Tabellenführer empfängt Schlusslicht - heute, 19.30 Uhr

Kassel Huskies: Trivino voller Tatendrang gegen Bayreuth

Wieder da: Husky Corey Trivino freut sich, dass er nach überstandener Verletzung wieder dabei ist.
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Wieder da: Husky Corey Trivino freut sich, dass er nach überstandener Verletzung wieder dabei ist.

Spitzenreiter gegen Schlusslicht - so heißt es heute Abend, wenn die Kassel Huskies, Erster der DEL2, die Bayreuth Tigers ab 19.30 Uhr empfangen. Voller Tatendrang ist dann auch wieder Husky Corey Trivino.

Er war lange Teil einer Gruppe, die eigentlich nicht dort sein will, wo sie in diesen Tagen sitzen muss: nämlich auf den Plätzen der Haupttribüne. Von dort verfolgen derzeit die verletzten Huskies die Auftritte des DEl2-Tabellenführers. Und Corey Trivino weiß nur zu gut, wie sich das anfühlt: „Auf den Rängen zu sitzen, das ist viel strapaziöser für die Nerven als selbst auf dem Eis zu stehen.

Glücklicherweise haben wir so ein starkes Team, dass es trotz der Verletzungen gut für uns gelaufen ist“, sagt er und lacht gelöst.

Dazu hat er auch allen Grund: Denn er ist endlich nicht mehr Teil des Lazaretts, sondern mischt wieder unten auf dem Eis mit – natürlich auch heute, wenn ab 19.30 Uhr das neue Schlusslicht der Liga zu Gast ist, die Bayreuth Tigers. „Es ist gut, wieder dabei zu sein“, sagt Trivino nach einer der längsten Zwangspausen seiner Eishockeykarriere. Sechs, sieben Wochen hat der Kanadier verpasst. „Das war schon verrückt: Ich habe im November, Dezember und Januar durchgespielt und 20 Spiele absolviert. Dann fehle ich verletzt und verpasse in der Kürze der Zeit wegen des engen Spielplans ebenfalls 20 Partien.“

Kassel Huskies: Ryon Moser ist neuer Topscorer

In der Zeit hat sich einiges getan: Lange Zeit war Trivino der souveräne Topscorer des Teams, der rote Helm kannte nur seinen Kopf. Dann aber schied Trivino aus und vererbte gewissermaßen den markanten Kopfschutz des erfolgreichsten Angreifers an Troy Rutkowski. Sein kanadischer Landsmann ist den nun aber auch los: Neuer Topscorer der Huskies ist Ryon Moser mit aktuell 43 Punkten (zwölf Tore, 31 Vorlagen), vor Rutkowski (42 Punkte/ neun Tore, 33 Vorlagen), Trivino aber ist als Sechster des aktuellen Rankings in Reichweite (37 Punkte/ sieben Tore, 30 Vorlagen).

Auch in der Verletzungspause führte ihn sein Weg jeden Tag in die Eishalle. „Zur Therapie und sobald es möglich war, zum Radfahren, um Muskeln aufzubauen, stärker zu werden und mein Cardiotraining zu absolvieren“, erklärt er. Nun kämpft er sich auf dem Eis zurück zu alter Stärke, sein Treffer in Dresden der erste statistische Ausdruck dessen. „Ich freue mich, dass ich endlich wieder meinen Teil dazu beitragen kann, dass die Mannschaft Erfolg hat. Es ist schön, endlich wieder nach den Spielen in der Kabine zu sein. Das hat mir echt gefehlt.“

In den vergangenen Partien hat er mit Lois Spitzner und Vinny Saponari zusammengespielt. Beide kennt er schon lange, vor allem Saponari aber ist mehr für ihn als nur ein Sturmpartner: „Wir sind ziemlich gute Freunde, kennen uns seit zwölf Jahren und haben ja schon in Nordamerika zusammen gespielt“, sagt Trivino. Ausdruck der besonderen Beziehung: Als Trivino im Oktober 2019 seiner Frau Tatyana im Kasseler Standesamt das Ja-Wort gab, war auch Saponari dabei. „Er hat damals in Krefeld gespielt und ist vorbeigekommen, darüber habe ich mich´ sehr gefreut.“ Dass sie nun in einem Team spielen – das macht es natürlich noch einfacher, Kontakt zu halten. Gestern Abend schaute Saponari bei den Trivinos vorbei, zum gemeinsamen Dinner gab es Burritos.

Dabei hätten sie zur Einstimmung aufs bayrische Wochenende in Landshut mit den beiden Spielen beim EVL am Sonntag und Montag ja auch durchaus ein bayrisches Gericht zubereiten können. Eine Schweinshaxe etwa. „Davon habe ich noch nie etwas gehört“, sagt Trivino und scherzt beim Anblick des Gerichts: „Wenn wir so etwas essen würden, dann wären wir auf dem Eis sicher so träge, dass wir uns kaum bewegen könnten.“ Diese Lockerheit soll ihn auch durch den Rest der Saison tragen. „Denn der Spaß beginnt ja so richtig erst in den Playoffs.“

Erstmals winken 100 Punkte

98 Punkte haben die Huskies derzeit auf dem Konto – mit einem Sieg heute würden sie erstmals seit dem Zweitliga-Aufstieg die Grenze von 100 Punkten in der Hauptrunde knacken – und das weit vor dem Ende der Hauptrunde wohlgemerkt. Die bisherigen Ausbeuten nach 52 Spieltagen: 2014/15 - 97 Punkte, 15/16 - 92 Punkte, 16/17 - 96 Punkte, 18/19 - 75 Punkte, 19/20 - 92 Punkte. Sein Team bei der Punktejagd unterstützen kann heute wieder Michi Christ, der in Kaufbeuren verletzt vom Eis musste.

(Von Michaela Streuff)

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