Erfolgreichster Kombinierer

Rydzek holt drittes WM-Gold und schreibt Geschichte

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Nach dem Springen lag Rydzek noch auf Platz fünf.

Lahti - Johannes Rydzek hat bei der nordischen Ski-WM in Lahti seine dritte Goldmedaille gewonnen und ist nach seinem insgesamt fünften Titel erfolgreichster Kombinierer der WM-Geschichte.

Johannes Rydzek strahlte nach seinem dritten Gold-Coup im dritten WM-Rennen wie ein Honigkuchenpferd. Mit einer Aufholjagd für die Geschichtsbücher hat sich der Allgäuer in Lahti endgültig zum König der Kombinierer gekrönt - und ganz nebenbei zum neuen Rekordweltmeister. Die Skilangläufer waren dagegen über 15 Kilometer beim Sieg von Lokalmatador Iivo Niskanen wie erwartet ohne Chance.

"Drei Titel hier, das ist unglaublich. Ich wusste, dass ich gut drauf bin, aber damit hätte ich nie gerechnet", sagte Rydzek, nachdem er auch von der Großschanze in der Manier eines ganz großen Champions den Weltmeister-Titel geholt hatte. Mit einem Zauberstück von Rennen, trotz Platz fünf nach dem Springen, trotz einer Minute Rückstand.

"Ritschi könnte im Moment die Schanze rückwärts runter springen und würde trotzdem gewinnen", sagte Björn Kircheisen - Rydzek quittierte es mit einem schallenden Lachen. Bis zum Sieg war es aber ein hartes Stück Arbeit. Nach zehn Kilometern in der tiefen Loipe hatte Rydzek im Ziel 4,9 Sekunden Vorsprung auf den Japaner Akito Watabe, Bronze ging an den Franzosen Francois Braud (+13,0).

"Er hat das weltmeisterlich gemacht. Das war erste Sahne", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch zu Rydzeks Meisterstück: "Als es drauf ankam, hatte er noch die nötigen Körner. Er ist im Endspurt bombenstark." Und Kircheisen meinte: "Das ist wie bei Laura Dahlmeier im Biathlon - wenn es läuft, dann läuft es. Er ist der Beste, ein überragender Sieger." Fabian Rießle wurde Sechster vor Olympiasieger Frenzel auf Platz sieben, Kircheisen kam auf Rang 16.

Im Medaillenspiegel zog Deutschland mit fünfmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze wieder an Norwegen (4-3-4) vorbei auf Rang eins. Das deutsche Rekordergebnis der DDR-Mannschaft von 1974 (5-6-0) dürfte bis Sonntag wohl geknackt werden. Denn ein Ende der Erfolgsserie ist noch nicht in Sicht, auch für Rydzek nicht. Der kann am Freitag im abschließenden Teamsprint wohl an der Seite von Frenzel sein viertes Lahti-Gold holen und damit sein finnisches Wintermärchen vollenden.

Ohne Chance waren wie erwartet die deutschen Skilangläufer über 15 Kilometer. Beim Sieg von Lokalmatador Iivo Niskanen war Jonas Dobler auf Platz 27 bester DSV-Starter, Lucas Bögl und Thomas Bing folgten auf den Rängen 31 und 45. "Ich habe alles gegeben, mich bis zum letzten geschunden, aber es war nicht mehr drin", sagte Dobler, der nach einem ganz schweren Klassikrennen im tiefen Schnee mehr als zweieinhalb Minuten Rückstand auf Triumphator Niskanen hatte.

Niskanen hingegen, am Sonntag im Teamsprint noch der große Unglücksrabe, wurde nach seinem Teufelsritt durch die Wälder Lahtis von 30.000 Zuschauern minutenlang mit "Iiiiiiiiivo, Iiiiiiiivo"-Sprechchören gefeiert und von den Teamkollegen durch das Stadion getragen. "Es war immer mein Traum, einmal Weltmeister zu werden. Und das hier vor diesem tollen Publikum, das ist fantastisch", sagte der 25-Jährige.

sid

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