DEL II

Huskies feiern Bergfest in Hauptrunde: Tabellenzweiter bescheiden

Diese Weihnachtsmänner grüßen von Tabellenplatz zwei: die Huskies (von links) Mike Collins, Conor Morrison, Matt Tomassoni und Jens Meilleur. Foto: Diekmann

Kassel. Es ist Bergfest in der Hauptrunde der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga: 26 der 52 Partien haben die 14 Klubs hinter sich gebracht.

Und die Kassel Huskies grüßen von einer Position, auf der sie vor Saisonbeginn wohl niemand erwartet hätte: von Tabellenplatz zwei. Wie auch beim 6:2-Derbysieg am Sonntagabend gegen die Roten Teufel aus der Wetterau trumpft der Aufsteiger mit Spielfreude, Einsatzbereitschaft, großer Moral und viel Teamgeist auf. Er geht so als erster Verfolger der Bietigheim Steelers die zweite Saisonphase an. Wir ziehen eine Zwischenbilanz.

Die Einstellung 

„Wer bei den Tischtennis-Meisterschaften in der Kabine gerade einen Lauf hat, weiß ich nicht“, sagt Kapitän Manuel Klinge und lacht. Dass sein Team aus den vergangenen sieben Spielen mindestens jeweils einen Punkt geholt hat, will er als Serie nicht gelten lassen. Denn fünf Erfolgen stehen auch die beiden Niederlagen nach Verlängerung in Weißwasser und am Freitag in Dresden gegenüber. „Einen richtigen Lauf wollen wir erst noch starten“, erklärt er. Das passt zur Einstellung der gesamten Mannschaft, der der tabellarische Höhenflug nicht zu Kopf gestiegen ist. „Wir reiben uns nicht verwundert die Augen. Wir sind natürlich sehr zufrieden. Aber wir arbeiten viel und hart und sind motiviert. Jeder Punkt, den wir holen, ist ein Punkt gegen den Abstieg“, betont der Kapitän. Denn der Klassenerhalt ist das Saisonziel des Aufsteigers.

Zurückhaltung abseits des Eises, ein kühler Kopf darauf: Auch damit punkten die Huskies. Bestes Beispiel dafür ist ihr Verhalten nach dem umstrittenen 4:2 der Nauheimer. Die Kasseler protestierten, bekamen kein Recht, spielten aber nach der Pause kontrolliert weiter. „Wir sind nicht sauer geworden“, stellte Chefcoach Rico Rossi fest. „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagt Klinge. Der Schlussabschnitt war nicht nur einer der besten der gesamten Saison. In diesen 20 Minuten hätten die Huskies auch weit mehr als nur die zwei Tore zum 5:2 und 6:2 erzielen können.

Der Kader 

Die Verantwortlichen haben bei der Kaderzusammenstellung ein richtig gutes Händchen bewiesen. Nicht nur Mika Järvinens Vertreter im Tor, Jeff Frazee, überzeugt, auch Neuzugang Peter Flache hat gleich voll eingeschlagen. Zwei Tore in zwei Spielen sprechen für sich. „Er passt zu uns, er ist kein Star, kein überragender Techniker. Aber ist gradlinig und zielstrebig“, lobt Rossi den Deutsch-Kanadier. Und Klinge fügt an: „ Er ist ein super Typ. Er verschafft sich den Platz, den er braucht.“

Auch in der Breite sind die Huskies bestens aufgestellt: Obwohl mit John Zeiler und Daniel Kunce zwei Stürmer verletzt fehlten, spielten die Huskies gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim mit vier starken Reihen. Die Tiefe im Kader ist wichtig mit Blick auf die Zeit mit vielen Einsätzen, die nun ansteht.

Die Zuschauer 

4500 begeisterte Zuschauer unterstützten die Huskies gegen Nauheim - verdient gehabt aber hätte diese Partie mindestens die gleiche Kulisse wie das Derby gegen Frankfurt mit 5100 Fans. Im Schnitt verfolgen bislang 3200 Zuschauer die Spiele der Huskies. Klingt sagt: „Wenn die Halle voll ist, gibt uns das einen Extrabschub, das ist die beste Motivation.“

Regelecke: Es war die umstrittenste Szene des Derbys in Kassel: Quasi mit der Sirene, die die zweite Drittelpause ankündigte, erzielte Bad Nauheim das zwischenzeitliche 4:2. Doch die Schiedsrichter hätten das Tor gar nicht geben dürfen. Das besagt Regel 153 aus dem Regelwerk des Deutschen Eishockey-Bundes: „Nähert sich die Spielzeit eines Spieldrittels (...) ihrem Ende, ist es Aufgabe der Spieloffiziellen (Schieds- und Linienrichter), das Ende eines jeweiligen Spieldrittels (...) festzustellen. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, bietet die jeweils hinter dem Tor angebrachte grüne Signallampe eine geeignete Orientierung.“

Die Lampe wird nicht manuell vom Zeitnehmer ausgelöst, sondern ist mit der Hallenuhr gekoppelt. In der 40. Minute war die Lampe bereits grün, noch bevor der Puck den Torschützen Kyle Helms überhaupt erreicht hatte. Sein Torschuss fand also in der Drittelpause statt.

Der zuständige Schiedsrichterassistent allerdings hatte das Spielgeschehen im Blick, nicht jedoch die Uhr. Der Protest der Kasseler Spieler war also berechtigt. (mis)

• Im Video vom Spiel ist die Szene nachzusehen ab Minute 3:18

Von Michaela Streuff

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