„Die Domain ist aktuell nicht zu erreichen“

Bad One ist insolvent: Huskies-Fans können online keine Artikel kaufen

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Beliebte Artikel: Fans der Huskies unterstützen ihr Team in der Eissporthalle gern in voller Montur - von Trikot bis Schal. 

Wer in diesen Tagen die Homepage der Kassel Huskies öffnet, Neues vom Eishockeyklub aus der DEL 2 erfahren und dann vielleicht ein wenig im Online-Fanshop nach Fan-Artikeln der Blau-Weißen stöbern will, der kommt nicht ans Ziel.

Beim Click auf den Menüpunkt „Shop“ erscheint nur ein Hinweis: „Die Domain ist aktuell nicht zu erreichen.“ Als möglicher Grund sind beispielsweise Wartungsarbeiten angegeben.

Die Wirklichkeit sieht allerdings weit schwerwiegender aus. Die Huskies haben ein großes Problem, für das sie selbst aber nichts können. Der Grund, warum Anhänger online keine Fanartikel kaufen können: Die Firma Bad One GmbH als Partner der Huskies und Betreiber des entsprechenden Online-Angebots ist insolvent. Das Insolvenzantragsverfahren läuft, eine vorläufige Insolvenzverwalterin ist bereits eingesetzt. Die Homepage des Anbieters gibt es im Netz nicht mehr.

„Wir sind in einer sehr misslichen Lage und arbeiten mit Hochdruck daran, den Sachverhalt zu klären“, sagt Huskies-Sprecher Thomas Lange. Geschäftsführer Joe Gibbs erklärt gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben leider sehr spät von der Insolvenz erfahren. Das ist keine schöne Situation, von der nicht nur wir betroffen sind.“

Es ist nämlich längst nicht so, dass allein der Online-Auftritt betroffen ist. Bad One ist auch Mieter und Betreiber des Fanshops in der Eissporthalle. Und: Die Firma liefert einen Großteil der Merchandising-Artikel für die Huskies. So stellt sich natürlich die Frage, ob es einen finanziellen Verlust für die Kasseler gibt und in welcher Höhe. Richtig zu beantworten ist das derzeit nicht. Der Fanartikel-Verkauf läuft für die Huskies nicht auf Basis von Vorfinanzierungen, sagt Gibbs. Heißt: Die Huskies mussten Trikots, Schals, Aufkleber und dergleichen vorab nicht bezahlen – und nun fehlt ihnen die Ware. Verluste entstehen derzeit also nur durch den Wegfall von Einnahmen aus dem Verkauf im Onlineshop.

Gibbs und Lange betonen, dass der Laden in der Eissporthalle weiterhin samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet bleibt. Aber: Fanartikel aus Beständen von Bad One dürfen nicht verkauft werden, da sie im Eigentum der Firma sind und somit zur Insolvenzmasse gehören. Auch der Fanpoint am Friedrichsplatz, Kassels größter Anbieter von Fanartikeln, kann die Huskies-Anhänger derzeit nicht erfreuen. „Unsere Bestände sind bis auf ein paar Aufkleber aufgebraucht“, erklärt Sven Bertel.

Wie und wann es mit dem Fanartikel-Verkauf der Huskies weitergehen wird, das steht nicht fest. „Ich habe aber Hoffnung, dass wir bis zum Saisonstart auch online wieder vertreten sind“, sagt Gibbs. Er verweist auf anstehende Gespräche mit einem Interessenten für die Übernahme von Bad One.

Sollte der gefunden werden, würde das sicher für Erleichterung sorgen. Denn Bad One war eine feste Größe im deutschen Eishockey. Viele Klubs, neben den Huskies unter anderem der Deutsche Meister Adler Mannheim, die Bietigheim Steelers und sechs weitere Zweitligisten, die Scorpions und Indians in Hannover, setzten im Merchandising auf die Dienste des Unternehmens, ebenso wie die DEL2. Deren Geschäftsführer Rene Rudorisch bedauert die Entwicklung: „Bad One war eine innovative und vom Design her attraktive Marke für den Eishockeysport. Davon haben Klubs und Anhänger profitiert“, sagt der Liga-Chef, der aber keinen Imageschaden befürchtet. Aber: „Für die Fans ist es  natürlich ärgerlich.“

Noch ist im Lager der blau-weißen Anhänger keine Unruhe ausgebrochen. „Schade, Bad One hatte gute Ideen. Wir werden einen neuen Partner finden. Wichtig wäre aber, dass der zum Saisonstart da ist“, sagt der Fanbeauftragte Sven Breiter. Pragmatisch nimmt es Basti Vaupel, Vorsitzender des Fanklubs Highlander: „Es wäre natürlich schön, beim ersten Spiel etwas Neues zu haben.“ Er hat beispielsweise einen Schal ins Auge gefasst. Der ließe sich beim erhofften Torjubel gegen Frankfurt im Auftaktderby am 13. September schwenken. Aber im Notfall muss Erprobtes die Zeit bis zu neuen Fanartikeln überbrücken. Ihm ist nicht bange: „Ich habe einen Schrank voll mit Trikots und 200 Schals.“

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