Handball

Nach dem Pokal-Aus gegen Oldenburg üben die Vipers Selbstkritik

Eine Mauer aus sechs Vipers-Frauen: Johanna Stockschläder, Jana Pollmer, Annika Busch, Petra Nagy, Sarah van Gulik und Laura Vasilescu (von links) ereilte trotzdem das Pokal-Aus. Foto:  Kaliske

Bad Wildungen. Nach dem Pokalaus der Vipers gegen Oldenburg (19:30; HNA berichtete) fasste Manuela Brütsch die Wildunger Gefühlswelt treffend zusammen. 

„Wir waren hinten zu wenig aggressiv und wir waren vorne zu wenig aggressiv. Das Ergebnis ist zwar etwas gnädiger ausgefallen. Aber wir konnten leider nicht all das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte die Bad Wildunger Torfrau.

Die Partie zwischen den Bundesligisten HSG und VfL kam nur bis zum 4:7 durch Sarah van Gulik (14.) daher wie ein Spiel zwischen Klassenkameraden. Dann kam das Angriffsspiel der Vipers gegen eine starke, mal defensiv, mal offensiver agierende 6:0-Abwehr des VfL fast zum Erliegen. Oldenburg nutzte dagegen jeden der vielen Fehler zu blitzschnellen Gegenstößen, bei denen etwa die starke Rechtsaußen Kira Schnack, Karoline Müller oder Wenzl HSG-Torfrau Brütsch keine Abwehrmöglichkeit ließen.

Spätestens nach dem 5:13 drohte ein Debakel wie im September im Punktspiel (18:35). Die Trommler-Truppe des Vipers-Fanclubs hatte da schon ihr anregendes Getrommel eingestellt, während die VfL-Fans in Grün-Weiß erst richtig auf Touren kamen.

In der zweiten Halbzeit sollte sich an den Kräfteverhältnissen nichts ändern. Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki gab jetzt dem Rest seiner 13 Feldspielerinnen Spielpraxis. Die Vipers agierten dagegen in der Offensive weiter ideenlos und ineffektiv und vergaben durch Nadja Bolze, van Gulik und Annika Busch drei Siebenmeter. Immerhin gelang dem Gastgeber nach schönem Anspiel der ansonsten blassen Laura Vasilescu durch Kreisläuferin Bolze das vorletzte Tor zum 19:29. Nach der Schlusssirene gab es für die Vipers höflichen oder aufmunternden Beifall von den diesmal nicht so üppig gefüllten Rängen. Auch die Wildunger Kreisläuferin gestand nach dem Abpfiff ein, dass die Umsetzung der Vorgaben der Trainerin nicht gelungen war. „Trotzdem, alles was wir gezeigt haben, war nicht negativ. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken“, blickte Nadja Bolze voraus.

Tessa Bremmer war enttäuscht. „Es war auf jeden Fall mehr drin. Wir haben im Angriff ganz schwach gespielt“, sagte die hochschwangere Trainerin der Vipers, „wenn man gegen einen Gegner wie Oldenburg spielt, dann müssen Mut und die richtige Einstellung da sein. Beides hat uns gefehlt.“ Vor dem nächsten Ligaspiel gegen Metzingen will Bremmer nun „an der Einstellung arbeiten. Jetzt müssen wir uns im Training noch mehr anstrengen“.

Bremmers Kollege Leszek Krowicki hatte gut lachen. „Es war ein souveräner Sieg. Wir haben den Gegner ernst genommen und sehr gut verteidigt. Außerdem konnten wir das schnelle Spiel, das unser Spiel ist, durchziehen“, sagte der Pole. (had/ppp)

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