Hocke sieht die Diskussion um eine Endrunde im Winter gelassen

Präsident des Hessischen Fußball Verbandes zweifelt an WM in Katar

Kassel. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, sagt Matthias Mink, der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen.

20 Fußball-WM-Endrunden haben bisher im Juni oder Juli stattgefunden, und dies ist sicher auch ein Grund dafür, dass Europas Fußballfans derzeit in heller Aufregung sind. Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar soll in den Monaten November und Dezember ausgetragen werden, und eins scheint festzustehen: Für Europäer wird es kein Sommermärchen.

Rolf Hocke ist sich nicht ganz sicher. Der Präsident des Hessischen Fußball Verbandes aus dem nordhessischen Wabern kann sich vorstellen, dass die WM nicht in Katar stattfinden wird und sagt: „Solange noch gar nicht klar ist, in welchem Land die WM ausgetragen wird, müssen wir uns keine Gedanken darüber machen, wie wir mit einer Winter-WM umgehen sollten.“ Im Falle eines Falles würde Hocke - auch im Hinblick auf die Amateurklubs - für eine Vorverlegung der Winterpause plädieren. Andererseits erinnert der HFV-Präsident daran, dass der Deutsche Fußball Bund wohl spontan in der Lage wäre einzuspringen, falls Katar die WM doch noch entzogen würde.

Zurück zu Matthias Mink, denn auch Trainer sind von dem Gezerre um die WM 2022 betroffen. Ginge es nach dem Coach des KSV Hessen, dann würden sich Regionalligisten und unterklassige Ligen vom WM-Terminplan nicht beirren lassen. „Für uns wäre es die einfachste und beste Lösung, wenn sich nichts verändern, und die Winterpause ohne Rücksicht auf die WM weiterhin Mitte Dezember beginnen würde“, sagt Mink. Der Löwen-Coach räumt allerdings ein: „Natürlich sollte der KSV Hessen nicht während des WM-Endspiels ein Punktspiel austragen.“

Rolf Hocke

Tobias Nebe sieht es ähnlich. „Tangiert uns nicht“, sagt der Trainer der Baunataler Regionalliga-Fußballer. Ansonsten stimmt Nebe der Fifa zu und sagt: „Im Sommer ist es zu heiß, aber klimatisierte Stadien in Katar wären aus umweltpolitischen Gründen nicht tragbar.“ Für André Schubert gibt es noch keinen Grund, sich bezüglich des Turniers in Katar den Kopf zu zerbrechen. „Es ist noch so lange hin, und keiner weiß, was bis dahin noch passieren wird. Wenn es so kommen sollte wie geplant, wird es organisatorisch sicher schwierig, das Ganze umzusetzen. Aber auch dafür wird es Lösungen geben“, sagt der aus Kassel stammende deutsche U-15-Nationaltrainer.

Und weiter: „Dieses Thema wird noch einige Gremien beschäftigen, und auch der DFB wird seinerseits auf den Entscheidungsprozess einwirken. Was dann am Ende herauskommt, ist jetzt noch offen.“

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