Liebe zum Adrenalin-Kick

Maja Mogge ist eine von 50 Barfuß-Wasserskifahrerinnen in Deutschland

Die 17-Jährige Maja Mogge aus Fuldabrück-Bergshausen ist eine von nur knapp 50 Menschen deutschlandweit, die Barfuß-Wasserski betreiben.
+
Die 17-Jährige Maja Mogge aus Fuldabrück-Bergshausen ist eine von nur knapp 50 Menschen deutschlandweit, die Barfuß-Wasserski betreiben.

Maja Mogge aus Bergshausen hat ein ungewöhnliches Hobby: Sie läuft Barfuß-Wasserski – das machen deutschlandweit laut Sven Leichsenring vom Deutschen Wasserski und Wakeboard Verband (DWWV) nur knapp 50 Menschen.

Fuldabrück - „Ich liebe diesen Adrenalin-Kick durch die Geschwindigkeit“, sagt die 17-Jährige. Bis zu 70 Kilometer pro Stunde erreicht sie, wenn sie auf Flüssen von einem Motorboot gezogen wird.

Dass der Sport eher unbekannt ist, ist Mogge nicht nur bewusst – es ist auch einer der Gründe, weshalb sie ihn so sehr mag: „Es ist etwas unübliches und dadurch etwas besonderes“, sagt sie. Damit begonnen hat die Schülerin der Kasseler Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule erst vor zwei Jahren, zuvor war sie im Showskiing aktiv. Dort führen die Sportler einstudierte Shows auf – vor bis zu 3000 Menschen.

„Druck ist für mich nicht neu“, sagt Mogge. Und davon spürt sie genug, denn seit diesem Jahr ist sie Teil des deutschen Bundesjugendkaders. Bei der Deutschen Meisterschaft im September erreichte sie auf Anhieb den zweiten Platz in der Junioren- und den dritten Platz in der Damenwertung.

Von Showskiing zu Barfuß-Wasserski

Ihren Umstieg zum Barfuß-Wasserski habe dabei auch die Pandemie begünstigt, denn im Gegensatz zum Showskiing ist das nicht nur im Team, sondern auch einzeln möglich. Der Gewinn eines internationalen Titels in der Teamwertung im Barfuß-Wasserski ist trotzdem Mogges größtes Ziel, „weil die anderen aus dem Kader wie eine zweite Familie sind“. Bis es soweit ist, möchte die 17-Jährige erst mal weiter alles dafür geben, im Bundeskader zu bleiben – und langfristig EM- und WM-Titel holen.

Angst vor Verletzungen habe sie dabei nur selten, obwohl Stürze ins Wasser bei diesen hohen Geschwindigkeiten schmerzen können. „Da hat man ein paar Tage was von“, sagt Mogge. Geschützt ist sie durch ihren Neoprenanzug mit einer eingebauten Weste. Trotzdem sei sie besonders beim Start aufgeregt – denn setzt man dort die Füße nicht mit der richtigen Technik ein, kann man direkt zu Beginn schnell stürzen. „Man braucht extrem viel Körperspannung und Konzentration“, sagt die 17-Jährige. Die hat sie aber auch in ihren Genen, denn ihre gesamte Familie betreibt Wasserski – allerdings im Showbereich. Sie unterstützt Mogge stets beim Training, das sie am Wochenende absolviert – einmal im Monat vor Ort bei ihrem Verein BSC Treis-Karden in Rheinland-Pfalz, denn deutschlandweit gebe es nicht viele Barfuß-Wasserski-Vereine, wie Mogge erklärt. Dort lerne sie dann meist neues, das sie an der Wasserski-Strecke an der Fulda dann gründlich übt.

Da Barfuß-Wasserski in der Regel von Mai bis September betrieben wird, ist die diesjährige Saison jetzt aber vorbei. „Über den Winter halte ich mich mit Handball fit“, sagt Mogge. Denn die Saison beginnt immer genau passend im Oktober. (Jan Trieselmann)

Drei Kern-Disziplinen

Ein Wettkampf im Barfuß-Wasserski besteht in der Regel aus drei Disziplinen: Tricks, Slalom und Springen. Bei ersteren beiden haben die Teilnehmer jeweils 15 Sekunden Zeit, ihr Können auf möglichst vielfältige Weise zu präsentieren, zum Beispiel durch Laufen auf einem Bein oder rückwärts – je nach Schwierigkeitsgrad erhalten sie dafür entsprechend Punkte. Beim Springen geht es außerdem noch darum, von einer Rampe aus möglichst weit zu kommen. In der Disziplin Tricks belegt Maja Mogge zurzeit den 15. Platz in der Weltrangliste. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.