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Juri Knorr: Deutschlands Handball-Hoffnung für die WM schrieb einst Schlagzeilen wegen Corona-Impfung

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Von: Hannes Niemeyer

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Juri Knorr hat das Potenzial, einer der Shootingstars der Handball-WM 2023 zu werden. Das letzte große Turnier verpasste er – und schrieb Schlagzeilen wegen der Corona-Impfung.

Kattowitz – Am Freitag, dem 13. Januar startet die Deutsche Nationalmannschaft in die Handball-WM in Polen und Schweden. Im Fokus steht dabei besonders Juri Knorr. Wenn Alfred Gislason seine erste Sieben im Gruppenspiel gegen Katar (Der Spielplan zur Handball-WM in der Übersicht) auf den Platz schickt, dürfte der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen dabei sein. Der erst 22-Jährige gilt als eines der größten Talente im Welthandball und als der Hoffnungsträger der deutschen Mannschaft schlechthin. Warum er nicht bereits bei der EM 2022 groß aufspielte? Weil er nicht durfte – und damit mächtig Schlagzeilen schrieb, berichtet tz.de.

Handball ist dem Norddeutschen in die Wiege gelegt. Geboren ist er in Flensburg, einer der Hochburgen der Sportart in Deutschland schlechthin. Und sein Vater ist eine absolute Legende des Sports. Thomas Knorr bestritt über 500 Partien in der Bundesliga unter anderem für den THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt, wurde vier Mal deutscher Meister, gewann zwei Mal den DHB-Pokal. Für die deutsche Nationalmannschaft kommt er auf 83 Spiele. Ein Wert, den sein Sohn Juri knacken dürfte, wenn seine Karriere so weiter geht, wie bisher.

Juri Knorr bei der Handball-WM 2023: Die letzte EM verpasste er – und geriet in die Schlagzeilen

Schon am 5. November 2020 feierte Juri Knorr sein DHB-Team-Debüt im Alter von 20 Jahren. Im Januar 2021 reiste Knorr bereits mit zur WM in Ägypten, fuhr später im Jahr dann sogar mit zu den Olympischen Spielen in Tokio. Und viele setzten auch schon große Stücke auf ihn für die EM 2022. Die verpasste Knorr aber – weil er nicht spielen durfte.

Die Europameisterschaft 2022 fand bekanntlich mitten in einer Corona-Welle statt. Während des Turniers fielen etliche Spieler – auch des DHB-Teams – wegen positiver Tests aus. In Befürchtung, dass die Pandemie das gesamte Turnier in Gefahr bringen könnte, entschied sich der Weltverband IHF vorab dazu, die EM unter 2G+-Bedingungen durchzuführen – und damit ohne Juri Knorr, der zu diesem Zeitpunkt ungeimpft war.

Juri Knorr gilt als der Hoffnungsträger der Deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der WM 2023.
Juri Knorr gilt als der Hoffnungsträger der Deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der WM 2023. © IMAGO/Tilo Wiedensohler

Handball-WM: Juri Knorr verpasste großes Turnier wegen Impfstatus – „Das war schon heftig“

Seine Weigerung, sich impfen zu lassen, sorgte für mächtig Schlagzeilen in der Handball-Welt. Knorr kam in den Medien und auch in den sozialen Netzwerken nicht gut weg. Vergleiche mit dem ebenfalls lange ungeimpften Joshua Kimmich wurden gezogen. Ihn habe das „nicht unberührt gelassen“, sagte er und gab auch Ende des Jahres dazu noch an: „Das war schon heftig“. Knorr selber hatte sich bereits im November 2020 mit dem Virus infiziert, hatte damals mit einem schwereren Verlauf zu kämpfen. Nach seiner Genesung ließ er regelmäßig seine Antikörper und spezifischen T-Zellen überprüfen, um in Absprache mit Ärzten seine natürliche Immunität abzuleiten. Auch aufgrund seiner Erfahrungen mit schweren Corona-Symptomen betonte er, gewiss kein Corona-Leugner zu sein. Auch heute noch gibt er an, voll hinter seiner Entscheidung zu stehen.

Sportlich hat Knorr die Debatte zuletzt vergessen gemacht. Mit den Rhein-Neckar-Löwen spielt er eine starke Saison. DHB-Coach Alfred Gislason vertraut ihm, auch wenn er noch immer „sehr sehr viele technische Fehler, unglaublich teure Fehler“ mache. Worte, die Gislason nach einer durchwachsenen Leistung Knorrs beim vorletzten Test vor der WM gegen Island wählte – das DHB-Team verlor mit 30:31. Nur einen Tag später, im zweiten Test gegen Island, traf Knorr dann bei einer absoluten Gala-Vorstellung 13 mal, führte die Deutschen zum 33:31-Sieg.

Juri Knorr mittlerweile gegen Corona geimpft? Für WM muss er Bedingungen erfüllen

Die anstehende WM, von der ARD und ZDF die deutschen Partien übertragen, darf Knorr nun also spielen. Und das, obwohl es auch in diesem Jahr strenge Corona-Vorschriften gibt. So müssen alle „direkt am Spielgeschehen beteiligten Personen“ geimpft oder genesen sein und das im Vorfeld nachweisen. Ebenso müssen alle Spieler drei Tage vor Ankunft am Spielort einen negativen PCR-Test nachweisen. Wer positiv ist, wird isoliert und kann frühestens nach fünf Tagen und einem negativen PCR-Test wieder am Spielgeschehen teilhaben.

Voraussetzungen, die bei den Profi-Handballern auf Kritik gestoßen sind und die Frage aufwirft: Ist Juri Knorr also mittlerweile geimpft? Im „Löwen-Funk“, dem Podcast seines Klubs, den Rhein-Neckar Löwen, gab er in der Folge vom 23. Dezember 2022 an: „Das ist auch immer noch was Privates“. Zum Impfstatus hält er sich weiterhin bedeckt, berichtet nur: „Wenn ich dabei sein sollte, dann wird auch wahrscheinlich jedem klar sein, dass ich das, was notwendig war, erfüllen musste. Dann kann sich jeder dazu sein Bild machen“.

Bei der WM ebenfalls dabei sein wird übrigens Rune Dahmke, der mit einer dreifachen Welthandballerin zusammen ist. Ebenfalls auflaufen, allerdings im dänischen Team wird Superstar Mikkel Hansen, der eine besondere Kennenlerngeschichte mit seiner Frau hat. (han)

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