Handball: Ex unterschreibt Antrag auf Rücknahme

Vipers wenden die Insolvenz ab

Bad Wildungen. Sportlich sieht es nach dem Wechsel von Cristina Mihai schlecht aus, immerhin mehren sich die Anzeichen, dass die Bad Wildunger Vipers finanziell die Kurve bekommen. Gestern haben die Vipers beim Fritzlarer Amtsgericht die Rücknahme des Insolvenzantrags eingereicht. Dies bestätigte Wolfgang Nawrotzki, Vorsitzender des VfL Bad Wildungen – der Verein ist zusammen mit Katharina Merck und Alexander Eysert Gesellschafter der Spielbetriebs-GmbH.

„Die Gesellschafter haben beschlossen, den Insolvenzantrag zurückzunehmen“, so Nawrotzki. Schon am 31. Dezember beantragte dies Merck im Namen der Gesellschafter, allerdings wurde dies vom Amtsgericht nicht anerkannt, da Dirk Ex trotz seiner Kündigung vom Herbst weiterhin als Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen ist.

Erst gestern unterschrieb der Bad Nauheimer den Antrag auf Rücknahme der Insolvenz, verbindet damit aber auch eine klare Forderung: „Ich möchte als Geschäftsführer ausgetragen werden.“ Bislang wurde Ex dies seitens der Gesellschafter verweigert – das Verhältnis des Bad Nauheimers ist vor allem zu Merck sehr angespannt.

Seinen Wunsch habe Ex gestern auch Uwe Gimpel verdeutlicht. Gimpel ist Mitglied der Sponsorengruppe, die die Vipers auf gesunde wirtschaftliche Beine stellen will. „Uwe Gimpel steht bei mir im Wort, dass ich aus dem Handelsregister ausgetragen werde.“ Dagegen würde nach Meinung von Ex nichts mehr sprechen, zumal in dem Schreiben von Merck an das Amtsgericht stehen würde, dass die Zahlungsfähigkeit wieder gewährleistet sei. Der Beirat solle laut Ex nun auf die drei Gesellschafter entsprechend Druck ausüben.

Allerdings: Die Vipers sind auch auf eine neue Geschäftsführung angewiesen, um frühzeitig die neue Saison planen zu können. Im Hintergrund laufen entsprechende Bemühungen. Ob in Zukunft hauptamtlich oder ehrenamtlich agiert werden soll, wird laut Nawrotzki derzeit intern geklärt. Laut Nawrotzki ist die Saison mittlerweile finanziell abgesichert, erhöhte Zuwendungen von Sponsoren und der massive Gehaltsverzicht der Spielerinnen haben die Lage entschärft.

Desaster droht

Sportlich droht nun allerdings ein Desaster. Neben Mihai hat sich nach Nawrotzkis Angaben ebenfalls die Spanierin Rebeca Cembranos-Bruzon mittlerweile abgemeldet, Laura Vasilescu wird mit Ligakonkurrent Koblenz/Weibern in Verbindung gebracht – auch die Rumänin hat dem Gehaltsverzicht nicht zugestimmt. Damit bleibt im Rückraum nur noch Sabine Heusdens übrig, der Bad Wildunger Kader ist nun alles andere als bundesligareif.

Die Zeichen bei den Vipers stehen damit klar auf Abstieg, wobei die zweite Bundesliga laut Nawrotzki auch „kein Beinbruch ist, wenn die Gesellschaft dafür einen sicheren Finanzrahmen bekommt“. In Liga zwei könne sich der Verein in Ruhe konsolidieren, Verträge von Sponsoren und Spielerinnen würden auch in dieser Klasse gelten. (tsp)

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