Nach erfolgreicher Rücken-OP träumt Spangenberg wieder von Hawaii 

Nachwuchs-Windsurfer (16) drohte ein Leben im Rollstuhl

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In seinem Element: Nick Spangenberg (16) ist im Urlaub nur auf dem Surfbrett unterwegs. 

Nick Spangenberg ist einer der talentiertesten Nachwuchs-Windsurfer. Wegen einer Rückenverletzung drohte ihm zuletzt der Rollstuhl. Doch nun arbeitet der 16-Jährige wieder an seinem Traum.

Wenn Nick mit seinem Schulrucksack auf dem Rücken und einem schüchternen Lächeln auf den Lippen aus dem Goethe-Gymnasium in Kassel schlendert, glaubt man es kaum: Der 16-Jährige ist ein richtiger Draufgänger. Seit er sechs Jahre alt ist, wirft er sich auf den Ozeanen dieser Welt in die Wellen. Nick ist Windsurfer. Doch erst kürzlich musste der 16-Jährige bangen, seine Leidenschaft für immer an den Nagel hängen zu müssen. Aber der Reihe nach.  

Dass der kleine Junge aus Staufenberg-Landwehrhagen schon so früh zum Surfer wird, dafür ist  sein Vater verantwortlich. Dieser steigt im Urlaub nämlich selbst regelmäßig aufs Surfbrett. „Erst habe ich nur am Strand gesessen und zugeguckt, mit sechs Jahren wollte ich das Ganze dann aber endlich mal selbst ausprobieren“, erzählt Nick.

Bei einem gelegentlichen Hobby bleibt es nicht lange. Nach den ersten Versuchen folgt die Anmeldung bei einer Surfschule in Dänemark – ebenfalls im Urlaub. „Von da an habe ich nur noch trainiert“, sagt der Schüler. Seinen Vater überholt er schnell. Zeit für den ersten Wettkampf also. „Ich wusste erst kurz vorm Start, dass es sich um eine Deutsche Meisterschaft handelte“, erinnert sich Nick und schmunzelt: „Da bin ich dann tatsächlich Erster geworden.“ Und ab dann geht es steil bergauf. Mittlerweile richten die Spangenbergs ihre Familienurlaube danach aus, wo ihr Sohn gut surfen kann.

Querschnittslähmung war nicht ausgeschlossen

Das Training zahlt sich aus: Im vergangenen Jahr landet der junge Surfer beim Wettkampf der Internationalen Windsurfing-Tour (IWT) sogar im Finale. Alles läuft nach Plan, Nick ist auf der Erfolgsspur – bis er plötzlich eine schlimme Nachricht bekommt: „Wegen einer entzündeten Stelle im Rückenmark musste ich zweimal mehrere Stunden operiert werden.“ Eine Zeit lang fällt sogar das Wort Querschnittslähmung. Furchtbare Monate für einen Jungen, der eigentlich eine Karriere als Sportler im Blick hat. „Die Schmerzen waren unbeschreiblich“, sagt er.

Die zweite Operation gelingt, die entzündete Stelle wird entfernt. Nick entkommt dem Rollstuhl. Dass er im Januar ganz ohne Training an einem Weltcup in Spanien teilnimmt, empfindet der 16-Jährige als großes Geschenk: „Das war nicht selbstverständlich.“ Das Gesundheitsrisiko, das Surfen als vergleichsweise gefährliche Sportart mitbringt, bleibt natürlich trotzdem bestehen, das ist Nick bewusst: „Ich habe mir auch schon mal die Schulter ausgekugelt und den Fuß gebrochen.“

Nick Spangenberg

Spangenberg träumt von Hawaii

In ein paar Wochen reist Nick nach Gran Canaria, um sich auf die kommenden Wettkämpfe vorzubereiten. Von der Schule wird er in dieser Zeit freigestellt. Der 16-Jährige will nach seiner schweren Zeit schließlich wieder voll durchstarten. Ein Ziel hat er dabei klar vor Augen: „Mein großer Traum ist es, irgendwann mal auf Hawaii zu surfen.“ Und mit ein bisschen Glück könnte es bei der Internationalen Windsurfing-Tour schon dieses Jahr soweit sein.

Aber Urlaub allein – das reicht doch nicht, oder? „Nein, ich trainiere auch zuhause, so oft es geht. Wenn es windig ist, gehe ich mit meinem Windskatebrett vor die Haustür oder fahre mit meinem Vater zum Singliser See nach Borken“, erklärt der 16-Jährige. Im Winter könne er sogar ein Segel am Snowboard befestigen – Möglichkeiten gebe es immer.

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