Neuzugänge der Bad Wildunger Vipers (3): Sina Ritter wagt Neuanfang 

Auf dem Sprung: Sina Ritter will sich bei den Vipers durchbeißen und hat in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterlassen. Foto: Kaliske

Bad Wildungen. Mutig, frech, angriffslustig – so präsentiert sich Sina Ritter in der Vorbereitungsphase bei den Handballerinnen der HSG Bad Wildungen. Stets gehörte sie zu den besten Torschützinnen.

Dank ihrer Schnelligkeit und Stärken in 1:1-Situationen soll die 19-Jährige Miranda Robben auf Linksaußen entlasten. „Miri ist die Nummer eins auf der Position. Von ihr kann ich viel lernen“, sagt die gebürtige Wolfhagerin.

Der Grund für ihre Bescheidenheit ist weniger dem Alter, sondern mehr ihrem Verletzungspech geschuldet. 2009 hatte sie ihre Heimat verlassen, um als Top-Talent im nordrhein-westfälischen Blomberg ihr neues sportliches Glück zu suchen. Kaum angekommen, riss das Kreuzband im rechten Knie. „Das war eine harte Zeit“, blickt sie zurück. Rehamaßnahmen und Physiotherapie standen statt Handball täglich auf dem Programm.

Pause verordnet bekommen

Doch Ritter biss sich zurück. Schaffte es erneut in die Jugendnationalmannschaft, für die sie erstmals 2007 nominiert wurde. Im Sommer 2010 spielte sie Seite an Seite mit Shenia Minevskaja vom deutschen Meister Thüringer HC, die mittlerweile ein Zweitspielrecht bei Zweitligist SG 09 Kirchhof hat, bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Dominikanischen Republik. Da sie zuvor bereits die Vorbereitung bei Blomberg-Lippes Bundesliga-Team mitgemacht hatte, bekam sie eine Pause der Bundestrainerin verordnet. Doch die HSG-Verantwortlichen gönnten der damals 17-Jährigen keine Verschnaufpause. Mit fatalen Folgen: Beim Aufwärmen im Training riss das Kreuzband erneut. Zwei Operationen folgten - und anderthalb Jahre Pause. Diese Fahrlässigkeit kann sie ihren alten Übungsleitern kaum verzeihen.

Ungleich größer war ihre Freude, als sie im März dieses Jahres endlich wieder mit dem Handball üben konnte. „Das war ein großes Glück“. Nicht allerdings für ihren neuen Verein. Denn weil Ritter in Blomberg über die A-Jugend wieder aufgebaut wurde, konnte sie zusammen mit der Ex-Bad Wildungerin Xenia Smits im Viertelfinale um die deutsche Nachwuchs-Meisterschaft dafür sorgen, dass die Nordrhein-Westfälinnen der heimischen HSG keine Chance ließen und am Ende Vizemeister wurden.

Jetzt wagt sie also einen Neuanfang in der Heimat, denn zum Training in die Ense-Halle sind es von ihrem Elternhaus in Altendorf nur 15 Minuten. Zudem haben sich die Prioritäten verlagert. „Der Beruf hat Vorrang. Aber ein Studium lässt sich super mit dem Training vereinbaren“, sagt sie und hat sich nach dem Abitur nun bundesweit in Richtung Grundschullehramt mit den Schwerpunkten Deutsch, Biologie und Sozialwissenschaften beworben. Ideal wäre natürlich ein Studium in Kassel. Das würde ihr mehr zeitliche Räume geben, um sich an der Seite von Kapitänin Robben weiterzuentwickeln. „Für uns hat der Klassenerhalt Priorität. Aber vielleicht geht ja noch etwas mehr“, sagt Ritter und bleibt sich so treu: eben frech, mutig, aber mit der nötigen Portion Demut.

Von Sebastian Schmidt

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