Handball: Vipers enttäuschen gegen Göppingen im Angriff – Video auf www.hna.de

„Die Alternativen fehlen“

Trainerleben: Während Vipers-Coach Markus Berchten erhöhten Gesprächsbedarf mit seiner Mannschaft hatte, konnte Göppingens Aleksandar Knesevic (rechts) mit seinem Team jubeln. Foto:s  Kaliske

Bad Wildungen. Im Kampf um die Playoff-Plätze in der Handball-Bundesliga der Frauen hat die HSG Bad Wildungen schlechte Karten. Das wohl vorentscheidende Spiel gegen Konkurrent Frisch Auf Göppingen ging am Samstag mit 16:25 (7:11) klar verloren – die Gäste zogen in der Tabelle dank des besseren Torverhältnisses an den Vipers vorbei.

Doch die Tabellensituation war nach dem Schlusspfiff nicht das beherrschende Thema in der Ense-Halle. Vielmehr bereitete die Vorstellung der Gastgeberinnen den Fans und Offiziellen erhebliche Sorgen. Ohne Cristina Mihai und Sabine Heusdens waren die Vipers hilflos und schlicht nicht bundesligareif. Hätte eine von beiden am Samstag spielen können, hätte es wohl gereicht, um ebenfalls keineswegs überzeugende Gäste in die Schranken zu weisen.

Trainer Markus Berchten sah das Debakel kommen. „Für mich ist das keine Überraschung. Wir haben zu wenig Alternativen, um aus neun Metern zu Toren zu kommen“, sagte der Schweizer. Der versuchte alles – personell waren ihm aber die Hände gebunden.

Einzige Ausnahme im Rückraum war Spielmacherin Ruta Latakaite, die mit ihren Einzelaktionen die Vipers lange am Leben hielt. Zwölf Tore markierte Latakaite, nur vier ihre Teamkolleginnen. Eine grausige Bilanz, die viel über die derzeitigen Möglichkeiten der Vipers aussagt. Göppingen, das sich in der Abwehr betont defensiv vorstellte, hatte kaum Mühe, die Bad Wildunger Angriffe zu stoppen. Fast schon leid tun konnten einem die Außenspielerinnen, die aufgrund des fehlerhaften und drucklosen Angriffsspiels ebenso in der Luft hingen, wie die Kreisläuferinnen.

Besonders Marinda van Cappelle hatte auf der halblinken Position keinen guten Tag erwischt, im ersten Abschnitt unterliefen ihr zahlreiche Fehler. „Im Training wirft Marinda Tor um Tor. Nur im Spiel klappt es nicht. Sie setzt sich da zu viel unter Druck“, mutmaßte Berchten.

Meyfarth glücklos

Kaum besser lief es bei Rückkehrerin Esther Meyfarth, die zwar viel versuchte, aber ebenso glücklos blieb, wie Jovana Jovovic. Da sich Tessa Cocx schon nach 41 Minuten die dritte Zeitstrafe einhandelte, konnte auch sie im Rückraum nicht helfen. Zu Beginn lief die Holländerin noch auf der Spielmacherposition auf.

Und die Vorzeichen vor dem Pokalspiel gegen Leverkusen scheinen noch aussichtsloser. Zum einen fehlt mit Meyfarth, sie darf im Pokal nicht spielen, eine weitere Alternative im Rückraum. Und auch auf Außen humpelte Miranda Robben nach dem Schlusspfiff vom Platz. Sie war bereits in der ersten Hälfte umgeknickt, biss aber bis zum Ende die Zähne zusammen. „Langsam wird es zappenduster“, wählte auch Berchten drastische Worte.

Trotz des demütigenden Resultats hatte Berchten auch Positives von seinem Team gesehen. „25 Gegentore sind in Ordnung. Das zeigt, dass wir in der Deckung engagiert gearbeitet haben.“ Viel Hoffnung für das Spiel am Mittwoch gibt das allerdings nicht.

Von Peter Pfeiffer

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