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Nach Penalty-Krimi gegen Weißwasser: Huskies-Spiel gegen Crimmitschau abgesagt

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Von: Pascal Spindler

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War im Penaltyschießen kaum zu überwinden: Kassel-Goalie Jerry Kuhn wehrte zehn der zwölf Weißwasser-Versuche ab. Auch sein Gegenüber Leon Hungerecker (Nicht im Bild) hielt glänzend.
War im Penaltyschießen kaum zu überwinden: Kassel-Goalie Jerry Kuhn wehrte zehn der zwölf Weißwasser-Versuche ab. Auch sein Gegenüber Leon Hungerecker (Nicht im Bild) hielt glänzend. © Andreas Fischer

Die Kassel Huskies gewinnen in einem Penalty-Marathon 4:3 gegen Weißwasser. Erst der 24. Versuch bringt die Entscheidung. Unterdessen ist das heutige Spiel gegen Crimmitschau abgesagt.

Kassel/Weißwasser – Es war ein irres, ein spannendes und vor allem ein langes Penaltyschießen zwischen den Lausitzer Füchsen und den Kassel Huskies. 24 Versuche brauchte es, ehe das Duell der Eishockey-Zweitligisten entschieden war. Weißwassers Roope Mäkitalo vergab den entscheidenden Penalty, scheiterte am stark reagierenden Kassel-Goalie Jerry Kuhn. Und weil Jamie MacQueen kurz zuvor gegen Ex-Husky Leon Hungerecker verwandelte, jubelten am Ende die Gäste, gewannen die Partie nach dem Shootout 4:3 (0:0, 1:2, 2:1 - 0:0, 1:0).

„Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Am Ende haben die Torhüter allen anderen Spielern die Show gestohlen“, sagte Huskies-Trainer Tim Kehler nach der Partie.

Tatsächlich zeigten sowohl Hungerecker als auch Kuhn im Penaltyschießen mehrfach überragende Paraden, brachten die Schützen damit zur Verzweiflung. Aus je zwölf Versuchen trafen die Füchse durch Peter Quenneville zweimal ins Tor, für die Huskies waren Troy Rutkowski und zweimal MacQueen erfolgreich. „Natürlich entscheidet der Trainer, wer schießt. Ich denke, wir haben vier, fünf sehr gute Schützen, die ausreichend Erfahrung im Penaltyschießen haben“, sagte Kehler. Vor allem Rutkowski habe keine Nerven gezeigt, als er bereits im dritten Versuch treffen musste. Am Ende ging aus Kasseler Sicht alles gut aus.

Dabei war das Spiel zuvor lange Zeit sehr zerfahren. Gegen personell stark dezimierte Füchse fanden die Huskies erst in der 34. Minute ein Mittel, Joel Keussen sorgte für die Führung. Ex-Husky Eric Valentin (38.) und Peter Quenneville (40.) drehten kurz darauf das Spiel. Sehr ärgerlich – aber eines konnte man den Huskies nicht vorwerfen: Sie kämpften, erarbeiteten sich Chancen. Eine davon nutzte Mitch Wahl zum Ausgleich (46.), kurz darauf machte Brett Cameron das 3:2 (47.), ehe Marius Stöber vier Minuten vor Schluss das 3:3 gelang (56.).

Eishockey: 24 Anläufe im Penaltyschießen hat es lange nicht gegeben

In der Verlängerung hatten beide Teams gute Gelegenheiten, das Spiel zu entscheiden. Ein Tor wollte jedoch nicht fallen. Erst der Penalty-Marathon sorgte für die Entscheidung.

24 Anläufe, so etwas hat es in der jüngeren Huskies-Geschichte nicht gegeben. Aber: Am 16. Februar 2001, damals spielten die Huskies unter Trainer Hans Zach noch in der DEL, wurde das Spiel bei der Düsseldorfer EG erst durch den 22. Penalty entschieden. Nah dran an den 24 Versuchen in Weißwasser. Die Huskies unterlagen damals 3:4.

Übrigens: Das weltweit längste Shootout fand 2016 in Deutschland statt. In der Frauen-Bundesliga gab es zwischen Memmingen und Bergkamen erst nach rund 30 Minuten und 54 Versuchen einen Sieger. Zuvor stammte das längste Penaltyschießen überhaupt ebenfalls aus Deutschland. 2010 gewannen die Straubing Tigers in der DEL nach 42 Schüssen 5:4 gegen den EHC München.

Kassel Huskies: Spiel gegen Crimmitschau fällt aus

Heute Abend wird es dagegen kein Penaltyschießen geben – zumindest keines mit Kasseler Beteiligung. Das Spiel gegen Crimmitschau ist abgesagt, ein Großteil des Eispiraten-Teams befindet sich in Quarantäne. Für die Huskies geht es somit erst am Freitag weiter, zuhause heißt der Gegner erneut Weißwasser (19.30 Uhr). Vielleicht kommt es ja wieder zu einem dramatischen Penalty-Krimi.

Von Pascal Spindler

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