Playoff-Auftakt auf Radio HNA

Um 19.30 Uhr geht's los: Huskies empfangen den EV Landshut

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Startklar für die Playoffs: die Huskies (von links) Eric Stephan, Carter Proft, Peter Flache und Marco Habermann in den neuen Playoff-Trikots.

Kassel.Es ist so weit: Playoff-Zeit in der 2. Deutschen Eishockey-Liga. Zum Auftakt der Viertelfinal-Serie auf vier Siege empfangen die Kassel Huskies am Freitag den EV Landshut ab 19.30 Uhr.

Die Trainer

Beide Trainer sind sehr erfahren. Rico Rossi ist länger als Cheftrainer im Amt, Toni Krinner wiederum verfügt über Erfahrung auf DEL-Niveau. Aber ich denke nicht, dass dieser Umstand in der Serie ausschlaggebend sein wird. Ein weiterer Unterschied zwischen beiden: Der eine, nämlich Rossi, hat die gesamte Saison mit seiner Mannschaft verbracht, der andere nicht.

Vorteil: Kassel

Torhüter

Mika Järvinen ist Torhüter des Jahres. Es ist großartig, ihm zuzuschauen. Tyler Weiman ist seit zwei Jahren in Deutschland, wartet aber immer noch auf seinen deutschen Pass. Er konnte deshalb in dieser Saison nicht ganz so viele Spiele absolvieren, wie Landshut gehofft hatte. Järvinen hat die ganze Saison bewiesen, auch schon vor seiner Verletzung, was er kann. Er ist schnell, dynamisch und kann sehr schwierige Paraden ganz einfach aussehen lassen. Weiman ist erfahren. Und je mehr Erfahrung ein Torhüter hat, besonders in den Playoffs, desto geduldiger ist er und mit desto mehr Selbstbewusstsein spielt er. Grundsätzlich gilt: Wenn du in den Playoffs keinen Torhüter mit Selbstvertrauen hast, ist es auch für das Team davor ganz schwer, selbstbewusst zu spielen.

Vorteil: Kassel 

Defensive

Rich Chernomaz, Manager der Löwen Frankfurt.

Landshut hat mit Andreas Geipel und Andreas Gawlik zwei der torgefährlichsten Verteidiger in der Liga. Im Powerplay ist Landshut sehr dynamisch. Sven Valenti, Alex Heinrich, Matt Tomassoni, die viel Eiszeit bekommen haben, stehen bei den Huskies für die offensive Seite der Verteidigung. Beide Teams haben einige junge Verteidiger in ihren Reihen. Das aber bringt keiner Seite einen Vorteil. Aufgrund der Erfahrung und der individuellen Auftritte der Verteidiger geht für mich der leichte Vorteil in Richtung Landshut. Der grundsätzliche Unterschied allerdings ist, dass Kassel mit der defensiv-orientierten Spielweise von Rico Rossi sowie einem starken Torhüter in der Hauptrunde viel weniger Tore zugelassen hat als Landshut.

Leichter Vorteil: Landshut 

Offensive 

Die Huskies haben eine sehr dynamische erste Reihe mit Mike Collins, Adriano Carciola und Daniel Schmölz. Aber nicht nur die erste Formation ist stark. Die Kasseler haben auch eine gute Tiefe in der zweiten und dritten Reihe. Die vierte Reihe ist zudem jung und energiegeladen. Ich sehe da keinen klaren Vorteil für eine Seite. Denn auch Landshut hat die Topreihe mit Patrick Jarrett, P.J. Fenton und Peter Abstreiter, die viel Druck nach vorn in diesem Jahr für Landshut gemacht hat.

Einen leichten Vorteil wiederum haben die Kasseler, weil sie gute Typen für Sonderaufgaben haben: mit Peter Flache, Jens Meilleur oder Carter Proft. Er ist ein junger, starker Vierter-Reihe-Center, der ein physisches Element in diese Serie bringen kann.

Leichter Vorteil: Kassel

Special Teams

Ohne die Statistiken jetzt genau vor Augen zu haben: Beide Teams hatten in der Saison meist ein gutes Powerplay. Das macht deshalb keinen Unterschied.

Entscheidend wird eher sein, welche Mannschaft weniger unnötige Strafzeiten kassiert, und wer in den Special Teams effektiver sein wird. Wenn es in die Playoffs geht, sind beim Spiel fünf gegen fünf eigentlich nur minimale Unterschiede auszumachen.

Ich gehe deshalb davon aus, dass in dieser Serie die Torhüterleistung und die Special Teams den Unterschied machen wird.

Vorteil: ausgeglichen

Die Serie

Der Vorteil der Landshuter ist ihr Tempo. Sie haben ein schnelleres Team als Kassel. Die Huskies müssen klug auf ihren jeweiligen Positionen agieren, um das Tempo aus dem Landshuter Spiel herauszunehmen. Normalerweise gelingt das über physische Präsenz. Die wiederum kann aber zu Strafzeiten führen. Das Team, das weniger Strafzeiten kassiert und disziplinierter auftritt, wird einen Vorteil haben.

Landshut hat zuhause stärker gespielt als auswärts. Auch Kassel hat eine starke Heimbilanz, aber eine bessere Auswärtsbilanz als Landshut.  

Tipp: Kassel wird in sechs Spielen gewinnen. 

Zur Person

Rich Chernomaz (51) ist seit 2013 Sportdirektor des Eishockey-Zweitligisten Löwen Frankfurt. Bereits von 2003 bis 2010 trainierte der Kanadier das DEL-Team, führte es 2004 zur Deutschen Meisterschaft. Zwischen 2011 und 2013 war er Chefcoach beim ERC Ingolstadt, sowie bei der Nationalmannschaft Ungarns. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Frankfurt.

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