Bad Wildungen verliert nach 12:9-Führung

Klare Niederlage für Vipers bei Blomberg-Lippe

Zwei gegen eine: Die Bad Wildunger Linksaußen Anna-Maria Spielvogel wird von Myrthe Schoenaker (links) und Ann Kynast (Blomberg-Lippe) attackiert.
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Zwei gegen eine: Die Bad Wildunger Linksaußen Anna-Maria Spielvogel wird von Myrthe Schoenaker (links) und Ann Kynast (Blomberg-Lippe) attackiert.

Trotz einer zwischenzeitlichen Führung unterlag Handball-Bundesligist HSG Bad Wildungen in Blomberg deutlich mit 22:36.

Blomberg - 20 Minuten sah es in der Sporthalle an der UImenallee so aus, als würden die Erstligahandballerinnen HSG Bad Wildungen nach dem in der Höhe unerwarteten 37:27-Sieg bei Frisch Auf Göppingen bei der HSG Blomberg-Lippe die nächste Überraschung schaffen. Rein gar nichts deutete daraufhin, dass die Südwaldeckerinnen noch mit 22:36 (14:17) nach einer in der Folgezeit indiskutablen Leistung untergehen würden.

Mit 12:9 führten die Vipers zu diesem Zeitpunkt beim Überraschungsvierten. Nach dem der bisherige Neunte bis zum 4:4 (7.) vorgelegt hatte, hatte sich der Gast schon beim 7:4 (12.) auf drei Treffer absetzen können.

Torfrau Brütsch herausragend

Gestützt auf die bis dahin mit acht Paraden wie schon in Göppingen herausragende Torfrau Manuela Brütsch lief alles nach Plan. Während die Schweizerin, die in 46 Minuten Einsatzzeit 17 Bälle parierte und die einzige gute Gästespielerin war, hinten fast alles hielt, war vorne die Ex-Blombergerin Munia Smits vorne der Aktivposten beim derzeitigen Zehnten.

Doch nach dem zweiten Fehlpass der kurz zuvor für Smits eingewechselten Larissa Platen, die ein Totalausfall war, einem Fangfehler von Linksaußen Anna-Maria Spielvogel, Fehlwürfen von Platen, Smits bei einem Siebenmeter gegen Melanie Veith und der blassen Kira Schnack sowie Abwehrpatzern von Platen, Jana Scheib (drei) und der fahrigen Struijs hatte Blomberg beim 14:12 (27.) innerhalb kürzester Zeit das Kommando übernommen. Daran hatte auch Bremmers Auszeit beim 12:13 (25.) nichts ändern können. Nach dem 17:14 zur Pause kam Bremmers zweite beim 15:23 (38.) viel zu spät. Denn Blomberg war nach dem 8:2-Lauf vor der Pause mit einem 5:0-Run, 21:14 (34.), in Hälfte zwei gestartet. Damit war die Partie schon entschieden.

„Ich hatte der Mannschaft in der Halbzeit klare Vorgaben gegeben, da hätte ich ihr fünf Minuten später in einer Auszeit auch nichts anderes sagen können. Und dass unser Rückzugsverhalten katastrophal war, konnte ich von außen auch reinschreien“, begründete Bremmer ihr Verhalten.

Dass sie zur Pause Lea Schüpbach für Brütsch gebracht hatte, „weil Manu nach ihren ersten 22 überragenden Minuten nur noch einen Ball gehalten hat“, war zwar noch nachvollziehbar, nicht aber ihre Maßnahme die schwache Schüpbach bis zur 44. Minute, 16:29, auf dem Feld zu lassen, obwohl diese gerade einmal einen Ball abwehren konnte. „Natürlich hätte ich Manu früher zurückbringen können“, gab Bremmer zu, der Schüpbach „leid tat, weil sie von der Abwehr im Stich gelassen wurde“.

Die 6:0-Formation agierte im zweiten Durchgang nicht mehr als Verband, sondern war eine Ansammlung von Einzelspielerinnen, sodass Blomberg leichtes Spiel hatte, bis auf 32:18 (49.) davonzuziehen – dabei gelang ein unfassbarer 23:6 (!)-Zwischenspurt.

Bremmer sehr enttäuscht

Dabei nutzte die gastgebende HSG die Fehler der Vipers zu einfachen (Gegenstoß)-Toren aus. Von deren Einwechselspielerinnen drängte sich keine auf, wobei Marieke Blase sehr unglücklich agierte. „Wir haben super angefangen und 20 Minuten lang taktisch sehr gut und auch in der Abwehr mit viel Bewegung gespielt, bevor wir einfach komplett zusammengebrochen sind“, bilanzierte Bremmer.

Für sie hatte das Dilemma „mit den Wechseln“ begonnen. „Ich bin sehr enttäuscht. Von der Mannschaft ist niemand aufgestanden. Blomberg hat in allen Belangen 80 Prozent mehr als wir gegeben“, ärgerte sie sich, dass sich ihr Team nicht aufgebäumt hatte.

Viel Zeit die Pleite aufzuarbeiten, haben die Vipers wegen des Nachholspiels am Mittwoch (19 Uhr) gegen die TuS Metzingen nicht. „Nach fünf guten Spielen gehört so ein Scheißspiel auch einmal dazu. Wir können nur froh sein, dass uns das in Blomberg und nicht in Göppingen passiert ist“, brachte es Bremmer auf den Punkt.

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