Handball-Bundesliga: Für die Bad Wildunger Vipers geht’s Schlag auf Schlag weiter

„Geben in jedem Spiel Vollgas“

Und sie kämpfen weiter: Cristina Mihai und Team sind nicht unterzukriegen. Schon am Sonntag steht für die Vipers gegen Blomberg-Lippe das nächste Spiel an. Foto: Kaliske

Bad Wildungen. Es ist eine beliebte Floskel von Sportlern, die in der Regel im Erfolgsfall angewendet wird: „Wir denken nur von Spiel zu Spiel.“ Doch wenn Sabine Heusdens, das Rückraum-Ass von Handball-Bundesligist HSG Bad Wildungen das sagt, ist es eine Reaktion auf die anhaltende Ungewissheit der drohenden Insolvenz der Vipers. Denn auch nach dem 27:29 gegen den VfL Oldenburg gibt es keine Tendenz, ob das Team die Saison ordnungsgemäß zu Ende spielen kann und ob es eine Zukunft im Profibereich gibt.

Keine Stellungnahme

Nach HNA-Informationen ist der 22. Januar der Stichtag, bis zu dem Beirat und Gesellschafter Geld akquirieren können, um die Deckungslücke zu schließen. Diese soll am 22. Oktober, als beim Amtsgericht Fritzlar ein Insolvenzvertrag eingereicht wurde, bis zu 300 000 Euro betragen haben. Der vom Amtsgericht bestellte Sachverständige Carsten Koch, der die Bücher des Bundesligisten prüfen soll, ist für eine Stellungnahme seit Wochen nicht zu erreichen. Aber auch Beirat und Gesellschafter schweigen weiterhin. Der Grund dafür ist, dass die Vipers seit dem 2. November, dem letzten Arbeitstag von Geschäftsführer Dirk Ex, handlungsunfähig sind. Und weil bislang kein Mandat erwirkt werden konnte, ist niemand befugt, offizielle Auskünfte zur Zukunft der Vipers zu geben. Immerhin hat allein der Insolvenzantrag sportlich gesehen keine Auswirkungen für das Team.

Team setzt Zeichen

Ein Zeichen gesetzt hat dagegen die Mannschaft. Ein Großteil des Teams verzichtete wie bereits berichtet auf die ausstehenden Gehälter von Oktober bis Dezember, sofern dadurch die Insolvenz abgewendet werden kann. In der Liga verliefen die beiden Auftritte unter Interimstrainer Karsten Moos verheißungsvoll. Erst wurde DJK/MJC Trier mit 28:22 besiegt und damit der erste Saisonsieg eingefahren. Auch beim 27:29 gegen Oldenburg, das allerdings 48 Stunden zuvor noch 29:29 bei Spitzenreiter Buxtehuder SV gespielt hatte, war mehr drin.

In beiden Partien sprang endlich auch wieder der Funke von den Fans über. 750 Zuschauer waren gegen Trier in der Ensehalle, 800 sogar gegen Oldenburg. Für das Team geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter: Sonntag (16 Uhr) spielen die Vipers bei Blomberg-Lippe, kommenden Mittwoch (19 Uhr) gastieren die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern in der Bad Wildunger Ensehalle und am 12. Januar, ab 19 Uhr, misst sich die HSG in Metzingen.

„Wir versuchen weiterhin, die Probleme beiseite zu lassen und geben in jedem Spiel Vollgas“, betont Cristina Mihai und unterstreicht damit die professionelle Haltung in der Mannschaft.

Von Sebastian H. Schmidt

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