Schon zweimal folgte für die Huskies auf Vizemeisterschaft der Aufstieg

2008 und 2014 machen Mut

Drew Bannister feiert 2008 mit den Kassel Huskies die Meisterschaft und den DEL-Aufstieg.
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2008 wird Drew Bannister gegen Landshut zum gefeierten Aufstiegshelden.

Der Jubel war riesig in den April-Monaten 2008 und 2014. Die Kassel Huskies hatten ihr Ziel erreicht, waren in die DEL (2008) und DEL2 (2014) aufgestiegen - jeweils nach einer Vizemeisterschaft.

Kassel - Was man gern vergisst: In den beiden Vorjahren hatten die Teams jeweils wie auch in diesem Jahr in einem Playoff-Finale gestanden, hatten aber beide Male das Nachsehen. Auch 2021 sind die Huskies gerade erst als Titelfavorit auf den letzten Drücker an Bietigheim gescheitert. 2022 steht der nächste Anlauf in Richtung DEL an. Mut könnte also der Blick ins eigene Geschichtsbuch machen.

2007/08

Es ist die Zeit, als es noch Auf- und Abstieg zwischen Ober- und Unterhaus gibt. 2007 rauschten die Huskies als damaliger DEL-Absteiger durch die 2. Bundesliga, holten 120 Punkte in der Hauptrunde und hatten 13 Zähler Vorsprung auf den Zweiten. Nach zwei Sweeps gegen Regensburg und München folgte im Finale die Kalte Dusche: Die Grizzly Adams Wolfsburg gewannen alle drei Spiele gegen Kassel, jedes Mal mit nur einem Tor Unterschied.

„Das war für uns damals furchtbar“, sagt der damalige Co-Trainer Fabian Dahlem, der inzwischen Co-Trainer der Bietigheim Steelers ist und am vergangenen Wochenende den Sprung in die DEL geschafft hat – im Finale gegen Kassel.

Dahlem aber blieb 2007 in Kassel, ebenso wie die Mannschaft. Und ein Jahr später klappte es dann. Welcher Kasseler Eishockeyfan erinnert sich nicht an diese dramatische Geschichte mit einen furiosen Happy-End?

Springen wir rein in den 25. April 2008. Spiel fünf der Finalserie gegen die Landshut Cannibals läuft. Nach 60 intensiven Minuten steht es 2:2. Die Aufstiegsfrage, sie wird tatsächlich in der Verlängerung entschieden. Die Fans in der ausverkauften Kasseler Eissporthalle wollen den Sieg herbeisingen. Nur irgendwie den Puck ins Netz brüllen. Die Huskies haben zweimal Überzahl. Sie schießen und schießen. Und dann kommt die Scheibe zu Drew Bannister. Es ist die 72. Spielminute, und ja, dieser Schuss, er sitzt. Um 22.23 Uhr machen die Huskies die Rückkehr in die DEL perfekt.

2013/14

2013 wurden die Huskies in der Oberliga Hauptrunden- und souveräner Endrundensieger, im Playoff-Finale aber war für die favorisierte Mannschaft von Trainer Uli Egen dann gegen Bad Nauheim nach fünf Spielen Schluss. Das Jubelposter des Überraschungssiegers, es hängt bis heute im Presseraum der Roten Teufel. Doch es werden auch erstmals Erinnerungen wach an 2007/08. Denn klar, die Huskies nehmen einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg. Und auch der sitzt im Jahr darauf.

Das Herzschlagfinale wird diesmal vorweggenommen. Es steigt am 23. März 2014, wieder in der Eissporthalle. Eigentlich muss man nur zwei Worte nennen: Duisburg und Sven Valenti. Die Huskies wissen, es geht um alles oder nichts. Sie brauchen einen Punkt, um die Aufstiegsrunde zu erreichen. Verpassen sie die, war es das mit dem Eishockey in Kassel.

Und es entwickelt sich ein Drama sondergleichen. Die Huskies liegen mit 0:1 zurück. Die Minuten verstreichen. Kaum jemand der 5537 Zuschauer hält es noch auf seinem Platz. Es ist die pure Verzweiflung, als die letzten beiden Minuten anbrechen. Es muss ein Tor her, dringend.

Dann fängt Alex Heinrich einen Pass der Gäste ab, am linken Flügel bugsiert Manu Klinge den Puck scharf nach innen, von halbrechts kommt Sven Valenti herangestürmt und trifft. 109 Sekunden vor dem Ende. Und ja, jeder der dabei war, wird die Bilder nie vergessen. Der sonst so ruhige Valenti hüpft fast unters Hallendach. Der Jubel kennt keine Grenzen. Es ist der rettende Punkt. Dass die Huskies 1:2 verlieren in der Verlängerung, geschenkt.

In der Aufstiegsrunde werden sie Zweiter und steigen auf in die DEL2.

2021/22

Am vergangenen Samstag zerplatzte ihr Aufstiegstraum. Doch wer weiß: Aller guten Dinge sind bekanntlich drei – und nachdem die Huskies zweimal im ersten Anlauf zum Aufstieg gescheitert sind und im zweiten dann erfolgreich waren, könnte es ja vielleicht 2022 klappen.

„So ist die Geschichte der Huskies. Wir marschieren weiter in die Richtung dieses Ziels“, sagt Trainer Tim Kehler. Was ihn so zuversichtlich macht? „Wenn man konstant gut ist, konstant seinen Klub entwickelt, erarbeitet man sich selbst mehr Chancen, etwas zu gewinnen“, sagt er. Ähnlich sieht das auch Dahlem. „Mit dem Abstand von einigen Tagen wird man in Kassel realisieren, dass man eine tolle Saison gespielt hat, und dass man Schlüsse daraus ziehen muss, was es für die kommende Saison zu tun gibt“, sagt er heute.

Es hätte wohl niemand aus der Kasseler Eishockeyfamilie etwas dagegen.

Von Björn Friedrichs Und Michaela Streuff

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