Die Spieler saßen schon in der Eistonne

Schiri pfeift beim Afrika-Cup zwei Mal zu früh ab – Neun Mal 1:0 in elf Spielen

Mali feierte nach dem 1:0 Sieg gegen Tunesien. Gleich zwei Mal wurde das Spiel zu früh abgepfiffen.
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Mali feierte nach dem 1:0 Sieg gegen Tunesien. Gleich zwei Mal wurde das Spiel zu früh abgepfiffen.

Ein Schiedsrichter, der zwei Mal zu früh abpfeift, eine falsche Nationalhymne und neun von zwölf Begegnungen, die 1:0 ausgehen. Der erste Spieltag der Gruppenphase des Afrika-Cups in Kamerun lieferte einige Kuriositäten.

Zwei Mal zu früh

Gleich zwei Mal pfiff der sambische Schiedsrichter Janny Sikazwe die Partie in der Gruppe F zwischen Mitfavorit Tunesien und Mali zu früh ab. Zunächst blies er in der 86. Minute beim Stand von 1:0 für Mali in seine Pfeife. Der Unparteiische bemerkte nach Protesten von tunesischer Seite seinen Fehler, entschuldigte sich und ließ das Spiel mit Schiedsrichterball weiterlaufen.

Nach 89 Minuten und 45 Sekunden pfiff Sikazwe das Spiel dann endgültig ab – immer noch 15 Sekunden zu früh. Die Stimmen auf der tunesischen Bank wurden laut. Trainer Mondher Kebaier fuchtelte hektisch mit seiner Uhr vor der Nase der Offiziellen herum. Das Schiedsrichterteam musste angesichts des Zorns der Tunesier das Spielfeld unter dem Schutz von Sicherheitskräften verlassen.

Doch damit noch nicht genug. Etwa eine halbe Stunde später, die Pressekonferenz war bereits in vollem Gange, schien das Spiel wieder aufgenommen zu werden. Die Malier gingen wieder aufs Spielfeld. Die Tunesier blieben in der Kabine. „Als das Kommando kam, wieder auf den Platz zurückzukehren, waren die Spieler bereits im Eisbad“, sagt Trainer Kebaier.

Der verfrühte Abpfiff verwunderte auch deshalb, weil der Schiedsrichter sowohl einen verschossenen Strafstoß des Tunesiers Wahbi Khazri als auch eine Rote Karte gegen Malis El Bilal Touré am Monitor mithilfe des Videoassistenten überprüfte. Allein dafür hätte es einige Minuten Nachspielzeit geben müssen.

Drei Mal falsch

Auch die zweite Partie in der Gruppe F zwischen Mauretanien und Gambia verlief nicht ganz nach Plan. Drei Mal wurde die alte Hymne von Mauretanien abgespielt, die bereits seit vier Jahren nicht mehr gültig ist. Die mauretanischen Spieler schauten irritiert, einige schüttelten den Kopf.

Von den Offiziellen wurde die Mannschaft gebeten, ihre Hymne einfach selbst zu singen, ohne musikalische Begleitung. Die Spieler lehnten ab. Immerhin konnte die gambische Hymne ohne Zwischenfälle abgespielt werden. Das Team aus Gambia gewann die Partie mit 1:0.

Drei Mal falsch

Neben einigen Pannen gibt es nach dem ersten Spieltag des Afrika-Cups eine kuriose Tor-Bilanz: Neun von zwölf Partien endeten mit einem 1:0. In zwei Spielen, Sudan gegen Guinea-Bissau und Algerien gegen Sierra Leone fielen gar keine Tore. Gastgeber Kamerun traf immerhin zwei Mal. Das Eröffnungsspiel in der Hauptstadt Yaoundé gegen Burkina Faso gewannen die Kameruner 2:1. (Eva Krämer)

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