EM in Göteborg

Werth reitet erneut zu Gold - Silber für Rothenberger

+
Dressurreiterin Isabell Werth holte mit Weihegold in Göteborg ihre 16. Goldmedaille. Foto: Friso Gentsch

Bei allen drei Dressur-Entscheidungen der Europameisterschaften gewinnt Deutschland Medaillen. Isabell Werth glänzt dabei besonders. Am Ende gewinnt sie aber knapper als gedacht.

Als Isabell Werth ihr Ergebnis nach zwei bangen Minuten des Wartens hörte, ballte sie beide Fäuste und lachte erleichtert. Nur knapp hatte die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt am Samstag bei der EM in Göteborg die Kür gewinnen und ihre Gold-Serie fortsetzen können. „Ich bin voll von Adrenalin“, sagte die 48 Jahre alte Reiterin nach ihrem unerwartet spannenden Erfolg vor Sönke Rothenberger: „Das war wirklich unglaublich spannend. Darum liebe ich den Wettbewerb.“

Werth erhielt für ihren Ritt mit der Stute Weihegold 90,982 Prozent und sicherte sich damit bereits das 17. EM-Gold ihrer Karriere. Knapp dahinter kam der 22-jährige Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo (90,614) auf Platz zwei.

„Die letzten Minuten habe ich Isabells Ritt gesehen und innerlich auf Gold gehofft“, gab Rothenberger zu. „Für mich ist es Silber mit einem Goldrand“, sagte der junge Reiter, dessen Vater Sven-Günter Rothenberger 1991 in Donaueschingen Kür-Europameister geworden war.

„Sicher wollte ich Gold“, sagte Rothenberger junior, der erst vor einem Jahr in die Weltspitze vorgestoßen war. „Aber das ist der Sport. Mit meinen Resultat bin ich trotzdem zufrieden.“ Dritte wurde die Dänin Cathrine Dufour mit Cassidy (84,561).

Nach den Siegen mit der Mannschaft und im Grand Prix Special war es für Werth und ihre Stute der dritte Erfolg im Ullevi-Stadion. „Ich bin Weihegold sehr dankbar“, schwärmte die Siegerin: „Wir durften uns heute nicht einen kleinen Fehler erlauben.“

Nicht ganz so glücklich, aber „sehr zufrieden“ war Dorothee Schneider, die nach dem Ausfall von Showtime in Göteborg mit ihrem Zweitpferd Sammy Davis Jr. starten musste. „Er ist ja noch ein Grand-Prix-Baby“, kommentierte die Reiterin aus Framersheim nach Platz elf in der Kür: „Er ist jetzt ein bisschen müde.“

Während es bei allen drei Dressur-Entscheidungen Medaillen für die Deutsche Reiterliche Vereinigung gab, gingen die Springreiter beim Teamwettbewerb am späten Freitagabend leer aus und belegten Platz fünf. „Im Einzel ist noch was drin“, sagte Marcus Ehning. Am Sonntag im Finale startet der 43-Jährige aus Borken von Platz acht aus.

Mit 4,59 Strafpunkten ist Ehning mit Pret A Tout nur einen Abwurf von Platz zwei entfernt, den vor den beiden abschließenden Runden der Schweizer Martin Fuchs mit Clooney (2,03) hält. Nur den strafpunktfreien Schweden Peder Fredericson hält Ehning für unschlagbar. Dessen Wallach All In gilt als das beste Springpferd der EM.

Hoffnungen macht sich auch noch Philipp Weishaupt mit Convall (6,73). Der 32-Jährige aus Riesenbeck sagte vor dem Finale: „Wenn ich nochmal zwei Null-Runden reiten kann, dann ist noch alles drin.“

Der Mannschafts-Wettbewerb, der erste ohne deutsche Medaille seit 20 Jahren, war relativ schnell abgehakt. „Das Team-Ergebnis ist so la-la, nicht super und nicht scheiße, sondern mittendrin“, kommentierte Weishaupt. „Man hat gesehen, wie eng es geworden ist.“ Olympiasieger Frankreich und Weltmeister Niederlande lagen sogar noch hinter dem deutschen Team, während die Iren überraschend gewannen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.