Handball-Pokal: HSG Bad Wildungen verliert gegen Thüringer HC deutlich 17:34

Vipers ohne jede Chance

Vipers am Boden: Andrea Mertens und ihre Teamkolleginnen waren im Pokalspiel gegen den Thüringer HC chancenlos. Mit 17:34 ging das Spiel verloren. Foto: Kaliske

Bad Wildungen. Wie erwartet völlig chancenlos waren die Bad Wildunger Vipers in der zweiten Runde des DHB-Pokals. Gegen den Deutschen Meister Thüringer HC verlor der Bundesligist mit 17:34 (9:18). Gruselig war auch die Zuschauerzahl: Bestenfalls 300 Fans, davon mehr als 50 Anhänger des THC, wollten den Auftritt der Vipers sehen. „Wir haben heute gegen ein europäisches Spitzenteam gespielt. Und wir waren völlig chancenlos“, musste Trainer Markus Berchten anerkennen, der allerdings hinzufügte: „Dass es so schlimm kommt, muss nicht sein.“

Die Gastgeberinnen traten ohne die Stammspielerinnen Annika Busch und Sabine Heusdens an. Diese Hypothek konnten die Vipers zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd kompensieren. Im Angriff und in der Abwehr präsentierten sich die Bad Wildungerinnen unterlegen.

Das war schon zu Beginn der Partie der Fall, als Berchten im Rückraum mit Laura Vasilescu auf der Heusdens-Position begann und mit Miranda Robben auf der Mitte. Torgefahr entstand, wenn überhaupt, nur aus den Aktionen von Cristina Mihai – ansonsten blieben die Vipers-Angriffe im Ansatz stecken. Die Laufwege stimmten nicht, Spielzüge wurden teilweise im Halbfeld angezogen, die THC-Abwehr hatte einfaches Spiel.

Ganz schwach agierte einmal mehr die zu Beginn auf Linksaußen aufgebotene Spanierin Rebeca Cembranos Bruzon. Zur Erinnerung: Sie wurde zu Saisonbeginn als Spielmacherin verpflichtet und im Pokalspiel nach zehn Minuten gegen die A-Jugendliche Andrea Mertens ausgetauscht. Auch Ramona Grausenburger und Vasilescu enttäuschten auf der ganzen Linie.

Trainer Berchten nutzte schon früh die Gelegenheit, seinen jungen Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben. Denn schon nach zwölf Minuten war beim 4:10 der Rückstand groß und er wuchs bis zur 22. Minute erstmals auf zehn Tore an (7:17). Einzig der guten Torhüterin Manuela Brütsch und der Nachlässigkeit des Deutschen Meisters in Sachen Chancenverwertung war es zu verdanken, dass es nicht schon im ersten Abschnitt zu einem rekordverdächtigen Debakel kam.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich im Spiel wenig – wobei sich die Pokalpartie mehr und mehr zu einem Trainingsspiel entwickelte. Der THC blieb klar tonangebend, versäumte es aber, aufgrund einer zeitweise schwachen Trefferquote, den Vorsprung weiter auszubauen. Die Möglichkeiten dazu gab es zu Hauf, denn die Vipers ergaben sich mit fortschreitender Spielzeit völlig in ihr Schicksal – mit Ausnahme von Julia Gronemann, die nun das Tor hütete.

Selbst in Überzahl konnte die HSG den THC nicht in Bedrängnis bringen, acht Tore im zweiten Abschnitt zeugen von einer Chancenlosigkeit, die auch nicht mit dem Fehlen von zwei Stammspielerinnen zu erklären ist. Am Ende gewann der Thüringer HC sicher mit 34:17 und die Vipers waren damit noch gut bedient.

Verabschiedet wurde nach dem Spiel Betreuer Peter Ullrich, der nach sechs Jahren freiwillig sein Amt abgab und sich auf die Arbeit mit der zweiten Mannschaft konzentrieren will.

Von Thorsten Spohr

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