„Das ist das Salz in der Suppe“

Kasseler Yannik Valenti steht mit Heilbronn vor besonderen Playoffs

Im ersten Sturm der Heilbronner Falken gesetzt: der Kasseler Yannik Valenti.
+
Im ersten Sturm der Heilbronner Falken gesetzt: der Kasseler Yannik Valenti.

Wenn die Heilbronner Falken am Donnerstag zum Playoff-Start in der DEL2 bei den Kassel Huskies antreten, sitzt auch ein Kasseler im Bus der Gäste: Yannik Valenti ist zurück in der alten Heimat.

Kassel – Goethes Faust, den kennt Yannik Valenti natürlich. Aber eines der bekanntesten Zitate des Literaturklassikers, das unterschreibt der 20-Jährige trotzdem nicht. „Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust“ lässt Goethe seinen Faust bekanntlich sagen. Und auch wenn die Vermutung auf der Hand liegt – bei ihm sei das nicht der Fall, betont Valenti und lacht: „Ich bin voll und ganz ein Falke.“ Er sagt aber auch: „Playoffs gegen Kassel sind das Salz in der Suppe. Ich freue mich unheimlich darauf, gegen und in Kassel spielen zu können.“

Schließlich geht es im Playoff-Viertelfinale ab Donnerstag gegen seinen Heimatverein. Und Kassel und Valenti – das ist schon lange eine besondere Beziehung. Papa Sven belegt mit 603 Einsätzen im blau-weißen Dress bis heute Platz zwei der Huskies-Rekordspieler. Das Trikot mit seiner Nummer 19 hängt an der Hallenwand. Im letzten Spiel als Husky standen Papa und Sohn gemeinsam auf dem Eis.

Valenti spielte mit vielen Huskies früher zusammen

Der Sohn – der bei den Falken übrigens die 26 trägt – wurde bei der Eishockey-Jugend ausgebildet, spielte lange gemeinsam mit Tim Lucca Krüger und Lasse Bödefeld bei der EJK zusammen, später bei den Jungadlern Mannheim mit Paul Kranz und Dustin Reich – das Quartett trifft Valenti ab Donnerstag voraussichtlich auf dem Eis wieder. Allerdings als Gegner. Ein wenig verkehrte Welt also beim Namen Valenti und Kassel. „Es ist immer etwas Besonderes, zurückzukommen. Ich bin in der Eissporthalle ja groß geworden.“

Doch auch kleine Huskies werden irgendwann mal flügge – und Valentis Weg führte zu den großen Adlern nach Mannheim. Dort steht er unter Vertrag und ist per Förderlizenz an Heilbronn verliehen. In einer verrückten Corona-Saison wechselte er anfangs zwischen beiden Klubs hin und her, seit Mitte Februar aber spielt er fest in Heilbronn – im ersten Sturm zusammen mit Topscorer Dylan Wruck und Ex-Husky Stefan Della Rovere. Nach 26 Einsätzen steht Valenti bei elf Toren und 14 Vorlagen.

Keine leichte Zeit für Heilbronn

Hinter ihm und den Falken aber liegt keine einfache Zeit. Kurz vor dem Ende der Hauptrunde bestätigte sich der Corona-Verdacht bei mehreren Spielern, bis Samstag dauerte die verhängte Quarantäne. Die Vorbereitung auf die Playoffs mit zwei Wochen Training in der eigenen Wohnung fällt entsprechend ungewöhnlich und kurz aus. Es war der vorläufige Schlusspunkt unter eine „vogelwilde Saison durch das Hin und Her mit Corona.“

Denn im Dezember waren Valenti und die Heilbronner schon einmal in Quarantäne. „Von daher wussten wir, was uns erwartet“, sagt der 20-Jährige, der selbst nicht zu den Infizierten gehörte. „Und nachdem wir fast jeden zweiten Tag gespielt haben, tut die Pause gut, um sich zu sammeln und die Kraftreserven zu mobilisieren.“

„Bestmöglich Paroli bieten“

Als Achter und dank eines starken Endspurts unter Trainer Bill Stewart waren die Heilbronner noch in die Playoffs gerutscht und landeten am Ende dank der Quotientenregel hauchdünn vor Crimmitschau. Und: Sie brachten den Huskies die letzte Niederlage der Hauptrunde bei. „Das hat uns gezeigt, wir können mit guten Mannschaften mithalten, und sie auch schlagen. Das war ein schönes Gefühl“, sagt Valenti.

Der sich auch deshalb mit den Falken durchaus etwas ausrechnet in der Serie best of five auf drei Siege. „Kassel hat natürlich eine super Mannschaft und mit beeindruckender Konstanz und Selbstverständlichkeit gespielt. Aber wir sind eine eingeschworene Einheit und seit zwei Jahren zusammen. Mit dem Team, das wir haben, werden wir alles dran setzen, um die Huskies zu ärgern und ihnen bestmöglich Paroli zu bieten.“

Von Michaela Streuff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.