Von Hoeneß bis Völler: Die besten Bundesliga-Ausraster

Legendäre Wutrede: Vor 20 Jahren war Giovanni Trapattonis Flasche leer

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20 Jahre ist die Wutrede von Giovanni Trapattoni jetzt schon her: Legendär! Auch Rudi Völler (links) und Thomas Doll (rechts) sind schon mal vor der Kamera ausgerastet.

Es ist die Fußball-Wutrede des 20. Jahrhunderts: Vor genau 20 Jahren schrie und gestikulierte sich der damalige Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni in drei Minuten in die Geschichtsbücher. Es war nicht der einzige Wutanfall in der Bundesliga.

Giovanni Trapattoni: "Flasche leer"

Am 10. März 1998 kommt der heißblütige Italiener ins überfüllte Pressestüberl an der Säbener Straße in München. Wenige Tage zuvor hatten seine Bayern auf Schalke 0:1 verloren, mehrere Spieler den Trainer öffentlich kritisiert. „Sind Sie bereit?“, fragt Trapattoni die Journalisten, dann nimmt die legendäre Wutrede ihren Lauf. Die Spieler bekommen ihr Fett weg, ganz besonders Thomas Strunz: „Was erlauben Strunz?“ fragt Trapattoni. Er gestikuliert, schreit, schimpft, schlägt auf den Tisch. Bis zum Schlusssatz „Ich habe fertig!“ Dieser wurde in einen Band mit historischen Zitaten aufgenommen, steht dort nun neben Martin Luther Kings „I have a dream“.

Rudi Völler: Das Weizenbier-Spiel

Die deutsche Nationalmannschaft hat am 6. September 2003 im EM-Qualifikationsspiel in Island mit 0:0 enttäuscht. Bei Waldemar Hartmann im ARD-Studio entwickelt sich ein legendäres Streitgespräch. DFB-Teamchef Rudi Völler kritisiert die TV-Experten Gerd Delling und Günther Netzer, sowie Hartmann selbst: „Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören“, poltert er. Im weiteren Verlauf wirft er Hartmann vor, „drei Weizenbier getrunken“ zu haben, darum so locker zu sein. Folge: Ein TV-Moment für die Ewigkeit und ein Werbevertrag für „Weizen-Waldi“ Hartmann.

Thomas Doll: "Da lach' ich mir doch den Arsch ab!"

Im April 2008 steht bei Borussia Dortmund Trainer Thomas Doll an der Seitenlinie. Die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankfurt nutzt Doll für eine Rundum-Medienschelte. Zuvor war in den Gazetten über eine Ablöse Dolls spekuliert worden, auch die Mannschaft wurde kritisiert. Das brachte Doll in Rage: „Jetzt auch noch auf meine Spieler loszugehen, ist eine absolute Frechheit“, schimpft er. Die baffen Reporter bekommen noch mehr geboten: „Mich permanent an die Wand zu nageln (...) ist so was von respektlos“. Er endet mit einem legendären Satz voller Ironie: „Da lach‘ ich mir doch den Arsch ab!“ Nicht so witzig: Kaum einen Monat später, am 19. Mai, tritt Doll als Trainer beim BVB zurück.

Klaus Augenthaler: 42 Sekunden für die Presse

Ein ruhiger Vertreter seines Faches ist Klaus Augenthaler. Als Trainer des VfL Wolfsburg bietet er am 10. Mai 2007 eine Pressekonferenz der besonderen Art: Er erklärt den verblüfften Journalisten vor dem Krimi im Abstiegskampf gegen Aachen folgendes: „Es gibt vier Fragen und vier Antworten. Die Fragen, die stelle ich, und die Antworten gebe ich auch“. Gesagt, getan. Nach 42 Sekunden ist das Pressegespräch vorbei. Wolfsburg hält am Ende die Klasse, „Auge“ muss trotzdem gehen.

Bruno Labbadia: "Am Arsch geleckt!"

Aus Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia bricht es am 6. Oktober 2012 heraus: Während der Pressekonferenz nach dem 2:2 gegen Leverkusen ätzt er gegen Fans, die seinen Abschied fordern und gegen Journalisten, die ihn kritisiert hatten: „Es ist eine Grenze erreicht“. Und beendet die Konferenz mit den wenig charmanten Worten: „Am Arsch geleckt! Das Fass ist absolut voll.“

... und einen Uli Hoeneß gibt es ja auch noch:

Von Thomas Lange

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