Markus Berchten nicht mehr Coach bei Vipers

Neun Spiele, neun Niederlagen: HSG Bad Wildungen wechselt Trainer

Nach knapp einem Jahr ist für ihn als Trainer in Bad Wildungen Schluss: Die Wege von Markus Berchten und dem Handball-Bundesligisten haben sich getrennt. Foto: Kaliske

Bad Wildungen. Markus Berchten ist kein Trainer der HSG Bad Wildungen mehr. Am Donnerstagmittag bestätigten die Vipers per Pressemitteilung das, was sich schon nach der Niederlage am Mittwoch gegen Buxtehude abzeichnete.

Die Wege des Schweizers und des Frauenhandball-Bundesligisten haben sich getrennt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, dieser soll während der nun folgenden EM-Pause gesucht werden.

Berchten wird sich demnach komplett aus dem Bereich der Bundesligamannschaft zurückziehen, auch als sportlicher Leiter. Der Schweizer wird nur noch bis zum Saisonende die weibliche A-Jugend der HSG Bad Wildungen trainieren. Unmittelbar nach dem 24:32 gegen Buxtehude hatte Berchten die Mannschaft über die Trennung informiert, die laut Pressemitteilung einvernehmlich erfolgte.

Die Gründe liegen laut Berchten in den finanziellen Turbulenzen, in denen die Vipers stecken. Seit zehn Monaten hätte der ehemalige Trainer, der auf Honorarbasis für den Verein arbeitete, kein Geld mehr von den Vipers bekommen, trotz mehrmaliger Versprechen. Das bestätigt auch Dirk Ex: „Es sind noch Beträge offen“, erklärte der ehemalige Geschäftsführer.

Allerdings spürte Berchten auch, dass der Gegenwind in den vergangenen Wochen aufgrund der sportlichen Talfahrt zunahm. Bei den Zuschauern war der Schweizer ohnehin nie unumstritten. Im Zuge der finanziellen Probleme nahm aber auch der Druck in den Gremien deutlich zu. Während Berchten vor allem bei Gesellschafterin Katharina Merck hoch im Kurs stand, war das Verhältnis zu einer Sponsorengruppe um den Beiratsvorsitzenden Jochen Backhaus, die im Hintergrund ein Zukunftskonzept erarbeitet, eher angespannt.

Dies soll Anfang dieser Woche deutlich geworden sein, wie Berchten bestätigte. „Das war unterschwellig zu spüren, dass es Konflikte gibt.“ Angesichts der Differenzen wollte Berchten schon am Montag seinen Rücktritt erklären, er sei aber von den Gesellschaftern gebeten worden, bis zum Buxtehude-Spiel im Amt zu bleiben. Schon beim letzten Sponsorenfrühstück war Berchten laut HNA-Informationen stark kritisiert worden.

Die sportliche Bilanz Berchtens in dieser Saison ist ernüchternd, nachdem er vor einem Jahr als Nachfolger des entlassenen Sören Jeppesens einige bemerkenswerte Erfolge feierte. Derzeit aber steht das Team auf dem letzten Tabellenrang. Bislang kassierten die Vipers in neun Spielen neun Niederlagen.

In Sachen Insolvenzantrag laufen im Hintergrund weiter Bemühungen, die Zukunft der Vipers zu sichern. Am 23. November soll beim nächsten Sponsorenfrühstück ein Konzept verabschiedet werden. Jochen Backhaus ist guter Hoffnung, dass es gelingen wird, den Spielbetrieb bei der HSG zu sichern. Berchten ist da deutlich pessimistischer: „Ich glaube nicht mehr daran, dass die Vipers gerettet werden können.“

Von Thorsten Spohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.