Bietigheim baut auf Heimstärke: Steelers wollen Titel gegen Kassel verteidigen

Ein Spitzentrio der Steelers: David Wrigley, Justin Kelly und Marcus Sommerfeld (von links) bejubeln einen Treffer gegen Bremerhaven. Archivfoto:  Simecek

Bietigheim-Bissingen. Die Bietigheim Steelers haben im Playoff-Finale der DEL2 die Chance, etwas Historisches zu erreichen: Noch nie ist es einem amtierenden Zweitliga-Meister gelungen, den Titelgewinn in der darauffolgenden Saison zu wiederholen!

Ein zusätzlicher Ansporn für die erfolgsverwöhnten Profis aus dem Ellental. „Es wäre eine große Ehre, das erste Team zu sein, das so etwas schafft, aber wir wissen, dass es sehr schwer wird“, sagt Topscorer Justin Kelly, der wie auch René Schoofs schon 2009 bei der ersten Meisterschaft dabei war. Sollten sich die Bietigheimer durchsetzen in der Serie auf vier Siege (best of seven) gegen die Kassel Huskies, die am Freitag (19.30 Uhr) mit einem Heimspiel der Schwaben beginnt, wäre es ihre vierte Meisterschaft in acht Jahren.

Die Stärken

Die Steelers bauen bei der Mission Titelverteidigung auf ihre Heimstärke: 22-mal in Folge hat der Hauptrundensieger in der EgeTrans-Arena gewonnen. Die letzte Heimniederlage datiert vom 22. November 2015 – ein 1:2 gegen Ravensburg. In der Endrunde hat sich speziell Stürmer Shawn Weller ins Rampenlicht gespielt: Mit fünf Toren und zwölf Vorlagen steht der Amerikaner in der internen Playoff-Scorerliste hinter Justin Kelly auf Platz zwei und in der DEL-2-Bestenliste auf Rang drei.

Die Erfolge gegen seine Ex-Klubs Rosenheim und Dresden (jeweils 4:1 Siege) scheinen Weller Flügel verliehen zu haben. In der regulären Runde war der Mann mit der Glatze und dem Rauschebart dagegen nie richtig auf Touren gekommen. „Aber auch da hat Shawn sehr viel für die Mannschaft gearbeitet. Das taucht nur nicht immer in der Statistik auf. Zurzeit hat er jede Menge Selbstbewusstsein“, sagt Kelly.

Der Star: Justin Kelly

Kein anderer Spieler steht für den Erfolg der Steelers wie Justin Kelly. 35 Jahre alt, im kanadischen Abbotsford (British Columbia) geboren, Stürmer, seit 2007 in Bietigheim, allerdings mit drei Jahren Abstinenz in Krefeld, Düsseldorf und Ljungby (Schweden), ist er der Stratege und Vollstrecker des Teams. 19 Tore und 23 Vorlagen buchte er in nur 29 Spielen des Vorjahres, in dieser Saison war er mit 85 Punkten (34 + 51) in 52 Spielen erneut die Nummer eins der Liga.

Die Sorgen

Seit Monaten beutelt großes Verletzungspech die Steelers. Zeitweise fehlten bis zu sieben Profis. Umso bemerkenswerter war, dass die Mannschaft die Hauptrunde dennoch mit einem Zähler Vorsprung vor den im Viertelfinale an Dresden gescheiterten Bremerhavenern abschloss und sich so den Playoff-Heimvorteil sicherte. „Der Eishockey-Gott hat es nicht gut mit uns gemeint. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass der Teufel seine Finger im Spiel hat“, klagt Trainer Kevin Gaudet über die Blessuren.

Die Ausfälle

Auch gegen Kassel fehlen dem Meister wichtige Stützen. Top-Verteidiger Markus Gleich fällt mit einer Gehirnerschütterung vom dritten Spieltag weiter aus. Torjäger David Wrigley, 2014 als wertvollster Spieler der Playoffs geehrt, brach sich im erbitterten Viertelfinalduell gegen Rosenheim eine Hand, womit auch für ihn die Saison beendet war.

Die Hoffnungen

Comeback-Hoffnungen gibt es dagegen in Bietigheim noch bei Angreifer Frédérik Cabana nach einer Unterschenkelblessur sowie bei Defensiv-Ass Dominic Auger (39). Der einstige Kasseler (2008/09, siehe Text unten) hat laut Steelers eine „Oberkörperverletzung“ erlitten. Morgen werden diese beiden Rekonvaleszenten wohl noch nicht im Kader sein.

„Natürlich hoffen wir, dass beide in der Serie noch einmal eingreifen können. Wir wollen aber kein Risiko eingehen und planen noch ohne die Rückkehrer. Aber diese Serie wird lange dauern“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch.

Von Andreas Ebeler

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