Eishockey

„Cherno“ kommt mit Ravensburg zum Charaktertest

Eishockey, DEL2, EC Bad Nauheim - Kassel Huskis 0:8- Mit breiter Brust und Zuversicht ins neue Jahr und ins Spitzenspiel: Huskies-Trainer Tim Kehler strahlend beim 8:0-Derbysieg in Bad Nauheim.  
Archivfoto: Blatterspiel/Jan Hübner
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Mit breiter Brust und Zuversicht ins neue Jahr und ins Spitzenspiel: Huskies-Trainer Tim Kehler strahlend beim 8:0-Derbysieg in Bad Nauheim.

Erster gegen Zweiter: Zum Gipfeltreffen in der DEL2 empfangen die Huskies am Sonntag um 17 Uhr die Ravensburg Towerstars in der Kasseler Eissporthalle.

Kassel – Als Tim Kehler „das schlechte Jahr 2020“ erleichtert mit eine „Tschüss“ abhakte, hatten seine Huskies gerade mit dem siebten Sieg in Serie die Führung in der zweiten Eishockey-Liga behauptet und ihren Vorsprung sogar so weit ausgebaut, dass sie nach dem 4:3 nach Penaltyschießen in Dresden im Gipfeltreffen am Sonntag um 17 Uhr in der Kasseler Eishalle gegen den Tabellenzweiten Ravensburg nicht vom Thron gekippt werden können.

Der Rückblick

Auch in Dresden war für Trainer Kehlers Truppe ein weiterer Dreier drin – auch wenn sie trotz aller Warnungen vor dem vom Trainerwechsel von Rossi zu Brockmann beseelten Kellerkind „im ersten Drittel nicht bereit“ und mit einem 0:1 gut bedient war. Nach Corey Trivinos raschem 1:1 aber, nach Brett Camerons Traumpass, „sind wir immer besser ins Spiel gekommen, haben aber unsere Chancen diesmal nicht konsequent genutzt“, so Kehler.

Beim 1:2 wurden die Kasseler von Verteidiger (!) Hanusch überlaufen, beim 2:2 blockte Philippe Cornet den Weg frei für Torschütze Ryon Moser, und beim Kasseler 3:2 vollstreckte der starke Neue einen Rückhand-Traumpass von Clarke Breitkreuz. Bei Joel Keussens Schlagschuss an den Innenpfosten aber war der Puck mehr drin als draußen. Statt des wohl entscheidenden 4:2 (56.) erzwang Ex-Husky Toni Ritter 94 Sekunden vor Schluss mit dem 3:3 die Verlängerung. In der hatten auch Troy Rutkowski allein gegen den famosen Torwart Nick Vieregge (18) sowie Trivino, Cameron und Moser den Siegtreffer auf der Kelle.

Für den zweiten Punkt sorgten so schließlich erst im Penaltyschießen Pucktänzer Lukas Laub und Rutkowski mit ihren Treffern sowie Torwart Jerry Kuhn, der Roope Rantas zweiten Versuch mit der Fanghand (!) entschärfte.

Der Ausblick

Das zweite Duell Kassel - Ravensburg steht unter umgekehrten Vorzeichen, nachdem die Huskies im Hinspiel 4:2 beim damaligen Spitzenreiter gesiegt hatten. Klar, „damals haben wir eines unserer besten Saisonspiele gemacht, aber jetzt wollen die Towerstars den Spieß umdrehen“, weiß Tim Kehler, „sie werden uns wie Dresden einem Charaktertest unterziehen.“ Angesichts einer Spielpause sei der Rivale körperlich im Vorteil und „wird bereit sein, alles für eine Trendwende aus sich herauszuholen“. Trotz der vielen kräftezehrenden Reisen zuletzt aber erwartet Kehler auch physisch wieder sehr präsente Huskies, denn „die Jungs lieben es, sich mit den Topteams der Liga zu messen und wollen diese Herausforderung bestehen“.

Personell ändert sich wohl nichts, da Michi Christ nach seinem Fußbruch definitiv noch fehlen wird und bei Ryan Olsen sowie Nathan Burns angesichts ihrer Kopfverletzungen weiterhin nur von Tag zu Tag über ihren Einsatz entschieden werden kann.

Der Gegner

Bis zum 13. Dezember und einem 8:3 in Bietigheim lief es wie geschmiert bei den Ravensburgern, die sich mit ihren Assen Driendl (11 Tore + 12 Vorlagen), Czarnik (10+11) und Pompei (4+15) als erster Aufstiegsverhinderer für das Favoritentrio zeigten. Seither aber gewann das Team von Rich Chernomaz nur eins von fünf Spielen. Dem 1:4 in Crimmitschau ließ der Coach („ich bin enttäuscht und unzufrieden“) Klartext folgen: „Wir dürfen nicht länger schlafen, nicht passiv sein. Wir müssen härter arbeiten und werden das tun in den fünf freien Tagen bis zum Spiel in Kassel.“

Clever, körperbetont und mit einfachem Eishockey will „Cherno“ die Towerstars sehen: „So, wie die Huskies das als bestes DEL2-Team schon seit Wochen ohne Wackler zeigen.“ Allerdings muss er fortan auf Blueliner Sören Sturm verzichten. Der Ex-Husky, inzwischen 31, wechselte mit der Perspektive eines mehrjährigen Vertrages kurzfristig nach Kaufbeuren. (Gerald Schaumburg)

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