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Bei Spielen der Kassel Huskies in der Eissporthalle: Warum ist’s hier eigentlich so warm?

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Von: Björn Friedrichs

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Bei Spielen der Kassel Huskies ist es in der Eissporthalle inzwischen viel wärmer als früher.
Bei Spielen der Kassel Huskies ist es in der Eissporthalle inzwischen viel wärmer als früher. © Andreas Fischer

Die Besucher der Heimspiele der Kassel Huskies wundern sich über die Temperaturen in der Eissporthalle. Michi Christ klärt auf.

Kassel – Mit Eishockey verbindet man ja doch eher die kalte Jahreszeit. Wer früher die Spiele der Kassel Huskies besucht hat, tat dies mit langen Socken, unter den Trikots wurden dicke Pullover und Winterjacken getragen. Inzwischen ist das nicht mehr so – und viele Besucher der Spiele des Eishockey-Zweitligisten wundern sich: Warum ist’s hier eigentlich so warm, obwohl doch die Energiepreise so nach oben schnellen?

Die Erklärung ist recht einfach. Es muss geheizt werden, damit sich in der Eissporthalle weder Nebel noch Feuchtigkeit bilden. „Das beste Beispiel waren die Partien kürzlich in Bad Nauheim, wo es durch die Nebelbildung kaum Sicht gab“, sagt Michael Christ, Hallenleiter bei den Huskies. Freie Sicht gab es dort weder für die Zuschauer, noch für die Spieler. Die konnten zwischenzeitlich von der Mittellinie das Tor nicht sehen.

Zwar ist das Stadion in Kassel im Vergleich zu dem in der Wetterau kein offenes, aber auch in die Eissporthalle gelangt laut Christ viel Außenluft nach innen: „Die Substanz ist ja schon recht alt und nicht so isoliert, wie man das heute machen würde. An einigen Stellen kommt Luft rein, auch weil für die Bauarbeiten die Türen nicht selten offen stehen.“ Außerdem darf in der Halle an Spieltagen ein bestimmter CO2-Wert nicht überschritten werden, deshalb lassen die Huskies mehr Außenluft rein. Dies führt zu einer besseren Luftqualität.

Michael Christ Hallenleiter der Huskies
Michi Christ, Hallenleiter der Huskies © Andreas-Fischer-Fotografie.de

Vor allem bei regnerischem Wetter gelangt so viel feuchte Luft in die Halle, was dann für Nebelbildung sorgen würde. „Deshalb müssen wir gegenwirken und die Heizung anschmeißen“, erklärt Christ. Warme Luft bindet mehr Feuchtigkeit als kalte.

Viele Fans erinnern sich: Früher war die Luft in der Halle sehr feucht. „Das können wir uns bei der neuen Technik und der neuen Substanz nicht mehr leisten“, so Christ. Auf den höher gelegenen Plätzen herrschen deshalb während der DEL-2-Spiele gerne mal zwischen 20 und 22 Grad.

Für die Spieler auf dem Eis, wo es spürbar kälter ist, ist das noch kein Problem. „Wir merken das ein bisschen, aber das ist noch lange kein Vergleich zu der Wärme, die zum Beispiel in Frankfurt herrscht“, sagt Verteidiger Marco Müller.

Wenn viele Zuschauer da sind, sei es auch nochmal etwas wärmer. „Das ist aber noch minimal und vollkommen im Rahmen“, sagt Müller. Schließlich sei es besser, wenn das Eis durch die Temperatur zwar etwas weicher und Bewegungen dadurch etwas kraftaufwendiger seien, die Oberfläche dafür aber nicht uneben – wie es durch herabtropfendes Wasser der Fall wäre.

Eine Entfeuchtungsanlage wie in anderen modernen Hallen gibt es in Kassel (noch) nicht. „Die ist in Planung und wird es in Zukunft auch hier geben. Aktuell ist Heizen aber unser einziges Werkzeug“, sagt Christ. Die Huskies arbeiten bereits mit der Firma Kieback&Peter zusammen, die sich auf Systemlösungen im Gebäudemanagement spezialisiert hat. „Deren System schaltet die Heizungs- und Lüftungsanlage per künstlicher Intelligenz automatisch ein und aus. Man muss auch bedenken, dass die Zuschauer zusätzliche Wärme reinbringen. Das wird von dem System kontrolliert“, sagt Christ.

Geheizt wird in der Eissporthalle mit Fernwärme. Wie berichtet soll in naher Zukunft auf dem Hallendach auch Photovoltaik installiert werden. „Nicht nur wegen der steigenden Energiekosten ist das notwendig, sondern auch weil die Eissporthalle CO2-neutral werden soll“, sagt Christ. (Björn Friedrichs)

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