Donnerstag gegen Liechtenstein, 20.45 Uhr/RTL

Hansi Flicks erstes Spiel als Fußball-Bundestrainer: Jubeln wie mit den Bayern?

Hansi Flick.
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Im August 2020: Hansi Flick (links) wird Champions-League-Sieger mit dem FC Bayern.

In der Vorstellung wirkt alles größer, als es dann wirklich ist. Joachim Löw nach 15 Jahren nicht mehr Bundestrainer? Unvorstellbar.

Ein anderer auf der Bank bei Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft? Am RTL-Mikro hinterher? Geht nicht. Und dann geht es eben doch. Und es geht schnell. Nach der EM, die im Juli für das DFB-Team noch unter Löw im Achtelfinale endete, beginnt heute eine neue Zeitrechnung. Der Bundestrainer heißt nun Hansi Flick, einst Löws Assistent. Zum Auftakt bekommt es der 56-Jährige mit Liechtenstein zu tun (20.45 Uhr/RTL). Ein Spiel gegen einen Fußball-Zwerg. Wir blicken aufs Sportliche – und aufs Drumherum.

Das Personal

Unter Flick sind Hummels, Müller und Boateng nicht dabei. Aber nur heute. Während klar war, dass der Dortmunder Mats Hummels angeschlagen passen muss, reiste Thomas Müller gestern mit einer Adduktorenverletzung ab. Er wird damit auch die beiden folgenden Duelle gegen Armenien und Island verpassen. Zudem wird Kapitän Manuel Neuer wegen anhaltender Sprunggelenksprobleme gegen Liechtenstein geschont. Jérome Boateng, der mit Lyon erst gestern offiziell einen neuen Verein gefunden hat, wurde von Flick nicht berücksichtigt.

Ansonsten wird bei den Namen in der Startelf erst einmal nicht so viel neu sein. Ridle Baku beginnt wohl als Rechtsverteidiger, da Joshua Kimmich unter Flick im Mittelfeld gesetzt ist. Der neue Bundestrainer wird wieder auf Viererkette umstellen und auf eine 4-2-3-1-Grundordnung setzen. Die ließ er auch schon beim FC Bayern praktizieren. Sehr erfolgreich. Vor etwas mehr als einem Jahr holte Flick mit den Münchnern den Champions-League-Titel und jubelte in Lissabon. In Abwesenheit von Müller und Neuer werden dennoch fünf Bayern von Beginn an erwartet.

Die ersten Spiele

Seine Vorgänger haben es vorgemacht: Jogi Löws Debüt? Ein 3:0 gegen Schweden. Jürgen Klinsmann? 3:1 beim Nachbarn in Österreich. Rudi Völler gewann beim Amtsantritt sogar 4:1 gegen Spanien. Flick ist aber auch gewarnt. Erich Ribbecks überschaubare Amtszeit begann 1998 mit einem 0:1 in der Türkei. Und, man glaubt es kaum: Auch der Kaiser startete mit einer Niederlage. Als Franz Beckenbauer am 12. September 1984 sein Bundestrainer-Debüt gab, verlor Deutschland in Düsseldorf gegen Argentinien 1:3. Gut, 1990 schaffte er dann einen nicht ganz unwichtigen Sieg gegen die Südamerikaner. Und gegen Liechtenstein sollte Flicks erstes Spiel heute dann doch erfolgreich enden können.

Tag der Trauer

Wenn das Spiel heute im schweizerischen St. Gallen angepfiffen wird, dann ist die Vorfreude der Gastgeber getrübt. Der Grund: Liechtenstein trauert um seine Fürstin. Marie, Ehefrau des Staatsoberhauptes Hans Adam II., starb am 21. August im Alter von 81 Jahren nach einem Schlaganfall, wurde am Samstag beigesetzt – nach sieben Tagen Staatstrauer. Das Spiel beginnt dann auch mit einer Schweigeminute. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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