1. Handball-Bundesliga: Bad Wildungen fehlt nun auch noch das Glück

„Nicht belohnt worden“

Bad Wildungen. Sie haben alles gegeben, waren motiviert bis in die Haarspitzen und präsentierten sich bissig und aggressiv. Trotzdem wurde es nichts mit dem zweiten Saisonsieg für die Handballerinnen des Bundesligisten HSG Bad Wildungen. Nach der 24:25 (13:12)-Niederlage im Kellerduell gegen die Vulkan Ladies Koblenz/Weibern standen die Vipers vielmehr erneut mit leeren Händen da.

Dass ausgerechnet Andrea Willimann der entscheidende Treffer für Weibern gelang, ist wie Ironie des Schicksals. Die frühere Kreisläuferin der HSG Bad Wildungen, die bei den Vulkan Ladies auf Linksaußen agiert, setzte den tödlichen Treffer in der letzten Sekunde und traf damit die Vipers mitten in ihr Herz. Die Schweizerin, die nach ihrem zweiten Tor des Abends von ihren Mitspielerinnen frenetisch gefeiert wurde, kommentierte die Szene professionell. „Für Bad Wildungen ist das bitter. Aber ich bin jetzt mit Leib und Seele bei den Vulkan Ladies. Deshalb freue ich mich, dass wir gewonnen haben.“

Karsten Moos wollte nach der Niederlage, nach der es in der 52. Minute beim Stand von 22:18 für die Vipers nicht aussah, das Positive der Partie in den Fokus rücken. „Die Leistung der Mädels war unfassbar, aber leider sind wir nicht für den betriebenen Aufwand belohnt worden“, sagte der junge Trainer der Vipers.

Ein Sonderlob hatte Moos für Alina Otto parat. Die A-Jugendliche hatte über fast 60 Minuten im zentralen Rückraum und auf der rechten Abwehrseite agiert. Nicht wenigen stockte in der ersten Halbzeit der Atem, als sie für Tessa Cocx auf die Spielmacherposition rückte. Doch was sie dann bot, war für eine erst 17-Jährige aller Ehren wert.

Verlassen konnten sich die Vipers ansonsten auf ihre Leistungsträgerinnen: Julia Gronemann im Tor bestätigte einmal mehr ihre Form, auch die drei Holländerinnen spielten alle stark: Sabine Heusdens (zehn Tore), Miranda Robben (nach dem 16:17 vier Treffer in Folge zum 20:17) und Tessa Cocx (4/2).

Allerdings legte die Partie gegen einen ganz schwachen Gegner auch die grundlegenden Probleme offen, die die Vipers haben. Personell gibt es keine Alternativen, somit fehlt am Ende bei fast allen die Kraft, um ein knappes Spiel zu entscheiden.

Und: Das Bad Wildunger Spiel läuft derzeit nur über die linke Seite, rechts gibt es ein großes Leistungsgefälle. Romana Grausenburger, die am Mittwoch zumindest kämpferisch überzeugte, kämpft weiter mit dem Sprung in die erste Bundesliga. Annika Busch ist auf der Position im rechten Rückraum überfordert. Auch sie hat am Mittwoch bis zum Umfallen gefightet, allerdings fehlen der etatmäßigen Rechtsaußenspielerin verständlicherweise die Voraussetzungen, um von dieser Position wirklich Gefahr ausüben zu können.

Es blieb das Geheimnis von Weiberns Trainerin Ildiko Barna, warum sie während des Spiels nicht versuchte, den Bad Wildunger Angriff durch eine kurze Deckung gegen Sabine Heusdens zu stören. Die doppelte Manndeckung in den letzten Minuten gegen Heusdens und Robben war am Ende der Schlüssel zum Sieg.

Ildiko Barna gab sich nach dem späten Erfolg bescheiden. „Gegen Oldenburg haben wir gut gespielt und verloren. Heute waren wir dagegen schlecht und haben gewonnen. Unter dem Strich sind die Punkte das Wichtigste“, sagte die Ungarin, die für die Vipers ein Lob übrig hatte. „Sie haben gut gespielt.“ Allerdings wusste sie bei der Pressekonferenz auch: „Das hilft ihnen derzeit nichts.“

Samstag in Metzingen

Für die Vipers geht die Punktejagd bereits morgen weiter. Ab 19 Uhr gastiert die HSG beim Aufsteiger und Drittletzten TuS Metzingen. „Wir müssen weitermachen, wie gegen Weibern“, fordert Karsten Moos von seinem Team. (ppp/tsp)

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