„EM hat hohen Stellenwert“

ARD-Kommentator Naß über EM in Polen und die Rückkehr zur besten Sendezeit

Einer der bekannteren Spieler in der deutschen Nationalmannschaft: der Neu-Kapitän Steffen Weinhold. Foto: dpa

Kassel. Der Start rückt näher. Am Freitag beginnt die Handball-EM in Polen mit dem Spiel Kroatien gegen Polen.

Anders als im Januar 2015, als Bezahlsender Sky die TV-Rechte gekauft hatte und von der Weltmeisterschaft in Katar berichtete, können die Fans hierzulande nun wieder alle deutschen Partien im frei empfangbaren Fernsehen verfolgen – bei ARD und ZDF. In der Vorrunde zeigt das ZDF die Spiele der Deutschen gegen Spanien (Samstag, 18.15 Uhr) und Slowenien (20. Januar, 17.05 Uhr), bei der ARD gibt es das Duell gegen Schweden (18. Januar, 20.15 Uhr). Wir haben vorab ARD-Kommentator Florian Naß zu diversen Themen befragt. Der 47-Jährige sagt über....

…eine EM im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: „Dieses Turnier hat einen hohen Stellenwert für uns. Das beweist allein schon die Tatsache, dass wir das Vorrundenspiel gegen Schweden zur Primetime ab 20.30 Uhr zeigen. So etwas machen wir längst nicht bei jeder Sportart. Wir werden mit eigenem Übertragungswagen und einem Team vor Ort sein, das von der Größe nicht anders ist als bei den Welt- und Europameisterschaften, von denen wir ab 2006 berichtet haben.“

…Handball zur besten Sendezeit: „Es ist kein Risiko für uns. Zuletzt hatten wir das Viertelfinale der WM 2013 zwischen Deutschland und Spanien um diese Zeit übertragen. Damals hatten wir über 8 Millionen Zuschauer. Diese Zahl werden wir bei einem Vorrundenvergleich vermutlich nicht erreichen. Wir finden den Sendeplatz überaus interessant und haben uns ganz bewusst dafür entschieden, die Begegnung mit Schweden zu zeigen.“

Berichtet für die ARD von der EM: Florian Naß. Foto: nh

…die Aussichten für das deutsche Team: „Es ist zum ersten Mal, dass ich vor einem solchen Turnier in alle Richtungen offen bin: Von Ausscheiden in der Vorrunde bis Halbfinaleinzug ist alles möglich. Die Truppe hat viel Potenzial. Für mich als Reporter ist es interessant, diese Mannschaft bekannter zu machen, weil vielleicht nur zehn Prozent der Zuschauer permanent mit Handball in Kontakt stehen und Spieler wie Niclas Pieczkowski oder Jannik Kohlbacher bereits kennen.“

…die Stars in der deutschen Auswahl: „In die Berichterstattung einsteigen werden wir mit Carsten Lichtlein und Kapitän Steffen Weinhold. Diese Spieler kennt man. Bei der Partie gegen Schweden wird Fachmann Stefen Kretzschmar unser Gast bei Moderator Gerhard Delling sein. Nach und nach rücken auch die anderen Gesichter in den Fokus. Meine Kollegen haben die Lehrgänge des Teams besucht und dabei festgestellt, dass die Jungs sehr aufgeschlossen sind – also nicht anders als die Spieler, die 2007 in Deutschland Weltmeister wurden.“

…die Vorbereitungen auf Polen: „Ich mache keine politische Berichterstattung. Es ist natürlich erschreckend, dass in Polen das Rad zurzeit zurückgedreht wird – Stichwort: Gleichschaltung von Justiz und Medien. Wenn ich in den Hallen etwas sehen sollte, vielleicht auch Transparente gegen die deutsche Europapolitik, dann erwähne ich das.“

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