Heute in der Eissporthalle

Alex Heinrich ist wieder da: Der Huskies-Kapitän meldet sich gegen die Lausitzer Füchse zurück

+
Der Kapitän ist wieder an Bord: Alex Heinrich steht den Huskies nach Verletzungspause wieder zur Verfügung. 

Kassel – Es gibt Situationen, in denen eher banale Fragen durchaus größere Bedeutung bekommen können.

Fragen Sie mal Alex Heinrich. Beim Kapitän der Kassel Huskies hat das kleine, alltägliche „Wie geht’s?“ zuletzt größeres Gewicht bekommen.

Im Heimspiel gegen Dresden hatte er sich im letzten Drittel am Knie verletzt – am 29. September war das, die Eishockey-Saison in der DEL2 gerade einmal fünf Spieltage alt. Heute, genau 47 Tage später, steht Spieltag Nummer 17 für sein Team an, und Heinrich antwortet: „Mir geht’s gut“. In der Praxis hat das Folgen, im positiven Sinne. Denn der Kapitän ist wieder fit und steht morgen endlich wieder da, wo er an einem Freitagabend im November am liebsten steht – nämlich unten auf der Eisfläche. Kurz bevor um 19.30 Uhr die Partie gegen die Lausitzer Füchse beginnt, wird Hallensprecher Sven Breiter also auch wieder den Spieler mit der Nummer 78 aufs Eis rufen. Und der lautstarke Applaus der Fans dürfte dem Kapitän gewiss sein.

Elf Spiele lang war er zum Zuschauen verdammt. Konnte Highlights wie das 10:2 gegen Meister Bietigheim oder das 7:1 gegen Verfolger Heilbronn nur von der Tribüne aus verfolgen. „Es war schwierig zuzuschauen. Gerade am Anfang und gerade, wenn es so gut läuft. Ich habe gern von oben zugeschaut, aber wäre natürlich lieber unten dabei gewesen“, bekennt Heinrich ohne Umschweife, schickt aber auch gleich in Lob hinterher: „Die Jungs haben das super gemeistert.“ Denn auf eigenem Eis sind die Huskies bekanntermaßen noch ungeschlagen, gewannen meist deutlich, kurz vor der Länderspielpause aber eher knapp. Die zweiwöchige spielfreie Zeit hat nicht nur dem Team, sondern auch Heinrich gutgetan, um wieder ganz fit zu werden. „Es fühlt sich alles wieder richtig gut an.“

Trotz der Zwangspause weiß er aber auch: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Zunächst war sogar eine noch schwerere Verletzung befürchtet worden. Der Verdacht aber bestätigte sich nicht.

Vorteil für Heinrich: So wirklich weg von der Mannschaft war er nie, trainierte das, was möglich war, wie Radfahren beispielsweise, in der Kabine, während die Huskies auf dem Eis waren. Aus den prophezeiten vier bis sechs Wochen Pause wurden letztlich nur vier. Längst ist er wieder auf dem Eis. Auch erst hier allein, dann wieder mit der Mannschaft – zu Beginn noch in einem roten Trikot, quasi als Warnung für die Mitspieler, vorsichtig zu sein. „Das hatte was von bitte nicht anfassen“, sagt Heinrich und lacht. Mittlerweile aber ist auch diese Schonzeit vorbei. Und so steht er an diesem Freitag vor einem kleinen Neustart. „Wenn man elf Saionspiele verpasst, kann man das wohl so nennen“, erklärt er.

Der anstehende Mini-Marathon mit sechs Spielen in zwölf Tagen kommt Heinrich dabei sogar gelegen. Vorteil: Nicht nur schnell wieder in den Spielmodus schalten, sondern auch die entsprechende Kondition auf dem Eis bekommen, die noch einmal eine andere ist als die, die er sich im Training erarbeiten kann. „Bei so vielen Einsätzen kommst du gar nicht groß dazu nachzudenken, sondern wirst einfach direkt ins kalte Wasser geworfen.“

Wieder Eintauchen in den Spieltag eines Eishockeyspielers, das wird er nun am Freitag. Gut zwei Stunden vor dem ersten Bully treffen sich die Huskies in der Kabine. Heinrich weiß schon jetzt: „Ich werde die Halle mit einem sehr, sehr positiven Gefühl betreten und einem breiten Grinsen im Gesicht.“ Der beste Ausdruck dafür, dass es dem Kapitän wieder richtig gut geht.

Hintergrund: Kuhn steht im Tor, Valentin kommt aus Wolfsburg 

Tim Kehler, Trainer des Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies, kann an diesem Wochenende fast aus dem Vollen schöpfen. Ihm fehlen nur Richie Mueller und Mario Scalzo verletzt. Dafür kehren Kapitän Alex Heinrich und Nathan Burns zurück. Kehler stehen somit insgesamt 20 Spieler zur Verfügung – denn aus Wolfsburg kommt Eric Valentin dazu. So hat der Kanadier sieben Verteidiger und elf Angreifer zur Verfügung. Im Tor – da hat sich der Coach schon festgelegt – wird Jerry Kuhn auflaufen. Eine besondere Aktion wird es beim Heimspiel der Huskies heute geben. Das Regenbogennetzwerk der Stadt Kassel, das sich gegen Homophobie einsetzt, wird sich in der Eissporthalle vorstellen. Vor dem ersten Bully werden dazu einige Sätze auf dem Eis gesagt, zudem gibt es einen Stand in der Halle. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.