Kasseler unterschreibt beim Oberligisten in Hannover

Alex Heinrich: Die neue Nummer 78 der Scorpions

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Er bleibt dem Eishockey verbunden: Ex-Huskies-Kapitän Alex Heinrich hat bei Oberligist Hannover Scorpions einen neuen Vertrag unterschrieben.

Bei den Kassel Huskies hatte er keine Zukunft mehr. Nun hat Alex Heinrich einen neuen Klub gefunden. Und dabei gibt es auch ein Wiedersehen. 

Einer hat ganz schnell geschaltet. „Als ich gelesen habe, dass Heini frei ist, habe ich sofort unser Management kontaktiert“, sagt Andy Reiss (34). Klar, wenn einer um die Qualitäten des Eishockeyspielers Alex Heinrich (32) weiß, dann sein ehemaliger Mitspieler. Von 2017 bis 2019 spielten Reiss und Heinrich gemeinsam in der Verteidigung des Zweitligisten Kassel Huskies. Künftig stehen die beiden wieder gemeinsam auf dem Eis – bei den Hannover Scorpions. Beim Traditionsklub hat Heinrich eine neue sportliche Heimat gefunden, nachdem sein Heimatverein nicht mehr mit ihm geplant hatte.

Über einen „Paukenschlag“ freuen sich deshalb die Scorpions. Statt DEL2 und Derbys gegen Frankfurt und Bad Nauheim geht es für Heinrich nun bei einem ambitionierten Drittliga-Klub weiter. Eine Etage tiefer in der Oberliga stehen das Derby gegen die Indians oder die Auswärtsfahrt in die Niederlande nach Tilburg künftig auf dem Programm. Und das mit derselben Nummer, die er auch in Kassel trug. Der 78.

„Ich empfinde das nicht als Rückschritt“, sagt Heinrich. Im Gegenteil: „Die Verantwortlichen haben sich sehr um mich bemüht. Die Scorpions sind ein Topklub, der um den Aufstieg mitspielen will. Außerdem war die Nähe zur Heimat wichtig für mich.“ Freundin Laura arbeitet und wohnt ebenso wie Familie Heinrich hier, Lauras Eltern in Northeim. „Mit dem Zug sind es 55 Minuten von Kassel nach Hannover.“

Dabei waren die Scorpions bei Weitem nicht der einzige Verein, der Heinrich gern verpflichtet hätte. Mehrere DEL2-Klubs und Oberligisten klopften an, es gab wohl auch einen Flirt mit Ex-Coach Rico Rossi und den Dresdner Eislöwen. „Ich hatte einige Angebote. Aber für mich war klar, das Gesamtpaket muss passen. Ich habe mir das in Ruhe überlegt und am Ende mit der Familie zusammengesessen. Alle sind mega happy“, sagt Heinrich. Auch Vater Heinrich, dessen Trikot in Kassel unterm Hallendach hängt. „Meine Eltern haben schon angekündigt, in der nächsten Saison sehr oft vorbeizukommen.“

Heinrich machte sich vor Ort ein Bild. In der Kabine reservierte ihm Andy Reiss beim Rundgang gleich mal einen der Plätze an seiner Seite – eine Erinnerung an alte Zeiten. Denn auch in der Kasseler Kabine saßen beide fast Seite an Seite. „Nur Marco Müller hat uns getrennt“, berichtet Heinrich und lacht.

Zunächst einmal für ein Jahr hat er unterschrieben. Trotz Corona seien die Verhandlungen normal verlaufen. „Man sollte in dieser Situation auch nicht hoch pokern, sondern sich so einigen, dass beide Seiten zufrieden sind. Was nutzt einem Spieler ein Mega-Gehalt, wenn es der Verein am Ende nicht mehr bezahlen kann?“ Seine Rolle ist klar: „Wir brauchen Siegertypen mit einem starken Charakter in der Kabine“, weiß Reiss. „Und genau das ist Heini.“

Außerdem profitiert Hannovers Neuzugang von seiner Erfahrung mit den Huskies. Nach dem Neustart in der Hessenliga 2011 erlebte und gestaltete Heinrich die Rückkehr der Huskies ins Profi-Eishockey maßgeblich mit. Gleiches erhoffen sich nun die Scorpions von ihm. „Ich weiß, wie es ist, wenn es von unten wieder losgeht, und wieviel Spaß es macht, solch ein Ziel zu haben“, sagt Heinrich. „Ich habe einfach wieder richtig Bock auf Eishockey.“ Und noch dazu richtig Appetit auf die mit Zimt gewürzten Nachtischvariationen von Andy Reiss’ Ehefrau. „Deshalb war er schon in Kassel gern bei uns“, verrät der Ex-Husky. „Ich habe ihm angeboten: Wenn du in Hannover unterschreibst, kannst du jeden Tag zum Nachtisch kommen.“ Die Einladung aus dem Hause Reiss dürfte ab Ende August greifen. Dann ist der Umzug geplant. „Am 1. September stehen wir hoffentlich gemeinsam in Hannover auf dem Eis“, sagt Heinrich.

In der Hoffnung, dass Corona den Ligastart im Oktober und seinen persönlichen Neustart wie erhofft über die Bühne gehen lässt.

Verantwortliche der DEL2 und der Kassel Huskies sind trotz Corona zuversichtlich: Grund dafür ist ein Hintertürchen der Bundesregierung für Hallensport.

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