Handball: HSG Bad Wildungen feiert 35:19-Pflichtsieg gegen Albstadt

Bad Wildungen. Eines lag Gernot Weiss am Samstag besonders am Herzen. „Was wir brauchen ist Geduld“, mahnte der Trainer des Handball-Zweitligisten. „Wenn das alle - Trainer, Mannschaft, Umfeld und Fans - haben, dann ist mit diesem Team einiges möglich.“

Auf das gerade gesehene Spiel gegen die HSG Albstadt (35:19) zielte das Weissche Plädoyer für mehr Geduld jedoch nicht in erster Linie. Die Gedanken des Melsungers hatten ihren Ursprung eine Woche zuvor: Bei der Auswärtsniederlage in Dortmund und dem Thema Auswärtsschwäche.

„Wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, sagte der Bad Wildunger Trainer während der Pressekonferenz zu den Fans. „Man kann von unserer Mannschaft nicht erwarten, dass sie jeden Gegner in dieser Liga wegfegt.“ Mit 8:4 Punkten stehe sein Team nicht schlecht da und habe weiter alle Chancen, die Playoff-Plätze zu erreichen.

Wie zur Unterstützung bestellt flimmerte kurz darauf über den Videotext das Ergebnis des Nellinger Kantersieges (45:24) in Mainzlar. „Die haben wir zu Hause geschlagen“, erinnerte Weiss die Fans daran, was seine Spielerinnen in der Lage sind zu leisten. Rückschläge seien normal. „In Dortmund oder Weibern werden auch andere Topteams der Liga verlieren.“

Geduld war zuvor ebenfalls im Spiel angesagt. 20 Minuten brauchte die HSG Bad Wildungen, um gegen eine erschreckend schwache HSG Albstadt in Fahrt zu kommen. Bis zum 7:7 (20.) konnte der Aufsteiger die Partie ausgeglichen gestalten, was aber eher an der fahrigen Vorstellung der Gastgeberinnen lag, die in Angriff und Abwehr Probleme hatten.

Auf den Druck nach der Niederlage in Dortmund wollten das die Spielerinnen nicht schieben. Miranda Robben gab aber zu: „Wir mussten uns erst wieder finden. Wir wollten vielleicht zu viel.“ Einzig Christina Mihai strahlte in dieser Phase wirkliche Torgefahr aus, vier der ersten sechs Treffer gingen auf das Konto der Rückraumspielerin.

Stabilität fand die HSG erst über die Abwehr, die den harmlosen Gästen fortan immer mehr den Zahn zog. Über schnelle Gegenstöße erspielte sich die HSG innerhalb weniger Minuten einen 16:10-Halbzeitvorsprung. Nach dem Wechsel dauerte es nicht lange, ehe Bad Wildungen erstmals mit zehn Toren in Führung lag (20:10, 34.). Stark spielte nun vor allem die pfeilschnelle Miranda Robben, die sich immer wieder im Tempospiel in Szene setze und am Ende 13 Tore auf ihrem Konto hatte.

Einziges kleines Manko: Im Positionsangriff lief es auch in Hälfte zwei noch nicht immer rund. Weiss sah hier allerdings die Ursache bei den überforderten Gästen. „Wir haben zuletzt vor allem gegen Topteams gespielt, wo selten Raum da ist. Heute war plötzlich zu viel Raum da. Da mussten sich die Spielerinnen auch erst dran gewöhnen, die Entscheidung zu treffen, gleich auf das Tor zu ziehen, anstatt noch einmal zu passen.“ Ähnlich sah es Robben, die von ihren Mitspielerinnen forderte: „Wir müssen alle mehr auf das Tor gehen, nicht zu viel seitwärts. Wenn die Lücken da sind, müssen wir die Tore machen.“

Alles in Allem war für Weiss der Sieg und die Vorstellung seines Teams zufriedenstellend. „Ein 35:19 ist in Ordnung. Wir haben heute nicht geglänzt. Ich wünsche mir ohnehin, dass wir in den Spielen glänzen, in den wir glänzen müssen.“ Auch hier ist also ein wenig Geduld gefragt.

Von Thorsten Spohr

Rubriklistenbild: © Kaliske

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.