Handball-WM in Frankreich

Kantersieg gegen Saudi-Arabien: DHB-Team erreicht Achtelfinale

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Steffen Fäth wurde zum Spieler des Matches gewählt.

Rouen - Drittes Spiel, dritter Sieg: Die deutschen Handballer haben bei ihrer Tour de France das Etappenziel K.o.-Runde erreicht.

Update vom 22. Januar 2017: Im Achtelfinale der Handball-WM 2017 kann die DHB-Auswahl heute die Revanche gegen Katar schaffen. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Achtelfinale der Handball-WM zwischen Deutschland und Katar heute live im TV und im Live-Stream sehen können.

Bundestrainer Dagur Sigurdsson verschwand nach dem Einzug ins WM-Achtelfinale sofort in der Kabine, seine Spieler klatschten sich auf dem Feld nur kurz ab: Als die deutschen Handballer bei ihrer Tour de France das Etappenziel K.o.-Runde im Schongang erreicht hatten, blieb der große Jubel aus.

Den standesgemäßen 38:24 (21:13)-Pflichtsieg gegen Saudi-Arabien spielte der Europameister zwar locker heraus, doch der Außenseiter war kein echter Prüfstein für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). "Für die Zuschauer war es vielleicht etwas langweilig. Wir haben nicht immer die Konzentration behalten. Jetzt müssen wir wieder in den Wettkampfmodus finden", sagte Sigurdsson, der kurz vor dem Ende eine Schrecksekunde erlebte.

Verletzung von Wolff wohl nicht so schlimm

Torhüter Andreas Wolff verletzte sich bei einem Sturz und musste vom Feld. "Er hat mir ein positives Feedback gegeben", sagte Sigurdsson. Wenig später gab der DHB auch offiziell Entwarnung. Sein Einsatz gegen Weißrussland sei trotz einer Prellung des Gesäßmuskels nicht in Gefahr.

In den beiden noch ausstehenden Vorrundenspielen am Mittwoch gegen Weißrussland und am Freitag (beide 17.45 Uhr) gegen das punktgleiche Kroatien geht es für den Olympia-Dritten darum, die Tabellenführung in der Gruppe C zu zementieren und sich die beste Ausgangsposition für die am Wochenende beginnende K.o.-Phase zu verschaffen.

Fäth: „Wir haben große Ziele, die wollen wir erreichen“

"Wir haben große Ziele, die wollen wir erreichen. Es ist schön, dass wir den ersten Schritt gemacht haben. Jetzt wollen wir die anderen beiden Spiele auch noch gewinnen. Wir fühlen uns alle gut", sagte Steffen Fäth, der mit sechs Toren bei sechs Versuchen bester Werfer der DHB-Auswahl in Rouen war.

Zufrieden zeigte sich auch Bob Hanning, auch wenn der DHB-Vizepräsident noch einen Kritikpunkt fand. "Mit dem Einzug ins Achtelfinale haben wir unser erstes Etappenziel erreicht. Wichtig war heute, dass alle gespielt haben und im Rhythmus sind. Um in den wichtigen Spielen erfolgreich zu sein, müssen wir uns aber vor allem im Abschluss steigern", sagte Hanning angesichts einiger leichtfertig vergebener Chancen. "Wir haben unsere Pflicht erfüllt", befand hingegen Rechtsaußen Patrick Groetzki.

"Wir wollen zeigen, dass eine deutsche Mannschaft in einem Turnier nicht schwächelt", hatte Wolff vor dem Duell mit dem Vierten der Asienmeisterschaft nach den Siegen gegen Ungarn (27:23) und Chile (35:14) selbstbewusst erklärt.

Seine Mitspieler nahmen sich die Worte des EM-Helden zu Herzen. Gegen einen körperlich unterlegenen Gegner warf das deutsche Team auch ohne den angeschlagenen Paul Drux (Sprunggelenk) vor 3700 Zuschauern in der Kindarena bis zur 15. Minute einen Fünf-Tore-Führung (10:5) heraus. Gegen den in der Abwehr fast körperlos agierenden WM-22. kam die DHB-Auswahl immer wieder zu leichten Toren. Die Bad Boys fanden in der offensiven 3:2:1-Deckung des Gegners immer wieder Lücken.

Sigurdsson wechselt munter durch

In der Abwehr und bei der Chancenverwertung leistete sich der Favorit in der ersten Halbzeit aber einige Nachlässigkeiten. Im Tor sah der Berliner Silvio Heinevetter, der zunächst gegenüber dem Kieler Wolff den Vorzug erhalten hatte, bei einigen Gegentreffern nicht glücklich aus. Wolff wurde daher in der 22. Minute beim Stand von 14:9 von Sigurdsson zwischen die Pfosten geschickt.

Die deutliche Überlegenheit seines Teams nutzte der Isländer zudem erneut dazu, frühzeitig munter durchzuwechseln und damit wertvolle Kräfte für den weiteren Turnierverlauf zu sparen. Bei einem Acht-Tore-Vorsprung stellte sich schon zur Pause die Frage nach dem Sieger nicht mehr.

Auch in der zweiten Hälfte hatte das deutsche Team im Angriff leichtes Spiel. Beim 25:15 (36.) lag die Führung erstmals im zweistelligen Bereich, auch wenn weiterhin einige Möglichkeiten freistehend vergeben wurden. Außer Abwehrchef Finn Lemke hatten am Ende alle eingesetzten Feldspieler zumindest einen Treffer erzielt. Sigurdsson verfolgte den Auftritt seiner Spieler völlig entspannt und klatschte nach gelungenen Aktionen Beifall.

Am Mittwoch gegen die Weißrussen soll dann auch Drux wieder zur Verfügung stehen. "Mir geht es schon deutlich besser, und ich mache mir keine Sorgen, dass ich gegen Weißrussland wieder spielen kann", erklärte der Rückraumspieler.

Die Partie der DHB-Auswahl gegen Saudi-Arabien können Sie auch nochmal in unserem Ticker nachlesen.

Katar auf Achtelfinal-Kurs - Norwegen, Brasilien und Russland weiter

Vize-Weltmeister Katar hat bei der Handball-WM Kurs auf das Achtelfinale genommen. Der Asienmeister, der in der ersten K.o.-Runde möglicherweise auf Deutschland trifft, holte mit einem 21:17 (9:2) gegen Argentinien den zweiten Turniersieg und ist nun Dritter der Gruppe D.

Für die Runde der letzten 16 qualifizierten sich am Dienstag in der Gruppe A Norwegen, Brasilien und Russland. Norwegen belegt nach einem 39:26 (18:13) gegen Brasilien Rang zwei hinter Gastgeber Frankreich, der am Vortag das Achtelfinal-Ticket gelöst hatte, vor Ex-Weltmeister Russland und Brasilien.

Im Duell zweier bereits ausgeschiedener Teams zitterte sich Polen gegen die zukünftig von Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierten Japaner zu einem 26:25 (9:11) und verbuchte den ersten Turniersieg. In Deutschlands Gruppe C sind auch die spielfreien Kroaten sicher weiter.

In der Staffel B kam Tunesien gegen die bereits für die nächste Runde qualifizierten Slowenen zu einem 28:28 (13:15) und darf noch auf das Weiterkommen hoffen.

SID

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