Manager Gibbs nimmt Trainer Rossi in Schutz

Nach drei Huskies-Pleiten in Serie: „Wir sind doch nicht die Bayern“

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Viel besser als in der vergangenen Saison: Toni Ritter.

Nach dem guten Saisonstart haben die Kassel Huskies in der DEL 2 zuletzt dreimal verloren. Schon herrscht Unruhe beim Eishockey-Zweitligisten. Die heftige Kritik vieler Fans ist jedoch überzogen.

Die Bilanz

Der Auftakt war richtig gut: Ein verdienter Derbysieg in Bad Nauheim, glatte Heimsiege gegen Bad Tölz und Deggendorf, dazu das grandiose 8:3 bei Meister Bietigheim – das konnte sich sehen lassen. Dem gegenüber stehen die bittere Niederlage in Frankfurt mit vier Toren in Unterzahl und nun eben drei ernüchternde Pleiten in Folge. Chancenlos gegen Ravensburg, unglücklich gegen Freiburg, enttäuschend in Crimmitschau.

Der Vergleich

13 Punkte stehen für die Huskies auf Platz fünf zu Buche. Der Abstand zum Top-Trio Weißwasser, Frankfurt und Ravensburg ist schon ordentlich. Der Vergleich mit den bisherigen Spielzeiten zeigt aber: Die Huskies waren nie Frühstarter. Zwei Beispiele: Nach dem achten Spieltag der vergangenen Saison etwa waren die Kasseler Siebter mit ebenfalls 13 Punkten (26:27 Tore). Und 2015/16, als am Ende die überraschende Meisterschaft stand, belegten die Huskies mit 14 Zählern (31:28 Tore) Rang fünf.

Was nicht gut läuft

Den Huskies fehlt es an Konstanz. Das zeigt der Saisonverlauf. Das zeigen aber auch einzelne Spiele. In Frankfurt waren die Huskies zwei Drittel lang mindestens gleichwertig, zerbrachen aber im Mitteldrittel in Unterzahl komplett. Gegen Deggendorf war es zwei Drittel sehr zäh, am Ende aber glanzvoll. Während in den ersten Spielen die Torausbeute überragend gut war, schwächeln die Huskies nun seit drei Partien vor dem Tor des Gegners. Und: Viel zu häufig führen verlorene Bullys gleich zu Gegentoren. Deshalb liegt der Fokus im Training in dieser Woche auch auf dem Bullyspiel und dem Torabschluss. Gut möglich, dass Trainer Rico Rossi auch durch den Umbau der Stumreihen neue Akzente in der Offensive setzen wird. Und: „Wir müssen mit mehr Druck am Puck arbeiten“, erklärt der Coach.

Was schon gut läuft

In den ersten Spielen der Saison lief es offensiv sehr gut. Trotz der drei Niederlagen ist der Tor-Durchschnitt mit 3,88 Treffern pro Spiel leicht besser als der Liga-Schnitt (3,59). Die Überzahl ist mit zehn Toren ordentlich, die Unterzahl-Statistik sieht durch die vier Treffer von Frankfurt nicht so gut aus. Allerdings kassieren die Huskies wenige Strafen, liegen in der Fairness-Rangliste auf Platz zwei.

Das Personal

Zuletzt fehlten den Huskies mit Mike Little und Michi Christ zwei Spieler verletzt. Dazu kam, dass Kooperations-Partner Wolfsburg Valentin Busch und Eric Valentin zurückbeorderte. Das machte sich im relativ kleinen Kasseler Kader bemerkbar. Geschäftsführer Joe Gibbs sagt: „Anders als im Vorjahr sind wir bewusst mit einem kleinen Kader gestartet. Jeder Spieler soll seine Aufgabe genau kennen. Im Laufe der Saison werden wir nachlegen.“

Für das kommende Wochenende ist Besserung in Sicht: „Mike wird heute wieder mit dem Skaten anfangen. Mit Michis Rückkehr rechnen wir am Wochenende“, sagt Rossi.

Die Gegenrede

Joe Gibbs

Zur Kritik an Trainer Rossi hat Joe Gibbs eine klare Meinung. Er sagt: „Wir sind doch nicht die Bayern. Wir sind ganz am Anfang der Saison. Wenn ein Spieler frei auf das Tor zuläuft und nicht trifft, dann kann Rico nichts dafür. Wir haben viel Personal getauscht. Wir bitten die Fans um Geduld. Mich wundert, warum einige Rico nur zuordnen, was schlecht läuft. Spieler wie Toni Ritter zeigen sich deutlich verbessert. Warum sagt da niemand: Das hat der Trainer bewirkt? Und: Wir geben wieder vielen jungen Kasseler Spielern eine Chance. Die Fans wollen diese Jungs sehen. Aber dann müssen sie auch Geduld haben. Rico vertraut den Jungen. Er vertraut einem jungen Torhüter wie Leon Hungerecker. Kommen muss jetzt vor allem etwas von unseren gestandenen Spielern.“

Unser Fazit

Rico Rossi hat vor Saisonbeginn öffentlich Fehler eingestanden, Bereitschaft zu Veränderungen signalisiert. Er stellt sich der Verantwortung. Die bisherige Saisonbilanz der Kassel Huskies ist durchwachsen. Aber sie ist alles andere als schlecht. Und sie bot Highlights wie die Siege in Nauheim und Bietigheim. Die schon wieder aufkommende Kritik am Trainer ist in ihrer Heftigkeit und im Tonfall komplett überzogen und verfrüht.

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