Dopingvowürfe

IAAF-Kongress: Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

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Athleten wie der Geher Sergej Kirdjapkin dürfen weiterhin nicht starten. 

Die russischen Leichtathleten werden vom Leichtathletikverband IAAF weiterhin gesperrt. Das bestätigte der Kongress des Verbands. 

London - Russlands Verbands-Chef bittet für den systematischen Dopingbetrug ein bisschen um Pardon, doch die Leichtathletik-Welt bleibt hart: Die Mitglieder der IAAF haben den Bann gegen Russland bestätigt. Einen Tag vor Beginn der Weltmeisterschaften in London am Freitag votierten auf dem IAAF-Kongress 166 Verbände für eine Verlängerung des wegen des Dopingskandals seit November 2015 bestehenden Ausschlusses. 21 Verbände stimmten dagegen. Für die ersten beiden Dopingfälle sorgte derweil die Ukraine.

"Ich möchte mich vor allem bei den Athleten entschuldigen, deren Siege auf unehrliche Art gestohlen wurden", sagte Dmitri Schljachtin, Präsident des russischen Verbandes RusAF, bei seiner Rede vor dem Kongress und übte sich in Demut. Nach seiner Amtsübernahme zu Beginn des Jahres 2016 sei "das Ausmaß der Krise in Russland" zunächst schwierig zu überblicken gewesen: "Aber ich habe mich eingehend mit der Situation befasst und verstehe, dass die Entscheidung der IAAF (zur Sperre Russlands, die Red.) die richtige war."

Dopingfall im ukrainischen Lager

Erst am Montag hatte das IAAF-Council die Suspendierung Russlands verlängert. In London sind aber insgesamt trotzdem 19 russische Sportler als neutrale Athleten zugelassen. Die Sportler um Hochspringerin Maria Lasizkene, die dieses Jahr schon 2,06 m überquerte, dürfen aber nicht das russische Nationaltrikot tragen, bei einem WM-Titel würde auch nicht die russische Hymne gespielt - sondern die der IAAF. Auch die russische Flagge wird nicht gezeigt.

Für den ersten Skandal sorgten am Donnerstagabend dann die Ukrainer. Olesja Powch, ehemalige Hallen-Europameisterin über 60 m, und Olga Semlijak, Olympiasiebte über 400 m, wurden wegen der Einnahme verbotener Substanzen vorläufig gesperrt. Das teilte die unabhängige Integritätskommission (AIU) der IAAF mit. Zuvor hatte die Ukraine die Athletinnen ohne Angabe von genaueren Gründen aus dem Aufgebot für die Titelkämpfe (4. bis 13. August) gestrichen. Zudem wurde auch ein Trainer ausgeschlossen.

Wann Russlands Bann aufgehoben wird, steht nach der Kongress-Entscheidung weiter in den Sternen. Zumal die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) noch einen weiten Weg zu einer vollständigen Wieder-Zulassung durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vor sich hat - und die IAAF hatte diese Zulassung zuletzt stets als Bedingung für eine Rückkehr gemacht.

Russlands Verband muss weitere Auflagen erfüllen

Laut WADA muss die RUSADA noch weitere zwölf Auflagen auf ihrem Reformweg erfüllen. Nach der Erfüllung der ersten 19 Auflagen hatte die WADA der RUSADA am 27. Juni eine Teilzulassung erteilt. Die vollständige Zulassung hat die WADA für den Beginn des kommenden Jahres in Aussicht gestellt - falls die RUSADA zwei Untersuchungen besteht.

Zu den zwölf Auflagen gehört die öffentliche Anerkennung des McLaren-Reports durch die Verantwortlichen des russischen Sports - dazu gehören laut WADA neben der RUSADA auch das Sport-Ministerium und das Nationale Olympische Komitee. Sollte die RUSADA die Auflagen erfüllen und eine für September anvisierte Untersuchung bestehen, wird es vier Monate später eine erneute Untersuchung durch die WADA geben.

Seit dem 27. Juni ist es der RUSADA wieder erlaubt, unter der Kontrolle internationaler Experten und der britischen Anti-Doping-Agentur UKAD Dopingtests zu koordinieren und durchzuführen.

sid

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