Rudern für Streetbolzer 

HNA-Achter nach nur drei Trainingsstunden bei Star Care Regatta am Start 

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Der HNA-Achter: (von links) Steuermann Jens Gerlach, Lukas Dittmar, Maike Görth, Silke Rauthe, Martin Geiger, Helga Grebe, Daria Neu, Markus Grebe und Stefan Schink.

Rudern für den guten Zweck: Bei der Star Care Regatta sind am Samstag mehr als 30 Firmen auf der Fulda gegeneinander angetreten. Auch ein HNA-Achter, voll mit Lesern und einer Volontärin, war mit dabei - und das nach nur drei Trainingsstunden. 

Von 16 Booten ist der HNA-Achter bei der Regatta zwar im hinteren Drittel gelandet. Aber das ist nach drei Trainingsstunden trotzdem eine gute Leistung. Nur selten haben sich die Leser mit ihren Skulls verheddert. "Ich möchte im nächsten Frühjahr einen Kurs bei Jens belegen", sagt HNA-Leserin Helga Grebe nach dem Rennen. 

Bei der Regatta ging es ja vor allem um eines: Spaß und Spenden für ein neues Gebäude der  Streetbolzer. Insgesamt sind in diesem Jahr rund 7500 Euro zusammen gekommen. Organisiert wurde die Veranstaltung unter anderem von Jens Gerlach, Vorsitzender des Rudervereins Cassel 2010, Dr. Frank Lehmann, Kasseler Werkleiter des Sponsors Mercedes Benz sowie Jürgen Tirann, Vorsitzender der SG Stern Kassel. 

Dass die HNA-Leser 350 Meter in einem recht passablen Tempo die Fulda hinauf rudern würden, hätten sie bei ihrem ersten Versuch noch nicht gedacht. 

Nach dem ersten Training 

Gerade haben sich noch alle mit Namen vorgestellt. Das ist eben so bei Menschen, die sich vor wenigen Minuten erst kennengelernt haben. Bis aus einem losen Kennenlernen so etwas wie Vertrauen wird, dauert es normalerweise Monate. Nicht so beim Rudern. Sieben zusammen gewürfelte HNA-Leser, eine Volontärin und ein Profi – sie treten mit einem Achter bei der Star Care Regatta auf der Fulda an. Und sie müssen sich seit der ersten Sekunde im Boot voll und ganz aufeinander verlassen können.

Na, das kann ja was werden. Nur eine der Acht – und natürlich Ruderexperte und Steuermann Jens Gerlach – hat vor dem ersten Training schon einmal Skulls in der Hand gehabt. (Skulls, das sind die Paddel, die man auf gar keinen Fall Paddel, sondern nur Skulls nennen darf. Erste Lektion.) Alle anderen sitzen zum ersten Mal im Ruderboot.

Drei Trainingseinheiten von jeweils eineinhalb Stunden sollen genügen, um den HNA-Achter fit für die Konkurrenz zu machen. Klar, in erster Linie geht es um den Spaß. Das Ausprobieren von etwas Neuem. Um die Spenden für einen guten Zweck. Aber mal Hand aufs Herz: So richtig ungeschickt möchte sich trotzdem keiner anstellen.

Noch ist von den ersten Ruderschlägen überhaupt keine Rede, da kommt schon die erste Herausforderung: Das fast 20 Meter lange Teil muss irgendwie ins Wasser. Oje. Schon hier zählt Teamgeist. Denn nur, wenn alle gleich viel Gewicht tragen, ist der Achter anzuheben.

Bis das Boot die ersten Meter auf der Fulda treibt, ist schon eine halbe Stunde vergangen. Schließlich trainieren auch noch andere, die den Steg solange belegen, bis alle in Ruhe eingestiegen sind. Dann heißt es: Füße festschnallen, Sitz einstellen, Skulls sortieren. Los geht’s.

Das denken zumindest die meisten. Gerlach, Vorsitzender des Rudervereins Cassel 2010 und Organisator der Star Care Regatta, grinst nur. Er kennt Anfänger und ihre typischen Fehler. „Ihr wollt euch doch vor der Zisselkönigin, die am Samstag zuschaut, nicht blamieren, oder?“ Nein, bitte nicht. Und ins Wasser fallen bitte auch nicht. Eine typische Angst von Anfängern, die völlig unbegründet ist. Denn bis so ein Achter umkippt, da muss schon einiges passieren.

Die ersten Ruderschläge stehen an. Und die sind nicht nur anstrengend für 80 Prozent der Muskeln, sondern vor allem eines: kompliziert. „Aufdrehen nicht vergessen“, ruft Gerlach. „Laaangsamer. Erst die Beine, dann die Arme.“ Und dabei immer den linken Arm immer über dem rechten lassen. Hier bleibt kein Fehler unentdeckt. Denn wer schummelt, kracht umgehend mit dem Skull seines Vorder- oder Hintermannes zusammen. Alle verheddern sich. Alle müssen von vorn anfangen.

Einige im HNA-Achter sind aber auch schon richtig gut – Naturtalente sozusagen. Sie rudern gleichmäßig und darauf kommt es laut Gerlach schließlich an. „Wir werden nicht schneller, wenn wir hektisch rudern.“ Das sollten sich alle merken. Denn bis zur Star Care Regatta müssen acht Fremde aus Kassel und Umgebung innerhalb von drei Trainingseinheiten zu einem eingeschweißten Team werden. Alle sind gespannt, wie das am Ende wohl klappt, wenn es ernst wird. 

Hintergrund: 

Die Star Care Regatta fand am Samstag zum zwölften Mal statt. Sie wird vom Ruderverein Cassel 2010 und der SG Stern Werk Kassel unter dem Motto „Rudern für den guten Zweck“ ausgerichtet. 

 Im HNA-Achter saßen: • Helga Grebe (Guxhagen) • Markus Grebe (Guxhagen) • Meike Görth (Kassel) • Silke Rauthe (Fritzlar) • Lukas Dittmar (Niedenstein) • Stefan Schink (Söhrewald) • Martin Geiger • Daria Neu (Kassel)

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