Besuch zu einem Spiel vor zwei Jahren haben mich die Herzlichkeit und Freundlichkeit hier begeistert. Allerdings war ich auch erstaunt, dass ein Hessenligist keinen Fanshop hat.

Welche Aufgaben haben Sie als Sportmanager?

Schneider: Meine Aufgabe ist es, die Finanzen zu ordnen, Gelder ranzuholen und die Budgetplanung. Bei mir laufen die Fäden zusammen. In den sportlichen Bereich mische ich mich nicht ein, dafür sind Trainer Tobias Nebe und unser Sportlicher Leiter Ralf Rössler zuständig.

Und wer ist für die Verpflichtung von Spielern zuständig?

Schneider: Nebe und Rössler suchen die Spieler aus. Ich vertraue beiden. Wenn es um den finanziellen Rahmen geht, habe ich aber das letzte Wort.

Sie wohnen 80 Kilometer entfernt. Wie häufig sind Sie in Baunatal?

Schneider: Ich kann zwar auch vieles von zuhause aus machen, aber ich bin zwei bis drei Tage die Woche in Baunatal in meinem Büro. Die Post, die an die Geschäftsstelle geht, kann ich ja nicht von zuhause aus bearbeiten. Insgesamt arbeite ich 60 bis 70 Stunden in der Woche für den KSV. Privatleben gibt es kaum.

Machen Sie das ehrenamtlich oder sind sie angestellt?

Schneider: Ich mache das ehrenamtlich. Ich kann ja nicht streng mit den Finanzen sein und mir selber das große Gehalt bezahlen. Aber langfristig gesehen, arbeite ich an einer Kostenbeteiligung.

Was treibt Sie an, solchen Aufwand auf sich zu nehmen?

Schneider: Mich reizen schwierige Aufgaben, ich will es jedem beweisen. Mir hat damals auch keiner zugetraut, Profi-Footballer zu werden, und ich habe es geschafft. Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann tue ich alles dafür. Dann gebe ich auch 120 Prozent.

Welche Ziele haben Sie mit dem KSV Baunatal?

Schneider: Der KSV ist irgendwie in der Zeitschleife hängen geblieben. Es ist noch nicht alles so, wie es sein könnte. Mein Ziel ist es, eine Infrastruktur aufzubauen, beispielsweise mehr Merchandising-Artikel anzubieten. Außerdem möchte ich Einwohner und Fußballfans wieder für den KSV gewinnen und die Wirtschaft für den Fußball begeistern. Es waren zuletzt nicht genug Leute da und es hat die Ausdauer bei einigen gefehlt, um die Abteilung professioneller aufzustellen. Das möchte ich ändern.

Und welche langfristigen Ziele gibt es?

Schneider: Langfristig gesehen, also in fünf bis sieben Jahren, ist es das Ziel, den KSV in der Regionalliga zu etablieren. Ich bin überzeugt, dass es in der Region zwei Regionalligisten geben kann. Ich denke langfristig und werde dem KSV auch langfristig zur Verfügung stehen, wenn der Verein es will. Wichtig ist, dass hier Konstanz reinkommt und nicht dauernd das Personal wechselt. Dann steigen auch das Ansehen und die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit.

Es kann passieren, dass der KSV Hessen nächstes Jahr auch in der Hessenliga spielt. Ist es ein Anreiz die Nummer eins in Nordhessen zu werden?

Schneider: Das ist nicht möglich. Sportlich geht das vielleicht, aber der KSV Hessen hat eine viel größere Tradition und mehr Fans. Als sie in der Kreisliga C wieder angefangen haben, haben sie 1000 Dauerkarten verkauft. Eine solche Zahl kann ich mir in der Hessenliga nur wünschen.

Ehrgeiziger Sportmanager: Sascha Schneider.

Sascha Schneider (40), geboren in Wuppertal, lebt in Bad Wünnenberg. Er schloss ein Studium mit dem Bachelor in Global-Management ab. Schneider spielte bis zur B-Jugend Fußball und von 2004 bis 2012 American Football für Teams in den USA, Mexiko und Japan. Wegen einer Schulterverletzung beendete er seine Karriere. Er ist liiert.

Nur Milloshaj und Trump nicht an Bord

Für den erkrankten Tobias Nebe leitete unter der Woche dessen Co-Trainer Cihan Timocin die Einheiten. Mit welcher taktischen Ausrichtung die Baunataler ins Heimspiel gegen Borussia Fulda gehen, wollen beide am heutigen Freitag absprechen. „Beim ersten Spiel ist man immer ein wenig unsicher. Außerdem wissen wir ja nicht, mit welcher Elf Fulda anfängt“, sagt Nebe. Sicher ist er, was die Schwere der Aufgabe anbelangt: „Das wird eine große Herausforderung.“ Immerhin steht fast der ganze Kader zur Verfügung. Nur Egli Milloshaj und Luca Trump fehlen.

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