1. Bundesliga

Bietigheim verschärft mit starker Deckung Lage in Bad Wildungen

Ein Aufreger: Bietigheims Tea Grubisic (am Boden) unterbindet unfair eine schnelle Spielfortsetzung von Nadja Bolze (am Ball), bekommt dafür aber keine Zeitstrafe. Sehr zum Ärger der Vipers (von links) Jana Pollmer, Trainerin Tessa Bremmer, Lisa-Marie Berz, Marie-Theres Raum (verdeckt) und Torfrau Manuela Brütsch. Foto: Kaliske

Bad Wildungen. Noch ist das „K-Wort“ tabu. Noch will Tessa Bremmer nichts von einer Krise wissen.

Auch nach der vierten Niederlage in Serie, dem 22:28 (11:12) in der 1. Handball-Bundesliga gegen die SG BBM Bietigheim, stellt sich die Trainerin der HSG Bad Wildungen Vipers vor ihr Team und sagt: „Ich finde es schade, dass wir soviel Kritik bekommen. Wir stehen und standen in dieser Saison noch nie auf einem Abstiegsplatz.“

Auch gegen Bietigheim stimmte die Einstellung. Gestützt auf Sarah van Gulik und Petra Nagy im Mittelblock stand die 6:0-Deckung sicher. Ebenso auf der Gegenseite Hanna Maria Yttereng und Isabelle Jongenelen, die sich trotz einer Oberschenkelverletzung in der dritten Minute durchbiss.

Über 2:0 (4.) und 4:2 (8.) ließ es sich gut an. Dann aber gaben die Gäste mehr und mehr den Ton an. Bad Wildungen geriet regelmäßig ins Zeitspiel, wirkte nicht zielstrebig genug im Angriff und haderte mit den Unparteiischen: „Sie haben uns gesagt, wir sollen uns bei den Toren nicht so doll freuen. Der Gegner durfte Angriffe länger spielen, ohne dass Zeitspiel angezeigt wurde und dreimal wurden Anspiele am Kreis abgepfiffen, obwohl alles sauber war“, ärgerte sich Bremmer. Weitere Puzzleteile der fünften Heimniederlage waren zwei glückliche Tore von Zana Maric, weil der Ball jeweils abgefälscht zum 5:5 (12.) und 9:10 (24.) jeweils über die Linie trudelte.

Nach der Pause bekamen die Vipers dann eine Lektion erteilt. In der Form, dass Abstiegskampf nur im Verbund funktioniert. „Ich musste immer wieder hören, dass Bietigheim keine Mannschaft hat. Das sollen andere beurteilen, aber ich habe heute wieder ein Team mit viel Herz gesehen, das einen weiteren nach vorn gemacht hat“, sagte Bietigheims Coach Martin Albertsen.

Der Däne konnte sich auf Anna Wysokinska verlassen. Erst parierte die polnische Torfrau gegen die freie Bolze, dann am Kreis gegen van Gulik (36.), die sie im ersten Durchgang schon mit zwei Paraden genervt hatte. Umgekehrt verwertete Bietigheim seine Chancen nun konsequent und zog binnen acht Minuten auf 17:12 davon. Bremmer stellte um und brachte Außen Miranda Schmidt-Robben für die glücklose Bolze an den Kreis.

Das änderte ebenso wenig wie eine Umstellung auf eine 4:2-Deckung mit Annika Busch und Johanna Stockschläder als Zerstörerinnen. Denn immer dann, wenn die Vipers zur Aufholjagd blasen wollten, hatte das Albertsen-Team eine bessere Antwort parat. Und hinterließ neben schweigenden Bad Wildunger Spielerinnen die berechtigte Sorge, dass die Krise bei der HSG naht, weil mit Oldenburg (22.2.), Thüringer HC (25.2.), Leipzig (4.3.) und Buxtehude (14.3.) in den kommenden fünf Partien die besten Vier der Liga warten.

Von Sebastian Schmidt

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.