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Ironman-WM auf Hawaii: Norweger beendet deutsche Siegesserie und toppt Rekord

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Abschiedsrennen: Sebastian Kienle kommt bei Ironman-WM auf Hawaii vor seinem Karriereende 2023 als Sechster ins Ziel.
Abschiedsrennen: Sebastian Kienle kommt bei Ironman-WM auf Hawaii vor seinem Karriereende 2023 als Sechster ins Ziel. © Marco Garcia/AP/dpa

Neuer Streckenrekord, Strafen-Drama, Abschiedstränen und eine Premiere im Glutofen von Kailua-Kona: Ergebnisse und Besonderheiten der Ironman-WM auf Hawaii.

Kailua-Kona – Auch die männlichen Triathleten haben die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in der Nacht zu Sonntag hinter sich gebracht. Erstmals in der Geschichte der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii traten Männer und Frauen getrennt voneinander an, das Rennen der Frauen fand in der Nacht zu Freitag statt.

Der Sieger

Der Norweger Gustav Iden überquerte nach 7:40:24 Stunden die Ziellinie auf dem Alii Drive in der hawaiianischen Kleinstadt. Damit unterbot der 26-Jährige den Streckenrekord des verletzt fehlenden Jan Frodeno um elf Minuten und setzte der seit 2014 andauernden deutschen Siegesserie ein Ende.

Die Deutschen

Erstmals seit 2009 stand diesmal kein deutscher Mann auf dem Podium, das sich seit 2014 Sebastian Kienle, Jan Frodeno und Patrick Lange aufgeteilt hatten. Als bester Deutscher schaffte es Kienle nur auf Platz sechs – für den Weltmeister von 2014 jedoch ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis.

„Das steht ganz weit oben in meiner Karriere“ sagte der 38-Jährige stolz über dieses „Happy End“. 15:15 Minuten fehlten ihm auf den Debütanten beim letzten Start im Inselparadies vor seinem Karriereende 2023 zum Sieg. Nach seinem Abschied weinte er glückselig in den Armen von Sohn Nino und Ehefrau Christine.

Der Traum von der siebten schwarz-rot-goldenen Sternstunde nacheinander zerplatzte letztlich im Strafenzelt: Florian Angert und der Bad Wildunger Patrick Lange mussten jeweils fünf Minuten wegen angeblichen Windschattenfahrens absitzen. Somit waren schon zur Halbzeit des Rennens alle Chancen dahin. „Fünf Minuten für nichts“, fluchte Lange laut ZDF auf der Strecke.

Für ihn war es mit Rang zehn das bislang schlechteste Hawaii-Resultat (+17:55 Minuten). Und trotzdem sagte er: „Ich bin unglaublich stolz auf mich, dass ich das durchgezogen habe.“

Da auch der letztlich zwölftplatzierte Florian Angert (+21:28 Minuten) und am Donnerstag im Frauenrennen Laura Philipp von fragwürdigen Strafen ausgebremst wurden, entflammte eine hitzige Debatte. Es müsse mehr Transparenz her, forderten Lange und Philipp.

Die Premiere

Als erster Mensch mit Downsyndrom schaffte Chris Nikic den Ironman auf Hawaii. Damit setzte der US-Amerikaner neue Maßstäbe in Sachen Inklusion.

Kurz vor Mitternacht, nach 16:31:27 Stunden, überquerte er die Ziellinie in der Gluthitze von Hawaii. Völlig euphorisiert riss der 23-Jährige die Arme nach oben, zeigte auf seinen Namen auf der Anzeigetafel und schüttelte dabei ungläubig den Kopf. Mit seiner Teilnahme erfüllte er sich einen Traum und lieferte eine Inspiration für seine Leidensgenossen.

Nikic kam mit der Chromosomenstörung Trisomie 21 zur Welt, hat dadurch unter anderem einen niedrigeren Muskeltonus, eine verlangsamte Reaktionszeit und lernt auch langsamer. „Ja, ich habe natürliche Nachteile“, erzählt er, nehme das aber mehr als Ansporn denn als Hindernis. Sein Motto: „Jeden Tag ein Prozent besser werden.“ (Lea-Sophie Mollus mit sid)

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