Stürmer auf den Spuren von MacQueen

Huskies heute im Derby gegen Bad Nauheim: Trifft Cornet erneut?

Philippe Cornet, Stürmer der Kassel Huskies.
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Huskies-Stürmer Philippe Cornet trifft wie am Fließband.

Derby in der Eissporthalle: Heute Abend empfangen die Huskies ab 19.30 Uhr den EC Bad Nauheim. Während es bei den Gästen nicht gut läuft, ist bei den Huskies einer in Topform: Philippe Cornet.

Kassel – Einen Stürmer mit solch einer Trefferquote gab es lange nicht in Kassel: Obwohl Philippe Cornet erst im Dezember zu den Huskies gewechselt ist und nur die Hälfte der bisherigen 26 Saisonspiele mitgemacht hat, führt er die interne Torjägerliste mit 15 Treffern deutlich an. Das erste DEL2-Team, das den Torriecher des Frankokanadiers zu spüren bekam, war der EC Bad Nauheim.

Zu seinen 15 Treffern steuerte der 30-Jährige auch noch elf Assists bei. „Er hat alles eingebracht, auf das wir nur hoffen konnten. Er ist ein Unterschiedsspieler“, lobt auch Trainer Tim Kehler seinen Landsmann. Diesen Unterschied machte Cornet auch am Dienstag aus, als er beim 5:4-Sieg im Spitzenspiel bei den Tölzer Löwen erst zum 2:0 traf und später mit seinem zweiten Tor für die Entscheidung in der Verlängerung sorgte.

Beim letzten Duell traf Cornet doppelt

Zur Erinnerung: Sein erstes Spiel im Dress der Huskies machte Cornet, den alle nur Phil nennen, am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Weißwasser. Da blieb er noch ohne Treffer, zwei Tage später beim 8:0-Derbysieg in Bad Nauheim erzielte er dann seine ersten beiden Tore. „Seine Auftritte bisher waren außergewöhnlich. Er hat eine unglaubliche Quote. Wir konnten nicht erwarten, dass er gleich so gut punktet“, sagt Kehler.

Er war der Torjäger der Huskies in der Meistersaison 2015/16: Jamie MacQueen.

Blickt man in die DEL2-Vergangenheit der Huskies, kommt wohl nur Jamie MacQueen annähernd auf eine vergleichbare Treffsicherheit. Der Torjäger in der Meistersaison 2015/16 erzielte in 49 Hauptrundenspielen 37 Tore und trumpfte in den Playoffs mit weiteren zwölf Toren auf. MacQueen spielt inzwischen wieder bei den Schwenninger Wild Wings in der DEL. Da möchten die Huskies am Ende der Saison auch gerne hin.

Trainer Tim Kehler warnt

Nun aber liegt der Fokus erst einmal auf Bad Nauheim. „Der hohe Sieg aus dem Dezember hat keinerlei Auswirkungen auf das Spiel jetzt. Das haben wir schon gegen Frankfurt gesehen“, erinnert Kehler an die 1:2-Niederlage am vergangenen Sonntag bei den Löwen. Er erwartet einen hungrigen Gegner: „Sie hatten viel Pech mit Verletzungen, Corona und zuletzt schlechten Ergebnissen. Sie werden alles daran setzen, bei uns die Wende zu schaffen.“

Wer ihm beim Derby zur Verfügung steht, entscheide sich laut Kehler erst am Spieltag: „Nathan Burns ist nach dem Check gegen den Unterkörper in Bad Tölz sicher raus, ebenso fällt Corey Trivino weiter aus.“ Bei Marc Schmidpeter besteht zumindest die Möglichkeit, dass er wieder dabei ist. Im Tor wird Jerry Kuhn starten.

So sieht es bei den Gästen aus

Wie gern würden sie bei den Roten Teufeln wohl die Zeit zurückdrehen. Zurück in den November beispielsweise, als sie nicht nur in der Tabelle der DEL2 noch vor den Huskies standen, sondern auch das Derby in Kassel mit 4:3 nach Verlängerung gewannen. Am 15. November war das.

Nun, Anfang Februar vor dem nächsten Derby in Kassel ist die Realität in Bad Nauheim eine andere: Die Huskies sind Tabellenführer, die Roten Teufel hingegen sind gefangen in einer Abwärtsspirale, die sie hinuntergespült hat bis auf Rang elf. Auch wenn sie coronabedingt drei Partien weniger absolviert haben als die Huskies. Die starke erste Saisonphase ist Geschichte, vom erfolgreichen Spiel mit sicherer Defensive, überfallartigem Angriffspiel und starkem Forechecking ist die Mannschaft derzeit weit entfernt.

Leistungsträger fallen aus

Sie kassiert im Ligaschnitt zusammen mit Heilbronn die meisten Gegentore pro Spiel (3,9). Gerät sie in Rückstand, ist es hin mit dem Selbstvertrauen. In der Offensive trifft einzig der erste Sturm um die Topscorer Cason Homann (neun Tore, 27 Vorlagen) und Jamie Arniel (14 Tore, 15 Assists) verlässlich. Hinzu kommt der nicht zu kompensierende Verlust von Kapitän Marc El-Sayed, so etwas wie der Manuel Klinge Bad Nauheims. Für El-Sayed ist die Saison nach einer Herzmuskelentzündung beendet.

Ob die drei Kölner Förderlizenzler Gnyp, Glötzl und Chrobot (Doppelpacker aus dem ersten Derby) heute Abend zur Verfügung stehen, entscheidet sich kurzfristig. Der Kasseler Jan-Luca Sennhenn übrigens ist längst beim DEL-Team Köln gesetzt und in Nauheim kein Thema mehr.

Noch steht Järvenpää nicht zur Diskussion

Und Gerüchten, wonach die Kasseler nach dem Derby ihren Stürmer Marc Schmidpeter (25) nach Bad Nauheim abgeben würden, erteilte Geschäftsführer Joe Gibbs eine klare Absage: „Marc ist ein Husky und bleibt ein Husky. Definitiv.“

Seit dem 0:8 in eigener Halle gegen die Huskies haben die Nauheimer von sieben Spielen nur zwei gewonnen (3:2 gegen Dresden, 4:2 in Ravensburg) und drei Niederlagen mit mehr als sechs Toren hinnehmen müssen. Trainer Hannu Järvenpää aber, so heißt es aus der Wetterau, stehe nicht zur Diskussion.

Von Björn Friedrichs Und Michaela Streuff

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