Ärger um Landshuts zweiten Torhüter

Wer steckte im Trikot von Max Englbrecht?

Die ohnehin sehr angespannte Stimmung zwischen den Kassel Huskies und dem EV Landshut wird nun richtig hitzig. Grund ist, dass sich die Kasseler von den Bayern getäuscht fühlen.

Nachdem beide Klubs bereits anhand von Videobildern Sperren gegen Spieler des Gegners erwirkt hatten, ermittelt die DEL nun auf Initiative der Huskies gegen den Eishockey-Klub aus Niederbayern, der in der Playoffserie 3:1 in Führung liegt. Das erklärte Geschäftsführer Joe Gibbs gegenüber unserer Zeitung. „Wir sind vielleicht getäuscht worden und möchten wissen, was da los war“, sagt Gibbs.

Es geht um Max Englbrecht, den zweiten Torhüter der Gastgeber, der beim 3:2 nach Verlängerung am Freitag zwar nicht zum Einsatz kam, aber auf dem Spielberichtsbogen stand. Die Huskies haben aber Hinweise darauf, dass Englbrecht eigentlich erkrankt im Bett lag. Und wundern sich, dass beim Warmlaufen auch ein Spieler im Englbrecht-Trikot und mit Torhüter-Maske auf dem Eis stand. Die Fans der Huskies sind deshalb auch in diversen Internetforen aktiv geworden und suchen Videomaterial vom Spiel. Die Bilder könnten zeigen, ob Englbrecht zum Beispiel auch beim Auflaufen der Teams dabei war. Die Huskies vermuten, dass eventuell Patrick Berger im Englbrecht-Trikot gesteckt haben könnte. „Der“, sagt Gibbs, „ist aber gar nicht für die DEL 2 lizensiert worden.“ Die Kasseler dagegen haben zum Beispiel mit Tobias Arndt sogar ihren vierten Torhüter lizensiert.

Die Landshuter haben zuletzt eine Problem mit ihren Goalies, weil die Nummer eins Tyler Weiman seit dem ersten Spiel in Kassel angeschlagen ist. Bei der ersten Partie in Landshut wurde er von Marco Eisenhut vertreten. Der Förderlizenzler war diesen Freitag aber für Ingolstadt im Einsatz. Cody Brenner erhielt aus Regensburg keine Freigabe. Bleibt also die Frage, wer der zweite Torhüter war. Die Huskies sehen einen Täuschungsversuch. „Was“, fragt Gibbs, „wäre zum Beispiel, wenn der zweite Torhüter einer der Spieler gewesen wäre, der zur Dopingprobe gemusst hätte? Was, wenn er auf der Bank an der Bande mit einem unserer Akteure aneinandergerät?“

Artikel aktualisiert um 15.40 Uhr

So seltsam das Vorgehen der Landshuter ist – Folgen für die Spielwertung wird es nicht haben. Das erklärte DEL-2-Geschäftsführer Rene Rudorisch gegenüber unserer Zeitung: „Die Spielordnung würde das nur bei einem direkten Einsatz des Torhüters vorsehen. Das war nicht der Fall.“ Bisher geht Rudorisch davon aus, dass der Torhüter, wer auch immer er war, nicht auf der Bank saß. Irritiert über die Aktionen zeigt er sich trotzdem. Vom EVL sowie von Englbrecht selbst wurden Stellungnahmen angefordert. Zumindest Geldstrafen sollen drohen.

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