Eishockey

Huskies beginnen Eistraining voller Begeisterung und Erleichterung

Kassel Huskies, Eishockey, DEL2, August 2019 Zurück auf dem Eis: Die Huskies Luis Spitzner, Leon Hungerecker und Michi Christ (von links).  
Archivfoto: ANDREAS FISCHER/NH
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Zurück auf dem Eis: Die Huskies Luis Spitzner, Leon Hungerecker und Michi Christ (von links). Archivfoto: ANDREAS FISCHER/NH

Sie sind zurück nach einem langen Sommer: Die Kassel Huskies haben das Training aufgenommen für die neue Saison in der zweiten Eishockey-Liga. Und wie!

Kassel – Sie sind zwei Monate später dran als üblich, wegen der Corona-bedingten Schutzmaßnahmen sind keine Fans auf der Tribüne, auch Journalisten und Fotografen dürfen in der Kasseler Eissporthalle diesmal nicht dabei sein. Ansonsten aber ist es (fast) wie immer, wenn die Huskies nach der Sommerpause endlich wieder aufs Eis gehen: Voller Freude und Begeisterung haben die Kasseler Eishockeyspieler gestern das Training für die ab 6. November geplante Zweitliga-Runde aufgenommen. Da wird gerannt und geschossen, geflachst und gelacht – und diesmal ist auch ganz viel Erleichterung dabei, dass es endlich losgehen kann.

So jedenfalls ist es zu erfahren aus den Reaktionen, die wir später eingeholt haben. „Die Jungs sind tatsächlich gut drauf und mit Feuereifer bei der Sache“, berichtet Manuel Klinge. „Sie brennen darauf, nach dem langen, langen Sommer wieder ein Alltagsgefühl in ihrem Leben, ihrem Sport zu bekommen.“

Um 8.30 Uhr war der aktuelle Kader komplett in der Halle eingetroffen, und als es um 10 Uhr erstmals für zwei Stunden aufs Eis ging, da stürmte selbst der Kanadier Corey Trivino mit, der erst am Morgen um 6.30 Uhr mit dem Flieger in Frankfurt gelandet war. Und sonst? „Es fehlt niemand“, erklärt Klinge, allerdings sind noch zumindest zwei Positionen im Team vakant – jeweils eine in Abwehr und Angriff. Und: Neben den bewährten Kräften Marco Müller und Derek Dinger, deren Vertragssituation zumindest öffentlich noch ungeklärt ist, waren auch, so Klinge, einige Gäste dabei: Spieler vom Oberliga-Kooperationspartner Herford sowie die Kasseler Jungs Tim Lucca Krüger und Bastian Schirrmacher, die zuletzt in Duisburg aktiv waren.

Natürlich achten die Huskies sehr auf die Einhaltung der Regeln zur Virusabwehr. Schutzmasken sind aufzusetzen, so oft es nur geht, Fieberkontrollen an jedem Morgen Pflicht. Ausrüstungen und Geräte werden häufig desinfiziert. Und sobald jemand Coronasymptome zeigt, hat er der Halle fernzubleiben und sich bei der medizinischen Abteilung zu melden. „Der Aufwand ist groß“, sagt Manuel Klinge, „aber auch hier ziehen die Jungs super mit. Jeder weiß, um was es jetzt geht.“

Die Notwendigkeit, möglichst viel Distanz zu wahren, verändert aber die Abläufe. Das übliche gemeinsame Mittagessen entfällt derzeit, auch Maßnahmen zur Förderung des Teamgeistes sind jetzt nur ein Randthema. „Wir müssen uns auf das sportlich Wesentliche konzentrieren, die Fitness“, sagt Klinge. Dazu gehört auch, dass dem Eistraining am Vormittag später auch noch ein Krafttraining bei Marinko Neimarevic folgte. An diesem ersten, besonderen Trainingstag der Huskies.

(Gerald Schaumburg)

„Ein Tag, wie er sein soll“

Kapitän Denis Shevyrin (25): „Das war ein erster Tag, wie er sein soll – schön, hart, knackig. Es hat viel Spaß gemacht, wieder mit den Jungs zusammen zu sein. Sie sind alle bereit, und wir haben offenbar wieder viele gute Charaktere in der Truppe. Ich bin jetzt schon total gespannt auf das erste Spiel.
Zum Glück war ich im Sommer in Dinslaken, Troisdorf und zuletzt hier in Kassel mindestens einmal pro Woche auf dem Eis. Da fällt die Gewöhnung an die neue Ausrüstung leichter. Was wichtig ist, denn der Trainer hat uns gleich ins kalte Wasser geworfen. Wir hatten viele lange Wege, sind aber auch schon voll eingestiegen ins Spielsystem mit hoch stehender Abwehr. So muss das auch sein, denn viel Zeit zur Vorbereitung bleibt nicht.“ (sam)

„Das Team ist motiviert“

Stürmer Corey Trivino (30): „Geschlafen habe ich so gut wie gar nicht während des Fluges von Toronto nach Frankfurt. Um 6.30 Uhr sind wir gelandet, zwei Stunden später in Kassel angekommen, und um 10 Uhr stand ich auf dem Eis. Tatyana und ich sind froh, wieder hierzusein. Sieben Monate waren wir als Team nicht auf dem Eis. Auch wenn das eine ziemlich lange Zeit ist, fühlt es sich nur an wie wenige Wochen. Einiges ist nun anders: Wir nutzen einen anderen Eingang, tragen eine Maske, es wird Fieber gemessen, wir haben jeder unsere eigene Trinkflasche mit Namen und Rückennummer. Aber sobald du auf dem Eis stehst, ist alles wie immer. Das Team ist motiviert. Ich freue mich aufs Kennenlernen. Mit Brett Cameron hatte ich schon vorab ein wenig Kontakt.“ (mis)

„Wir sind hungrig“

Stürmer Michi Christ (31): „Natürlich ist es schon merkwürdig, wenn Du am Morgen erst einmal Fieber gemessen bekommst. Aber alle Jungs sind total happy aufs Eis gegangen und froh, dass es endlich losgeht. Für mich ist es schon die 14. Profisaison, aber unser Trainer schafft es immer wieder, dass wir schon vom ersten Tag an hungrig sind auf Spiele und Siege. Und ich wage die Behauptung, dass wir sicher wieder vorn mitspielen können. Das ist unser Anspruch, klar, aber wir haben auch das Zeug dafür. Und mindestens über einen neuen Import werden wir uns richtig freuen: Brett Cameron. Der Junge sieht richtig gut aus.
Schwere Beine habe ich (noch) nicht, aber das wird und muss auch noch kommen. Die harte Arbeit im Sommer zahlt sich aus und dass wir schon Eiszeit hatten.“ (sam)

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