In weiteren Spielklassen

Pilotprojekt wird in Hessen ausgeweitet: Spielerpässe werden digital

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So sehen die klassischen Spielerpässe aus: Auch der CSC 03, hier zeigt Jugendleiter Klaus Siebott die Ausweise in Papierform, soll in der kommenden Verbandsliga-Saison die digitalen Spielerpässe verwenden.

Der digitale Spielerpass im Fußball ist auf dem Vormarsch. Nach der Hessenliga wird dieser in der kommenden Saison hessenweit in weiteren Spielklassen eingeführt.

Der digitale Spielerpass im Fußball ist auf dem Vormarsch. Nach der Hessenliga wird dieser in der kommenden Saison hessenweit in weiteren Spielklassen eingeführt, das gab der Hessische Fußball-Verband (HFV) bekannt. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen:

Was ist der digitale Spielerpass?

Die digitale Form soll langfristig den Spielerpass in Papierform ersetzen. Die Akteure werden über ein Spielerfoto legitimiert, das der Verein im DFB-Net hochladen muss. Der Schiedsrichter bekommt dann vor der Partie keine Mappe mehr vorgelegt, sondern kontrolliert die Akteure anhand einer Spielberechtigungsliste an einem Computer oder Tablet.

Warum wird der digitale Spielerpass eingeführt?

Der Verband will die Kontrollen für Schiedsrichter, Vereine und Klassenleiter erleichtern. „Vergessene Spielerpässe, fehlende Vereinsstempel und lästiges Warten auf Passbilder gehören der Vergangenheit an“, gab der HFV bekannt. Es handelt sich aber immer noch um eine Testphase. Das bedeutet: Wenn für alle Spieler, die eingesetzt werden, das Bild in der Datenbank hinterlegt ist, muss in den betreffenden Ligen kein Pass in Papierform mehr vorgezeigt werden. Es gibt diese aber weiterhin. Und: Die Vereine müssen die Papier-Pässe weiter zu den Partien mitbringen.

Was passiert, wenn das System ausfällt oder der Internetempfang zu schwach ist?

Die Vereine müssen die ausgedruckte Spielberechtigungsliste inklusive Fotos der Akteure mit zu den Partien bringen. Bei einem Systemausfall werden die Spieler darüber legitimiert. Zudem gibt es bisher ja weiterhin die Pässe in Papierform.

In welchen Ligen gibt es den neuen Spielerpass?

In der Hessenliga gab es den digitalen Pass schon in der vergangenen Saison. Nun weitet der Verband diesen auf alle Verbandsspielklassen – also Hessen-, Verbands- und Gruppenligen – der Herren, Frauen und dem Nachwuchs aus. Hinzu kommen Ligen aus 22 Kreisen hessenweit. In Nordhessen sind das die Kreisoberliga Schwalm-Eder sowie alle Spielklassen der Kreise Waldeck und Hofgeismar-Wolfhagen.

Was müssen die Vereine der Pilotklassen beachten?

Sie müssen für alle Akteure ein Foto in der Spielberechtigungsliste im DFB-Net hinterlegen. Bei ihren Heimspielen müssen die Klubs dem Schiedsrichter zudem einen PC oder ein Tablet für die digitale Überprüfung der Spieler bereitstellen.

Was ist das Ziel des Verbandes?

Der Verband will „eine Entbürokratisierung und weniger Bestrafungen“. Das langfristige Ziel des HFV ist die „vollständige Abschaffung des herkömmlichen Spielerpasses in Papierform zum Verbandstag im Juni 2020“. Dafür muss dort allerdings die Satzung und Ordnung geändert werden.

Was halten Klassenleiter und Schiedsrichter von der neuen Form?

„Es profitieren alle davon“, sagt der Regionalbeauftragte Horst Riemenschneider, der zudem Klassenleiter der Verbandsliga Nord und den Kasseler Gruppenligen ist. „Dann können auch keine Pässe mehr vergessen oder verloren werden“, sieht er den Vorteil für die Vereine.

Schiedsrichter Daniel Heist vom TSV Hertingshausen sieht die Veränderung als eine „gute Sache“ an. „Sofern alles funktioniert und das Internet genügend Empfang hat, haben wir dann alles über den Laptop oder PC vor Ort. Wir müssen nur ins System schauen, das macht es für uns einfacher.“ Die Unparteiischen können zudem auf einen Blick sehen, ob ein Spieler gesperrt ist. Zudem fällt das zeitaufwendige Kontrollieren der Papier-Pässe, bei dem jedes Foto überprüft werden muss, weg.

Und wie bewerten die Vereine die Einführung?

Ebenfalls positiv. „Wir gehen davon aus, dass es eine Erleichterung für den Betreuer ist, wenn die Bilder und Namen erst einmal im Netz sind“, sagt Helmut Bernhardt, Abteilungsleiter des Verbandsligisten SSV Sand.

„Ich halte das schon für sinnvoll“, sagt Gerhard Rühlmann, stellvertretender Abteilungsleiter des Klassenkameraden TSG Sandershausen. „Es ist weniger Arbeit, und wenn es erst einmal nur noch die digitalen Pässe gibt, auch weniger Papierkram.“ Er weist allerdings daraufhin: „Jeder Verein benötigt eine kompetente Person, die das DFB-Net pflegt.“

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