HSG Bad Wildungen mit knapper 28:30-Niederlage beim hohen Favoriten

Vipers bringen Meister Bietigheim an den Rand einer Niederlage

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Hochgestiegen: Die Bad Wild unger Rechtsaußen Anna Frankova (rechts) beim Sprungwurf gegen die Bietigheimerin Maren Nyland Aardahl.

Bietigheim. Nur knapp verpasst hat die HSG Bad Wildungen die Überraschung in der Handball-Bundesliga der Frauen: In Bietigheim waren die Vipers beim 28:30 dem Meister nahezu ebenbürtig. 

Trainerin Tessa Bremmer musste nach dem Schlusspfiff erst einmal nach den passenden Worten ringen. Ihre Spielerinnen hatten bei der SG BBM Bietigheim die richtige Reaktion gezeigt, brachten den Meister an den Rand einer Niederlage. „Nach solch einem Ergebnis ärgert man sich normalerweise über die Mannschaft, aber der kann ich absolut keinen Vorwurf machen“, sagte Bremmer.

In Sachen Schiedsrichter war das schon anders. Besonders mit der Zeitstrafe beim 27:27 (55.) gegen ihre mit neun Toren überragende Werferin Sabine Heusdens und einem Siebenmeterpfiff von Thomas Hörath und Timo Hofmann 107 Sekunden vor Schluss, den Kim Naidzinavicius zum 29:28 nutzte, war sie nicht einverstanden. Bevor sich Laura van der Heijden 31 Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden 30:28 durchtankte, hatte auf der Gegenseite die sechsfache Torschützin Maria Ines Da Silva Pereira in Unterzahl mit ihrem Treffer zum 28:27 knapp vier Minuten vor dem Ende die SG BBM geschockt.

„Alles, was letzte Woche nicht gut gelaufen ist, haben wir deutlich besser umgesetzt. „Wir waren vorne viel torgefährlicher, haben mit viel Zug zum Tor gespielt. In der Abwehr haben wir viel kompakter gestanden, viel aggressiver gedeckt und hatten eine gute Torhüterleistung von Manuela Brütsch“, sagte Bremmer und war zu Recht stolz auf ihr Team. Dabei lief es bis zur Bietigheimer 10:6-Führung (21.) wie erwartet. Doch die HSG wehrte sich und agierte mutig. Kurz vor der Pause hatte Marieke Blase beim 14:13 sogar die erste Vipers-Führung erzielt (30.). Zwar rutschte Brütsch noch ein Ball von Anna Loerper zum 14:14-Pausenstand durch die Finger, doch das war der einzige Fehler der starken Schweizerin.

Die Körpersprache stimmte bei den Vipers, die genau dort anknüpften, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Beim 20:17 (39.) und 25:22 (45.) lagen sie sogar mit drei Toren vorne. „Wir haben uns unglaublich gesteigert. Sabine Heusdens hat jetzt ein super Spiel gemacht. Maria Pereira war sehr torgefährlich“, sagte Bremmer. Beide Rückraumkräfte ließen mit ihren präzisen Distanzwürfen die Bietigheimer Defensive blass aussehen.

„Wir haben eine extrem junge Mannschaft und da fehlt in den Spielen, in denen es am Ende spannend ist, so ein bisschen die Erfahrung“, suchte Bremmer nach einer Erklärung, warum es doch nicht ganz zur Sensation gereicht hatte. „Wenn man gegen Bietigheim so spielt und das von Minute eins bis 60 durchziehen kann und ein Unentschieden verdient hat, kann man aus dem Spiel extrem viel mitnehmen“, sagte Bremmer.

Von Bernhard Gaus 

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