Rückblick auf denkwürdige Momente seit dem DEL2-Aufstieg

Kassel Huskies in den Playoffs: Von Meistern, Sweeps und schmerzhaften Revanchen

Der Mann für alle Fälle: 50 Tore erzielt Topscorer Jamie MacQueen in der Meistersaison 2015/16. Der verdiente Lohn: der Pokal.
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Der Mann für alle Fälle: 50 Tore erzielt Topscorer Jamie MacQueen in der Meistersaison 2015/16. Der verdiente Lohn: der Pokal.

Ab Donnerstag beginnt sie wieder. Die fünfte Jahreszeit, in der es nicht jeck, sondern wie im Karneval besonders emotional zugeht. Die Zeit für härtere Checks, für intensivere Spiele, für die besonderen Geschichten in einer rasanten Sportart – die Playoff-Zeit im Eishockey.

Auch die Kassel Huskies können längst ein Buch mit vielen Kapiteln über ihre K.o.-Runden schreiben. Wir blicken zurück auf denkwürdige Playoff-Momente mit den Huskies seit dem Wiederaufstieg in die zweite Liga 2014.

Meister in eigener Halle

Es ist 21.49 Uhr, als die Fans die letzten Sekunden hinunter zählen. Es ist 22.14 Uhr, als Kapitän Manuel Klinge den Meisterpokal in Händen hält. Es ist nicht viel später, als sich auf der Eisfläche Fans und Spieler in den Armen liegen. Die Eissporthalle steht kopf an diesem Abend des 23. April 2016. Mit dem 5:2 gegen Titelverteidiger Bietigheim Steelers und dem vierten Sieg im vierten Spiel der Finalserie machen die Huskies den sensationellen Meistertitel im zweiten Jahr nach dem Aufstieg perfekt. „Wir waren eine Mannschaft durch und durch“ sagt Geschäftsführer Joe Gibbs später glückselig in eine Videokamera. Eine Mannschaft mit Torgarant Jamie MacQueen. Mit Kasseler Jungs wie Kapitän Klinge, Alex Heinrich und Michi Christ als Leistungsträgern. Mit Fans, die inbrünstig ihren Playoff-Song nach Siegen gegen Frankfurt, Ravensburg und Bietigheim schmettern: „Wir machen Löwen platt, wir reißen Türme ab, wir schmelzen Stahl, wir holen den Pokal.“

Geburt des Sweep

Was ein Sweep ist, weiß spätestens seit dem 18. März 2016 jeder Eishockeyfan in Nord- und Südhessen. Schon im Viertelfinale bekommen es die Huskies mit ihrem Erzrivalen zu tun. Ausgerechnet, denken nicht wenige im Vorfeld. Doch es kommt alles anders. Wie ein Orkan fegen die Kasseler viermal über chancenlose Löwen hinweg, ziehen schon nach vier Siegen in vier Spielen ins Halbfinale ein – es ist die Mutter aller Kasseler Playoff-Sweeps. Nach dem denkwürdigen 8:1 am Ratsweg in Frankfurt machen sie die Raupe auf dem Eis. Unvergessen.

Doppeltes Derbytrauma

Apropos Frankfurt: Die Löwen nehmen in den beiden Spielzeiten danach doppelt Revanche für den Sweep 2016. Das Schicksal will es, dass beide Teams auch in den Playoffs der zwei folgenden Jahre aufeinandertreffen. So süß der Kasseler Sweep war, so bitter werden diese beiden Duelle.

2017 ist es das Halbfinale. Diesmal sweept Frankfurt. In vier Spielen sind die Huskies nicht nur chancenlos. Auch das Skandälchen um ein privates Video mit Bettszenen von Torhüter Keller überlagert das Sportliche und schafft es deutschlandweit in die Gazetten. Am Ende wird der Erzrivale auch Meister. 2018 gibt‘s das Derby schon im Viertelfinale. Die Huskies erwischen den besseren Start, gewinnen zum Auftakt am Ratsweg und das erste Heimspiel. Danach aber greift der Frankfurter Sportchef Franz Fritzmeier durch, entlässt Trainer Paul Gardner und stellt sich selbst an die Bande. Das wirkt. Die Frankfurter drehen die Serie und schicken die Huskies mit 2:4 in die Sommerpause. Natürlich ahnt an diesem 25. März 2018 noch niemand, dass Spiel sechs der Serie und die 1:3-Niederlage gegen Frankfurt für mehr als drei Jahre das letzte Playoff-Spiel der Kasseler sein wird.

Eiskalte Eispiraten

Denn in der Saison darauf erleben die Huskies ihren Playoff-Tiefpunkt. Nach einer durchwachsenen Hauptrunde müssen sie als Siebter die Zusatzhürde Pre-Playoffs nehmen. Doch an eiskalten Eispiraten aus Crimmitschau beißen sich die Kasseler in der kurzen Serie auf nur zwei Siege die Zähne aus. Die Sommerpause beginnt 2019 so früh wie nie: am 12. März.

22. April 2021

Auftakt ins Playoff-Viertelfinale gegen Heilbronn – und der Beginn eines neuen Kapitels in der Playoff-Geschichte. An dessen Ende alle auf ein Happyend hoffen – den Aufstieg. Spätestens am 22. Mai ist klar, ob sich dieser Traum erfüllt.

(Michaela Streuff)

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