Tim Lucca Krüger, Nico Schnell, Bastian Schirmacher, Louis Trattner und Nils Bergk räumen ihre Spinde

Abschied von der Eishockey-Jugend Kassel: Fünf Spieler verlassen Mannschaft 

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Sie packen ihre Sachen: (von links) Tim Lucca Krüger, Nico Schnell, Bastian Schirmacher, Louis Trattner und Nils Bergk räumen ihre Spinde in der Nachwuchs-Kabine. 

Kassel. Kehraus in der Junioren-Kabine der Eishockeyjugend Kassel (EJK): Die Mannschaft von Jürgen Trattner räumt auf. 

42 Saisonspiele in der DNLII sind absolviert, Kassel ist in diesem Jahr Fünfter geworden. Für fünf Jungs heißt es Abschied nehmen. Kapitän Tim Lucca Krüger (19 Jahre), Bastian Schirmacher (20), Nils Bergk (19), Louis Trattner (20) und Nico Schnell (19) haben zusammen trotz ihrer Jugend mehr als 60 Jahre das Trikot des Kasseler Eishockey-Nachwuchses getragen – zur kommenden Saison müssen sie in den Seniorenbereich wechseln. 

Während sie ihre Spinde räumen, lassen sie Erinnerungen wach werden. An die Anfänge im Bambini-Bereich – Tim Lucca ist mit 17 Jahren am längsten für die EJK aktiv. An das DNLII-Endturnier in Bietigheim in der vergangenen Saison, als das Aus erst im Halbfinale gegen den späteren Meister Füssen kam. An viele Erlebnisse auf und abseits der Eisfläche. „Ich bin erst seit zweieinhalb Jahren in Kassel“, sagt Bastian Schirmacher, der aus Hannover an die Fulda gewechselt ist. „Aber wir haben so viel zusammen erlebt, dass ich ein Buch schreiben könnte.“

Die fünf Jungs sind echte Kumpels. „Wir haben keine Geheimnisse voreinander“, erklärt Trattner. Die Stimmung untereinander ist locker. Jeder kann über sich selbst lachen. Als Trattner von seiner Marotte erzählt, immer als Letzter aufs Eis zu gehen, kontern die anderen: „Weil du beim Anziehen einfach der Langsamste bist.“

Wohin ihre Wege sie künftig führen, wissen die Fünf noch nicht. Außer Bergk träumen alle von einer Karriere als Eishockey-Profi. Ihr langjähriger Wegbegleiter, EJK-Chefcoach Milan Mokros, hofft, dass zwei oder drei der Jungs eine Chance bei den Kassel Huskies bekommen. „Erste Erfahrungen im Senioren-Bereich haben sie bereits gesammelt.“ Krüger und Schirmacher sind bereits für das Team von Rico Rossi aufgelaufen. „Aber wir wissen natürlich, dass wir nicht mehr alle Fünf in einer Mannschaft spielen werden“, sagt Krüger. Verbunden bleiben werde man sich dennoch. Für ihn, Schirmacher und Bergk geht es erst mal in den gemeinsamen Urlaub nach Prag. „Louis und ich trainieren in der Zeit lieber“, foppt Schnell seine Team-Kameraden. Das Sommertraining wollen die Fünf gemeinsam in Kassel absolvieren.

„Der Verein hat uns so viel gegeben, uns immer unterstützt. Mit der EJK werden wir einfach immer verbunden bleiben“, ist sich Krüger sicher. Das wurde auch bei der Abschiedsfeier für die Fünf in der Kabine deutlich. Die Trainer hatten Erinnerungsurkunden und alte Trikots für ihre Schützlinge vorbereitet. Mokros übergab den Spielern symbolisch ihre Pässe. „Wir geben sie jetzt nach all den Jahren frei. Mit einem weinenden Auge, aber auch Stolz darüber, dass aus kleinen Jungs vernünftige Männer geworden sind, die nicht nur Eishockey spielen können, sondern auch ein Plus für unsere Gesellschaft sind.“

Von Carina Wagener

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