Corona-Chaos vor den Playoffs droht

DEL2: Mehrere Spieler in Heilbronn und Bietigheim mit Corona infiziert

Ryan Olsen greift sich an den Helm.
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Ryan Olsen und die Huskies müssen noch abwarten, ob die Heilbronner Falken am Freitag in Kassel antreten können.

Kurz vor den Playoffs droht der DEL2 ein Corona-Chaos. Nicht nur, dass sich der Verdacht in Heilbronn bestätigt hat und nicht nur ein, sondern mehrere Spieler betroffen sind – auch bei den Bietigheim Steelers sind mehrere Eishockeyprofis positiv auf das Virus getestet worden. Das wurde gestern Abend bekannt. Das Heimspiel der Kassel Huskies am Freitag gegen Heilbronn kann damit nicht stattfinden.

Beide Mannschaften befinden sich nun komplett in häuslicher Quarantäne, wie von den jeweiligen Gesundheitsämtern angeordnet. Das gab die DEL2 bekannt. Auf der Homepage der Heilbronner Falken hieß es zudem: „Im engen Austausch aller Beteiligten wird nun das weitere Vorgehen besprochen und die Öffentlichkeit zeitnah darüber informiert.“ Außerdem gibt es einen weiteren Verdachtsfall bei den Roten Teufeln Bad Nauheim. Auch die Löwen Frankfurt, die am Samstag das Derby gegen den Klub aus der Wetterau gespielt hatten, werden nun auf das Virus getestet. Ein Überblick.

Gestern Mittag kam die Nachricht, dass sich der Verdachtsfall vom Sonntag bei den Falken bestätigt hat. „Das Gesundheitsamt hat den Prozess gestartet“, sagte Manager Stefan Rapp der Heilbronner Stimme zunächst. Am Abend dann weitere Gewissheit: Mehrere Spieler haben sich mit Corona infiziert.

Das hat auch Folgen für die Kassel Huskies: Sie sollen eigentlich am Freitagabend die Falken zum letzten Heimspiel der Hauptrunde empfangen. Aber wenn die gesamte Mannschaft nun in Quarantäne ist, wird die Partie verschoben werden müssen. Und: Als aktueller Tabellenachter wären die Falken aktuell auch Kassels Playoff-Gegner im Viertelfinale ab 20. April. „Wir konzentrieren uns auf die offiziellen Angaben der Gesundheitsämter und der Liga. Wir müssen abwarten“, sagte Huskies-Sportdirektor Manuel Klinge gestern. „Das ist natürlich ein blöder Zeitpunkt“, so Klinge weiter, der aber betont, dass die Gesundheit im Vordergrund steht.

Das Spiel gegen Freiburg musste gestern kurzfristig ausfallen, nachdem ein Schnelltest bei den Roten Teufeln aus Bad Nauheim ein positives Ergebnis hervorgebracht hatte. Die Mittelhessen begaben sich in häusliche Isolation, sie haben schon gestern PCR-Tests gemacht. Weil die Löwen Frankfurt am Samstag Gegner von Bad Nauheim waren, wurde zudem ihr Spiel in Crimmitschau gestern Abend verlegt – auf Dienstag, 13. April. Die Testergebnisse aus Südhessen standen gestern Abend noch aus.

„Sie werden vorsichtshalber getestet. Dort hat kein Spieler Symptome, aber wir wollen auf Nummer sicher gehen“, sagte Rudorisch. Die Roten Teufel hatten vergangene Woche zwei Partien gegen Heilbronn bestritten. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt, ist aber unklar.

Ein Abbruch der Hauptrunde ist weiterhin kein Thema. „Alle Spiele, die gemacht werden können, sollen auch absolviert werden. So lautet das Regelwerk“, sagte Rudorisch gestern. Es soll wohl noch einen kurzfristigen Austausch mit den Klubs geben, wie die Hauptrunde und Playoffs weitergespielt werden. Sollte eine Mannschaft nicht alle Hauptrundenpartien bis zum Playoff-Start am 20. April absolvieren können, tritt die Quotientenregel in Kraft. „Die Regel hat natürlich auch ihre Tücken. Mit jedem mehr absolvierten Spiel kann sich der Punkte-pro-Spiel-Quotient verbessern oder verschlechtern“, sagt Rudorisch. Das große Rechnen würde beginnen.

Fest steht auch: Kann eine Mannschaft in Playoff-Spielen nicht antreten, werden die Partien gegen sie gewertet. Ein Nachrückverfahren ist aktuell nicht vorgesehen.

(Björn Friedrichs)

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