Kein Ergebnis über Abfindung für Coach Jeppesen - Wennerlund muss gehen

„Triebe uns in die Insolvenz“

Als Zaungast in der Ensehalle: Der Däne und frühere Trainer Sören Jeppesen war unter den Zuschauern. Foto:  Kaliske

Bad Wildungen. Sören Jeppesen verfolgte am Mittwoch den Auftritt seiner ehemaligen Mannschaft gegen Oldenburg. Am Dienstag kehrte der Mitte Dezember beurlaubte Trainer des Handball-Bundesligisten HSG Bad Wildungen in die Badestadt zurück, um mit den Verantwortlichen der Vipers über die Auflösung seines bis Juni 2013 befristeten Vertrages zu verhandeln.

Fortschritte gibt es bislang nicht. Die Fronten sind verhärtet. „Wir haben da noch kein Ergebnis“, sagte der Däne gestern vor dem Anpfiff der Partie. Und auch Geschäftsführer Dirk Ex gab sich pessimistisch, die heikle Angelegenheit schnell zu den Akten legen zu können. „Wir liegen noch sehr weit auseinander.“ Kommt es zu keiner Einigung, will Ex auch den Gang vor das Arbeitsgericht nicht ausschließen, um die Höhe der Abfindung klären zu lassen.

Das Problem: Jeppesen soll für die Auflösung seines Vertrages weiter eine Abfindung verlangen, die sich ungefähr an dem zustehenden Gehalt bis November 2012 orientieren soll. Dies will und kann Ex aber nicht bezahlen. „Wenn wir diese Einmalzahlung tätigen würden, würde uns das in die Insolvenz treiben“, verdeutlichte der Geschäftsführer angesichts der immer noch ungelösten finanziellen Sorgen der Vipers. So lange es zu keiner Lösung kommt, muss die HSG Jeppesen weiter sein Gehalt bezahlen.

Jeppesen selber sieht sich derzeit nicht unter großem Druck. Der 37-Jährige will zwar in Deutschland bleiben, glaubt aber, erst zu Beginn der neuen Saison einen neuen Arbeitgeber zu finden. Und darauf hoffen die Vipers insgeheim: Denn um bei einem neuen Verein anfangen zu können, muss erst der bestehende Vertrag bei den Vipers aufgelöst werden.

Unterdessen hat der Sparkurs der Vipers ein weiteres Opfer gefunden. Wie Ex bestätigte, wird sich der Verein vom Marketing-Beauftragten Sören Wennerlund trennen. Wennerlund kam erst im Dezember 2010 zu den Vipers, als sich der Verein der ersten großen finanziellen Krise gegenüber sah. Wennerlund arbeitete bei den Vipers auf Honorarbasis - deswegen konnte der Vertrag problemlos für Ende Januar gekündigt werden.

Gestern noch fungierte Wennerlund als Hallensprecher bei der Partie gegen Oldenburg, soll allerdings laut Ex Anfang der Woche freigestellt werden. Als neuer Hallensprecher ist Dirk Mundhenke im Gespräch, wie der Geschäftsführer gestern erklärte.

Auch wenn die Vipers mit der Trennung von Wennerlund bis zur Mitte des Jahres rund 15 000 Euro sparen sollen, soll die Etatlücke weiter rund 90 000 Euro betragen. Damit ist trotz aller Anstrengungen die Zukunft des Erstliga-Handballs in Bad Wildungen nicht gesichert.

Von Thorsten Spohr

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